Algerien

05. März 2011 17:18; Akt: 05.03.2011 17:25 Print

Marsch der Opposition in Algier verhindert

In der algerischen Hauptstadt haben Anhänger von Präsident Bouteflika einen Protestmarsch der Opposition verhindert. Rund fünfzig Regierungsanhänger besetzten den zentralen Platz Al-Madania.

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Ein Oppositioneller liegt nach der Konfrontation mit Regierungsanhängern in Algier am Boden. (Bild: AFP)

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Sie skandierten immer wieder den Ruf «Bouteflika ist nicht Mubarak». Es gelang ihnen, die Ankunft eines der Führer der Oppositionsbewegung Nationale Koordination für den Wandel und die Demokratie (CNCD) zu verhindern.

Der mit dem Auto gekommene Oppositionsführer Said Sadi konnte seinen mehreren dutzend versammelten Anhängern nur noch zurufen, sie würden ihren Marsch fortsetzen, «egal, was die Führung unternimmt, uns daran zu hindern».

Mehreren Oppositionelle verhaftet

Die Aufrufe zu zwei weiteren ebenfalls nicht genehmigten Märschen der Opposition in den Vierteln Hussein Dey und auf dem Platz Ain Benian wurden kaum befolgt. Die Polizei errichtete Sperren, um den Beginn der Märsche zu verhindern.

Nach Angaben von Sadi wurden auch in den Städten Oran westlich der Hauptstadt und Batna südöstlich von Algier Proteste der Opposition verboten. Vor Beginn des geplanten Marschs wurden in Oran mehrere Menschen festgenommen.

Gespaltene Opposition

Die CNCD bildete sich im Januar infolge der Proteste gegen steigende Lebenshaltungskosten und die hohe Arbeitslosigkeit, bei denen Anfang des Jahres fünf Menschen ums Leben gekommen waren. Die Bewegung spaltete sich im Februar allerdings zwischen Befürworter weiterer Strassenproteste und Vertreter der Zivilgesellschaft und unabhängiger Gewerkschaften, die ein weniger konfrontatives Vorgehen bevorzugen.

(sda)