Fatwa

03. Februar 2011 15:39; Akt: 03.02.2011 15:43 Print

Mädchen wegen Ehebruchs zu Tode geprügelt

Wegen einer Beziehung zu einem verheirateten Mann ist eine 14-Jährige in Bangladesh mit Stockschlägen bestraft worden. Nach 70 brach sie zusammen.

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Die Polizei in Bangladesch hat am Donnerstag einen islamischen Geistlichen wegen des Todes einer Jugendlichen verhaftet. Dem Dorfgeistlichen wird vorgeworfen, ein 14-jähriges Mädchen wegen eines mutmasslichen Verhältnisses mit einem verheirateten Mann zu 100 Schlägen mit einem Bambusrohr verurteilt zu haben. Nach etwa 70 Schlägen brach das Mädchen bei der öffentlichen Züchtigung am Montag zusammen. Nach Polizeiangaben verstarb das Mädchen wenige Stunden später im Krankenhaus.

Auch der Mann, mit dem das Mädchen eine Beziehung gehabt haben soll, wurde zu 100 Schlägen verurteilt. Der Vorfall ereignete sich in einem Dorf im südwestlichen Distrikt Schariatpur, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Dhaka entfernt. Er soll nach Angaben der Polizei geflohen sein.

Sogenannte Fatwas, religiöse Edikte, sind im muslimisch geprägten Bangladesch offiziell verboten. Dennoch halten Geistliche oftmals Gerichtsverfahren ab, bei denen Urteile gefällt werden, die sich auf das islamische Recht der Scharia berufen. Solche Prozesse werden meist in abgelegenen, ländlichen Gegenden abgehalten.

(ap)