Präsidentschaftswahl Frankreich

06. Mai 2017 12:55; Akt: 06.05.2017 17:52 Print

Macron geht als Favorit in die Stichwahl

Ersten inoffiziellen Umfrageergebnissen zufolge kann Emmanuel Macron mit 63 Prozent der Stimmen rechnen.

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In der Stichwahl treten der parteilose Kandidat Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen gegeneinander an. Der frühere Wirtschaftsminister Macron geht laut Umfragen als klarer Favorit in die Stichwahl.

Die Wähler können zwischen der unternehmensfreundlichen, proeuropäischen Vision des 39-jährigen Macron und der protektionistischen, geschlossene Grenzen beinhaltenden Einstellung der 48-jährigen Le Pen entscheiden.

Laut Umfragen vom Freitag kann der Macron mit rund 63 Prozent der Stimmen rechnen, Le Pen mit rund 37 Prozent, wie «Le Monde» schreibt. Die Abstimmung gilt wegen Le Pens Anti-EU-Kurs als Richtungsentscheidung für den ganzen Kontinent.

Wahl hat in Übersee bereits begonnen

Das Finale der französischen Präsidentschaftswahl hat in einigen französischen Überseegebieten bereits begonnen. Die Menschen auf der französischen Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der kanadischen Ostküste konnten schon von Samstagmittag MESZ an ihre Stimmen abgeben. Die nur rund 5000 Wahlberechtigten des im Nordatlantik gelegenen Überseegebietes Saint-Pierre und Miquelon sind traditionell die ersten, die bei französischen Präsidentschaftswahlen ihre Stimme abgeben.

Anschliessend sollten Französisch-Guyana und die Antillen folgen. Auch in Französisch-Polynesien konnte bereits am Samstag gewählt werden. Ebenso konnten die auf dem amerikanischen Kontinent lebenden Franzosen am Samstag abstimmen. Der Grossteil der rund 47 Millionen französischen Wahlberechtigten kann dann am Sonntag abstimmen.

Abgeordnete stirbt nach Wahlkampf für Macron

Eine französische Abgeordnete ist bei einer Wahlkampfveranstaltung für den Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Corinne Erhel habe während ihrer Rede am Freitagabend in Plouisy in der Bretagne einen Schwächeanfall erlitten, teilte Parlamentspräsident Claude Bartolone mit. Er zeigte sich tief betroffen vom Tod der 50-Jährigen.

Auch Präsident François Hollande bekundete sein Beileid und würdigte die Arbeit der Parlamentarierin. Erhel sass seit 2007 für die Sozialisten in der Nationalversammlung. Im Präsidentschaftswahlkampf unterstützte sie Macron und dessen Bewegung «En Marche!». Der Ex-Wirtschaftsminister geht am Sonntag als Favorit in die Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Laut Umfragen vom Freitag kann er mit rund 62 Prozent der Stimmen rechnen, Le Pen mit rund 38 Prozent.

(rub/sda/afp)