Rätselhafte Aktion

16. März 2014 04:12; Akt: 24.03.2014 16:02 Print

MH370 änderte Route vor «Gute Nacht»-Funk

Die Richtungsänderung des verschollenen Flugzeugs soll zwölf Minuten vor dem letzten Kontakt mit dem Kopiloten eingegeben worden sein.

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Bereits am berichtete der australische Premierminister Tony Abbott von zwei möglichen Flugzeugteilen, die im Indischen Ozean gesichtet wurden. Der Co-Pilot der verschollenen Maschine wollte seine grosse Liebe Nadira Ramli nach neun Jahren Beziehung heiraten. Seine Verlobte hat noch «einen Schimmer Hoffnung». Die Allianz-Versicherung beginnt mit den Auszahlungen an die Angehörigen und die Fluggesellschaft. Nach unbestätigten Angaben liegt die komplette Versicherungssumme der Zeitung «Handelsblatt» zufolge bei 100 Millionen Dollar. China kritisiert das Vorgehen bei der Suche nach dem verschollenen Flugzeug. Malaysia, Boeing, Rolls-Royce und die USA haben zu schlecht informiert. Am veröffentlicht der US-Radiosender WNYC 634 mögliche Landebahnen für die Boeing 777; ob bei der Auswahl der Strecken auch die Flügelspannweite des Flugzeugs miteinbezogen wurde, ist unklar. Jüngste Erkenntnisse deuten auf eine Flugzeugentführung hin - das lässt Angehörige weiter hoffen. Doch Experten glauben nicht an einen glimpflichen Ausgang. Ein chinesischer Satellit machte diese Aufnahmen im Golf von Thailand. Experten glauben den weissen Fleck als Flugzeugteile identifiziert zu haben. Die Polizei veröffentlichte am die Bilder der mutmasslichen Passdiebe. Der Chef der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, beschreibt einen der mutmasslichen Passdiebe bei einer Pressekonferenz als ähnlich aussehend wie Mario Balotelli, Stürmer bei der AC Milan. Die USA untersuchen die Fingerabdrücke und Fotos der beiden Männer, die mit gestohlenen Pässen an Bord der Unglücksmaschine gestiegen sind. Die Ermittler gleichen die Informationen mit jenen von bekannten Terroristen ab. Der malaysische Transportminister Hishammuddin Husse informiert darüber, dass Videoaufnahmen der Passdiebe existieren: «Ich kann bestätigen, dass wir Material von Überwachungskameras (über die beiden) haben.» Am Sonntag stand bei den Suchaktionen auf dem Wasser dieses mögliche Wrackteil im Fokus. 40 Schiffe und 22 Flugzeuge sind an der Suche beteiligt. Die Studentin Jessie Yee Wai Ching hatte grosses Glück: Sie hatte ein Ticket für den Unglücksflug gebucht, kam aber zu spät am Flughafen an und verpasste ihn. Diese Luftaufnahme soll die Ölspuren im Meer 250 Kilometer vor Vietnam zeigen. Das Flugzeug der Malaysia Airlines ist rund zwei Stunden nach dem Start verschollen. Es war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. An Bord seien 239 Personen gewesen, erklärt ein Sprecher der Airline am Samstag, 8. März, den Medien. Ein Fischerboot in der Nähe der mutmasslichen Absturzstelle südlich der Insel Phu Quoc. Medien belagern eine Frau am Flughafen von Kuala Lumpur. Ein Mitglied ihrer Familie befand sich an Bord der vermissten Maschine. Angehörige eines Passagiers am Flughafen in Peking. Weinende Frau am Flughafen in Peking. Am Flughafen in Kuala Lumpur wurde ein Bereich für Angehörige der Passagiere des vermissten Flugzeugs eingerichtet.

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Am elften Tag nach dem Verschwinden des malaysischen Flugzeugs mit 239 Menschen an Bord hat China die Suche entlang seiner Nordwestgrenze aufgenommen.

Australien flog am Dienstag südwestlich seiner Küste mit einem Seeaufklärer über den Indischen Ozean.

Nach ihrer rätselhaften Kehrtwende am 8. März dürfte die Boeing 777-200 nach Ansicht der Ermittler eine von zwei Routen geflogen sein, die in diese Gebiete führen. Die Maschine ist seitdem spurlos verschwunden.

«Ein neuer Tag: Lasst uns hoffen und beten, dass wir heute etwas finden», twitterte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Morgen (Ortszeit). Doch auch am elften Tag der intensiven Suchbemühungen fehlte zunächst weiter jede Spur von dem Flugzeug.

Die Suche konzentriert sich auf zwei Flugkorridore. Einer reicht von Malaysia über Nordindien bis nach Kasachstan, der andere Richtung Südwesten auf den Indischen Ozean hinaus.

Kasachstan und Kirgistan haben keine Hinweise, dass das Flugzeug in ihren Luftraum eingedrungen sein könnte, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Auch Pakistan und Indien wüssten nichts. 26 Länder suchen nach der Boeing, die am 8. März nach dem Start von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden ist.

Piloten im Visier der Ermittler

Verzweifelte Angehörige von chinesischen Passagieren an Bord des verschollenen Flugzeugs drohten aus Protest gegen die malaysische Informationspolitik zu dem Unglück mit einem Hungerstreik. Einer ihrer Sprecher kritisierte, dass es zehn Tage nach dem Verschwinden der Passagiermaschine immer noch keine Hinweise gebe.

Die Angehörigen würden nun zur malaysischen Botschaft in Peking gehen, «um den Botschafter zu finden», fügte der 63-jährige Wen Wancheng nach einem Treffen zwischen Vertretern von Malaysia Airlines und Angehörigen in einem Pekinger Hotel hinzu. Zwei Drittel der 239 Menschen an Bord waren chinesische Staatsbürger.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mehrere Möglichkeiten: Sabotage, Entführung, Terrorakt oder erweiterter Suizid. Zuletzt rückten die beiden Piloten immer stärker ins Visier der Ermittler. Am Montag hatte Malaysia Airlines mitgeteilt, die letzten Worte aus dem Cockpit seien von Kopilot Fariq Abdul Hamid gekommen.

Sie wurden übermittelt, nachdem das Kommunikationssystem ACARS manuell abgeschaltet worden war. Zwei Minuten nach den Worten des Kopiloten wurde auch der Transponder ausgeschaltet, der automatisch Daten an die Flugkontrolle überträgt. Danach verschwand die Maschine von den zivilen Radarschirmen.

Nasa wertet Satellitenbilder aus

Die Überprüfung des persönlichen Hintergrunds der 153 chinesischen Staatsbürger an Bord habe keine Hinweise auf eine Verwicklung in eine Entführung oder einen Terrorakt ergeben, erklärte der chinesische Botschafter in Kuala Lumpur, Huang Huikang, laut Xinhua. In die Suche hat Malaysia zusätzliche Experten einbezogen.

Selbst die US-Raumfahrtbehörde Nasa hilft mit und wertet unter anderem Bilder aus, die von Satelliten und der Internationalen Raumstation ISS aufgenommen wurden. Objekte, die grösser sind als 30 Meter, könnten darauf identifiziert werden, sagte ein Sprecher.

(ale/sda)