Recycling

14. November 2019 21:16; Akt: 15.11.2019 15:12 Print

Lucy (24) macht aus Fischresten Bio-Kunststoff

Eine 24-jährige Britin stört sich über den unverhältnismässigen weltweiten Plastikverbrauch. Deshalb hat sie ein Verfahren entwickelt, um aus Fischabfällen Biokunststoff herzustellen.

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Rund 335 Millionen Tonnen Kunststoff wurden 2016 weltweit produziert. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 800'000 Eifeltürmen. Davon werden laut Schätzungen 40 Prozent aller Kunststoffe, die für Verpackungen produziert wurden, nicht wiederverwendet und umgehend entsorgt. Dieser übermässigen Verwendung von Kunststoffen will die britische Studentin Lucy Hughes (24) nun entgegenwirken.

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So hat die 24-Jährige ein Verfahren entwickelt, mit dem aus organischen Fischabfällen, die in der Regel verbrannt werden oder auf einer Deponie landen, Biokunststoff hergestellt werden kann. Unter dem Namen MarinaTex fertigt Hughes aus diesen Fischabfällen sowie lokalen Rotalgen transparente und flexible Folien an (siehe Bildstrecke). Dabei kann ein einziger Kabeljau laut Hughes so viel organischen Abfall erzeugen, wie für die Herstellung von rund 1400 MarinaTex-Säcken benötigt wird.

Biokunststoff baut sich von selbst wieder ab

Im Rahmen ihrer Versuche am Küchenherd im Studentenwohnheim fand Hughes heraus, dass Fischhäute und Schuppen eine starke und flexible Proteinstrukturen enthalten und damit eine geeignete Grundlage für einen Biokunststoff darstellen. MarinaTex ist gemäss Hughes ressourcenschonend, bei der Herstellung werde nur wenig Energie verwendet. Zudem seien die MarinaTex-Säckchen fürs Kompostieren zu Hause geeignet und bauten sich nach wenigen Wochen von selbst wieder ab.

Für ihr Projekt hat Hughes nun den internationalen James Dyson Award 2019 überreicht bekommen. Mit diesem internationalen Wettbewerb möchte das Technologienunternehmen laut eigenen Angaben Ingenieur- und Designstudierende inspirieren und fördern. «Die Erfindung steckt noch in den Kinderschuhen und ich hätte nie gedacht, dass sie es überhaupt so weit schaffen würde. Es spornt mich sehr an, dass das Potenzial dieses Materials durch eine so renommierte Auszeichnung bestätigt wird», wird Hughes in einer Pressemitteilung von Dyson zitiert. Das Preisgeld von umgerechnet 38'000 Franken will sie für weitere Entwicklungsschritte nutzen.


(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 14.11.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Eines Tages schüttelt man den Kopf

    Wie konnte sich unsere Zvilisation nur so auf die fossilen Rohstoffe stürzen.

  • Paul Pauli am 14.11.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die wahren Helden

    Meiner Meinung nach... ...bewirken genau solche Personen viel mehr als eine gewisse Dame Thunberg.

  • ZH71 am 14.11.2019 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Fischmehl passiert etwas ganz andere

    Fischabfälle werden nicht entsorgt. Die Industrie macht sogar daraus Geld. Fischabfälle werden zermahlen, mit dem hochumstrittenen Ethoxyquin (vormals Pflanzenschutzmittel, jetzt verboten) behandelt, zu Pellets gepresst und als Fischfutter für Lachs aus Aquakulturen in Skandinavien verwendet. Es gibt für die Fischzucht keinen Grenzwert für Ethoxyquin. In einer Untersuchung in der Schweiz 2017 hat das Kantonslabor Genf Ethoxyquin in 15 von 18 Lachsfilets nachgewiesen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • DidiWeidmann am 15.11.2019 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Sache

    Interessante Sache! Wenn sich der Kunststoff tatsächlich ohne toxische Stoffe zu hinterlassen wieder abbaut, dann könnte das ein echter Durchbruch sein! Hoffentlich hält das Material das, was die Geschichte hier verspricht! Es wäre die Lösung für eines unserer grössten Probleme!

  • jose am 15.11.2019 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, weiter so.

    BRAVO! Endlich macht ein Mädchen etwas aktiv für den Umweltschutz. Solche Menschen unterstütze ich gerne. Stattdessen wird eine andere international gefeiert mit ihren Hassreden oder "How dare you"-Sätzen.

    • marko 34 am 15.11.2019 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jose

      Super

    einklappen einklappen
  • susi am 15.11.2019 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super!

    super sache! so rettet man die welt und nicht durch jammern wie das gretchen es tut... bringt mehr nachrichten von menschen die taten sehen lassen und lasst gretchen beiseite, da sie nur rumheilt ohne jemals aktiv gegen den klimawandel etwas getan zu haben...

  • Oma Erna am 15.11.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues, liebe Kinder

    Wir haben zu meiner Zeit noch Pariser aus feinstem Schafsdarm verwendet. Manche Männer gar noch während das Schaf noch lebte. In der arabischen Kultur ist das heute noch gang und gäbe.

  • Edi Ramadani am 15.11.2019 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy