Gefahr für die Medien

24. Februar 2011 06:46; Akt: 24.02.2011 06:58 Print

Mafiakartelle schlimmer als Staatsrepression

Die organisierte Kriminalität bedroht auch die Medienlandschaft. Die höchste Alarmstufe herrscht in Lateinamerika, insbesondere in Mexiko. Dort sind in zehn Jahren fast 70 Journalisten umgebracht worden.

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Mexiko wird vom Drogenkrieg - hier von der Polizei abgeführte Gangmitglieder - beherrscht. Dies ist auch eine grosse Gefahr für die lokalen Medien. (Bild: Keystone)

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Organisierte Kriminalität stellt nach Ansicht von «Reporter ohne Grenzen» eine grössere Gefahr für die Medien dar als repressive politische Regime. In den vergangenen zehn Jahren seien weltweit 141 Journalisten durch die Gewalt organisierter Banden ums Leben gekommen.

«Mafia-Organisationen und kriminelle Kartelle sind die grösste Gefahr für die weltweite Freiheit der Medien», heisst es in einer Studie von «Reporter ohne Grenzen». Am schlimmsten sei die Verfolgung von Journalisten durch organisierte Banden in Mexiko. Allein dort seien in der vergangenen Dekade 69 Journalisten getötet worden, elf weitere würden vermisst.

«Oberflächliche Berichterstattung»

Zugleich weist die Studie auf Probleme der Medien hin, das Unwesen organisierter Kriminalität richtig aufzudecken. «Es handelt sich um eine mächtige Parallel-Wirtschaft mit enormem Einfluss...». Nicht zuletzt angesichts der Gefahren würden sich Medien mit einer lediglich «oberflächlichen Berichterstattung» begnügen.

Statt Hintergründe offenzulegen würden sich Medien angesichts der Bedrohungen mitunter darauf beschränken, nur gegenseitige Beschuldigungen rivalisierender Banden und Informationen aus offiziellen Quellen zu verbreiten.

(sda)