Paul Manafort

08. März 2019 01:05; Akt: 08.03.2019 07:34 Print

4 Jahre Knast für Trumps Ex-Wahlkampfmanager

von Hubert Wetzel, Washington - Der frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump muss wegen Steuer- und Bankenbetrugs für 47 Monate ins Gefängnis.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der ehemalige Wahlkampfmanager von Donald Trump, Paul Manafort, muss für mindestens 47 Monate ins Gefängnis. Ein Richter in Virginia verkündete am Donnerstag das recht milde Strafmass gegen den 69 Jahre alten Politikberater und Lobbyisten. Es liegt weiter unter der Forderung der Ankläger von bis zu 25 Jahren. In einem weiteren Verfahren in Washington, bei dem das Strafmass kommende Woche bekannt gegeben werden soll, drohen Manafort zusätzliche zehn Jahre Haft. Angerechnet werden dürften die neun Monate Untersuchungshaft, die er bisher hinter sich gebracht hat.

Manafort ist einer der ranghöchsten früheren Trump-Mitarbeiter, denen ihre Nähe zum heutigen US-Präsidenten zum Verhängnis geworden ist. Zwar haben die Delikte, wegen derer Manafort nun ins Gefängnis muss, nichts mit Trump oder dessen Wahlkampf zu tun, sondern wurden Jahre vorher begangen. Doch Manafort geriet vor allem deswegen ins Visier der Justiz, weil seine Straftaten durch den Sonderermittler Robert Mueller entdeckt wurden, der dann Anklage erhob.

Mueller wiederum war im Frühjahr 2017 eingesetzt worden, um herauszufinden, ob es im Wahlkampf des Vorjahres mögliche illegale Verbindungen zwischen Trumps Team und Russland gab. Zudem soll er untersuchen, ob Trump die Ermittlungen der Justiz dazu behindert hat. Die Kritik von Manaforts Anwälten, ihr Mandant sei gewissermassen nur juristischer Beifang, der Mueller zufällig ins Netz gegangen sei, ist daher nicht völlig abwegig.

Manafort hatte jahrelang Honorare in Millionenhöhe nicht versteuert

Allerdings lag genügend Belastendes gegen Manafort vor, um eine Haftstrafe zu rechtfertigen. So hatte Manafort jahrelang von Klienten, für die er in Washington Lobbyarbeit betrieben hat, Honorare in Millionenhöhe bekommen und diese in den USA nicht versteuert. Mit dem Geld finanzierte er den Kauf teurer Immobilien sowie einen luxuriösen Lebensstil.

Einer seiner lukrativsten Klienten war der 2014 aus Kiew vertriebene, ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch. Nach dessen Sturz geriet Manafort in Geldnot – eine Notlage, aus der er sich durch Kreditbetrug zu retten versuchte. Zudem brach er Meldevorschriften, die in Washington für Lobbyisten mit ausländischen Auftraggebern gelten und stiftete Zeugen zu Falschaussagen an.

Manaforts enge Kontakte zu verschiedenen Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die auch in die ukrainische Politik verstrickt waren, hatten Spekulationen genährt, dass er eine Art Kontaktmann zwischen dem Kreml und Trumps Wahlkampfteam gewesen sein könnte.

Diesen Verdacht haben Muellers Ermittlungen, nach allem, was bekannt ist, aber nicht erhärtet. Trump selbst hat immer wieder beklagt, dass die Justiz seiner Ansicht nach ungerecht mit Manafort umgegangen sei. Zugleich hat er sich aber von seinem ehemaligen Mitarbeiter distanziert. Er kenne Manafort kaum, liess Trump wissen. Auch das Weisse Haus betont stets, dass Manaforts Delikte aus einer Zeit stammten, in der dieser nichts mit Trump zu tun hatte.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • silverstar90 am 08.03.2019 02:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Money

    Einfach unglaublich dass das Justizsystem nicht fair ist. Reiche werden immer noch krass bevorteilt, was ja überhaupt nicht sein darf. Wäre er ein schwarzer Mann aus dem Mittelstand wäre er für einen weitaus geringeren Betrag 20 Jahre ins Gefängnis!

    einklappen einklappen
  • Giancarlo am 08.03.2019 02:28 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu milde Strafe

    Die Strafe ist ein absoluter Hohn. Hier in den USA sind viele ziemlich wütend. Der Grund ist der, dass bspw. der gleiche Richter in einem anderen Fall 40 Jahre für Amphetamin-Handel aufgebrummt hat. Es scheint, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

    einklappen einklappen
  • Malino am 08.03.2019 02:05 Report Diesen Beitrag melden

    Fantasie lebt

    Da haben wir in der Schweiz Glück mit den Richtern wen es um Geld geht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Verfechter am 09.03.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politischer Zaubertrick

    Nun ja es ist wie bei einem guten Zaubertrick, dieser lebt auch von der Illusion. Es wird das gesehen und für wahr genommen was man glaubt zu sehen und nicht das was wahrscheinlich wirklich ist. Und wie bei einem guten Zaubertrick sind die Augen auf der Assistentin (Russland und Ukraine) und nicht auf dem was gerade passiert. Inwieweit es der Wahrheit entspricht, wird man nie erfahren, Hauptsache die Regierung ist aus dem Schussfeld. Innenpolitische Schwäche wird meistens mit Opfern beschwichtigt.

  • André Gubelmann Brasilien am 09.03.2019 05:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung

    Im Gefängnis werden die meisten Kriminellen noch mehr kriminelles Wissen zulegen,und später in die Praxis umsetzen.

    • Heidi Heidnisch am 16.03.2019 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @André Gubelmann Brasilien

      Ich denke Manafort wird sich im Knast eher als Lehrer denn als Schüler profilieren.

    einklappen einklappen
  • Furgler Anton am 08.03.2019 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Aber was ist mit links?!

    Also gegen rechte Regierungen werden Prozesse gemacht. Was der arme Trump alles durchleiden muss. Meine Frage ist aber was ist eigentlich mit den linksextremen? Warum werden denen nie der Prozesse und so gemacht? Ein Schelm wer böses denkt.

  • Orchidea am 08.03.2019 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuldiger Präsident

    Ich verstehe die Logik nicht, dass der "Anführer" ungestraft bleibt und seine Angestellten in den Knast müssen.

  • urschweizer am 08.03.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Und wann ...

    ... kommt nun "der Trump" dran? Dort würde man 100%ig fündig. Steuerbetrug, Urkundenfälschung, grobfahrlässiger Konkurs, usw. Von seinen politischen "Verbrechen" will ich gar nicht schreiben. Der gehört lebenslänglich weggesperrt. Inkl. seiner Kinder und Schwiegersöhnen (und -töchtern). Die führen sich mit ihrem "ergaunertem Geld" auf, als wären sie die Könge der USA...