09. April 2006 07:12; Akt: 09.04.2006 07:24 Print

Londoner Anschläge: Es war nicht El Kaida

Das internationale Terrornetzwerk El Kaida hat nach den Erkenntnissen einer amtlichen britischen Untersuchung nichts mit den Londoner Anschlägen vom 7. Juli 2005 zu tun, bei denen 56 Menschen getötet und rund 700 weitere verletzt wurden.

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Die britische Tageszeitung "The Observer" veröffentlichte am Sonntag zentrale Erkenntnisse aus dem Bericht, der offiziell erst in einigen Wochen herauskommen soll.

Demnach gibt es keine Anhaltspunkte für die ursprüngliche Vermutung, die Anschläge seien von einem international operierenden Netzwerk und mit erheblichem logistischem Aufwand vorbereitet worden. Vielmehr handle es sich um eine "einfache und nicht kostspielige" Operation, die von den vier Attentätern durch Kommunikation im Internet vorbereitet worden sei.

Die vier Selbstmordattentäter verstanden sich dem Bericht zufolge als Märtyrer, die gegen die britische Aussenpolitik protestieren wollten. Sie waren demnach zu der Überzeugung gelangt, die Regierung in London verfolge eine anti-muslimische Politik.

Zu ihren Anschlägen hätten sie sich darüber hinaus ermuntert gefühlt, weil sie von ihrer Unsterblichkeit überzeugt gewesen seien. Die von den Attentätern benutzten Bomben seien für wenige hundert Pfund produziert worden.

(sda)