Vor Lampedusa

03. Januar 2014 10:17; Akt: 03.01.2014 13:29 Print

Marine rettet über 1000 Flüchtlinge in 24 Stunden

Rund tausend Migranten aus Eritrea, Nigeria, Somalia und Pakistan sind vor der italienischen Insel Lampedusa in Seenot geraten. Die Marine hat sie gerettet.

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Ein Rettungsboot mit Flüchtlingen an Bord. (Bild: Keystone)

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Genau drei Monate nach dem Flüchtlingsdrama vor der Insel Lampedusa hat die italienische Marine in 24 Stunden über tausend Migranten aus Seenot gerettet. Die Flüchtlinge befanden sich an Bord von insgesamt fünf Booten.

Der Rettungseinsatz unter dem Namen «Mare Nostrum», an dem sechs Marineschiffe und mehrere Helikopter beteiligt waren, wurde in der Nacht zum Freitag beendet. Vier Flüchtlingsboote, die kaum noch seetüchtig waren, waren am Donnerstag südlich von Lampedusa gesichtet worden, wie die Marine am Freitag mitteilte.

Die insgesamt 823 Migranten an Bord, darunter Dutzende Frauen und Kinder, wurden von mehreren Marineschiffen aufgenommen. Sie stammen den Angaben zufolge aus afrikanischen und asiatischen Ländern, so aus Ägypten, Tunesien, Pakistan und dem Irak. Zusammen mit weiteren Flüchtlingen sollen sie nach Augusta auf Sizilien gebracht werden.

233 Menschen bereits am Donnerstag gerettet

In Augusta angekommen sind unterdessen 233 Männer und Frauen, die in der Nacht zum Donnerstag mit einem ebenfalls kaum seetauglichen Boot vor Lampedusa unterwegs waren. Diese Migranten aus Eritrea, Nigeria sowie Somalia, Pakistan, Sambia und Mali waren die ersten Flüchtlinge, die im neuen Jahr von Italiens Marine in Sicherheit gebracht worden waren.

Jedes Jahr versuchen tausende Flüchtlinge, über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen. Italien und Griechenland sind Hauptzielländer für Menschen, die über die Nahost-Region und Afrika in die EU wollen.

Nach dem Flüchtlingsdrama mit mehr als 360 Toten vor Lampedusa im Oktober hatte Italien die Überwachung des Mittelmeerraums verstärkt. Nach Angaben des Innenministeriums hat sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge im Jahr 2013 mit nahezu 43'000 mehr als verdreifacht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Zinsli am 03.01.2014 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Mann muss Wege finden wie man die Menschen wieder zurück bringt ohne, dass sie bei uns an Land gehen können. Vielleicht würde ein umgebautes Kreuzfahrtschiff als vorläufige Auffangstation zum Einsatz kommen. Dort könnte man sich um die Menschen kümmern während man sie umgehend wieder zurück führt. Wir können und wollen diese Menschen nicht bei uns haben, es hat so schon viel zu wenig Platz.

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  • Foxx Max am 03.01.2014 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo führt das nur hin?

    Ja ich weiss, wenn es nach SP und Grünen ginge, dann sollte die Schweiz gleich alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen, aber das geht nun mal nicht!

  • Schweizer Bürger am 03.01.2014 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht noch mehr!

    Gut und recht aber wo sollen die nun hin? Die Schweiz hat kein Platz mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans nidNötig am 04.01.2014 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nachrichten?

    Oh prima, rettet sie alle, so kann man diese Leute bestimmt davon abhalten die Reise auf sich zu nehmen. Erst wenn sie begreifen, dass sie nur die Wahl zwischen Tod und One-Way Ticket zurück haben, wird sich etwas ändern.

  • Poll Rolf am 03.01.2014 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme der Integration

    Wir müssen uns auch bewusst sein, dass die Mehrheit dieser Flüchtlinge junge Männer islamischen Glaubens sind, ohne Ausbildung, frauenfeindliche Ansichten haben, ohne Sprachkenntnisse und oft nicht lesen und schreiben können. Dies bringt integrationstechnisch viele Probleme mit sich.

    • Fors vo der Lueg am 03.01.2014 19:05 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Rolf, diese Probleme

      haben wir schon! Vor allem in England, Frankreich und Schweden.

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  • John D. am 03.01.2014 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Einheit

    Irgendeinmal wird sich die Menschheit durch die Überbevölkerung und Globalisierung als Einheit sehen müssen. Wir sitzen alle im selben Boot.. (Spätestens wenn der Krieg gegen die Aliens beginnt ;) ) Bis dahin rafft euch doch auf, geht persönlich in diese Länder helfen oder spendet ein bisschen anstatt über die armen Schweine zu motzen, die nicht das Glück hatten, in der Schweiz geboren worden zu sein.

    • golem am 03.01.2014 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ist mir doch egal

      glaubst du ernsthaft, die würden sich um uns auch kümmern so wie wir? wohl kaum. aber dann wandere mal nach afrika aus und lass taten folgen, aber das würdest ja eh nicht tun. ich lebe hier und geniesse mein leben, es ist weder meine schuld noch mein problem, wenn andere es nicht auf die reihe kriegen. man kann nicht für allerwelt mutter theresa spielen.

    • Sarah Faller am 03.01.2014 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mir kommen die Tränen

      Sorry, aber mit deiner habt euch alle lieb und Einheitsnummer blendest du völlig die Realität aus. Nicht jeder auf dieser Welt ist der nette Onkel von nebenan. Es gibt Menschen, die gar keine Flüchtlinge sind, nur unseren Wohlstand und Toleranz dreist ausnützen und uns auslachen dabei.

    • Hans-Peter am 03.01.2014 12:12 Report Diesen Beitrag melden

      Also fang an John D.

      Also, fange du damit an, reise in diese Länder, gehe vor Ort helfen, anstatt grosse Belehrungen hier zu posaunen.

    • Dominik Mathis am 03.01.2014 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Das Problem

      Genau dies ist doch das Problem. Was passiert wenn wir reichen Europäer immer dahin gehen und spenden? Die Leute sehen dass wir es besser haben und sobald sie genügend Geld für die Flucht gesammelt haben, wollen sie auch nach Europa kommen. Solange die Regierungen dieser Länder nicht funktionieren wird dies leider immer so bleiben, egal wie viel man spendet. (Ich rate hiermit nicht vom Spenden ab, ist ja ok und nur menschlich. Aber dies ist ein möglicher Effekt davon.)

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  • Zelda am 03.01.2014 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Italien entlässt Flüchtlinge illegal

    Bei uns landen steigend kriminelle Flüchtlinge, die sich noch dazu illegal aufhalten, wie 20min gestern vom HB Zürich berichtete. Italien hat kein Interesse solche Leute aufzunehmen und sie zu versorgen. Da hab ich auch Verständnis wenn sie es nicht alleine schaffen. Aber darum brauchen sie Hilfe da unten, damit sie nicht einfach aus Verzweiflung die Tore öffnen und die Menschen Richtung Schweiz springen lassen. Ihr wisst ja wie unsere Grenzen bewacht werden, da kommt man sogar mit einem Monstertruck unbemerkt durch.

    • Di Tropea am 03.01.2014 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      nicht Illegal

      @Zelda... Italien darf die Flüchtlinge ja nicht einsperren...sonst kommt wieder das EMRK..!! Sie dürfen sich frei bewegen und hauen ab von Italien, was wollen die den in Italien?? das sind Wirtschafts Flüchtlinge...

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  • Hans am 03.01.2014 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück!

    Warum werden die hoffnungslos überfüllten Flüchtlingsboote nicht von der Marine gestoppt und zurück an die afrikanischen Häfen geleitet? Nach "Aufnahme" in Sizilien oder Lampedusa erhalten ja ohnehin die meisten kein Asyl. Europa hat nun einfach nicht genug Platz für Afrika!