Streik-Chaos

13. September 2019 12:35; Akt: 13.09.2019 12:56 Print

So sieht es aus, wenn in Paris nichts mehr geht

Zehn der 16 U-Bahn-Linien standen in der französischen Hauptstadt komplett still. Dadurch kam es auch auf den Strassen zu massivem Stau.

Der Streik der Nahverkehrsbetriebe sorgte in Paris für das reinste Verkehrschaos. (Bilder: Reuters/AP)
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Ein Streik hat grosse Teile des Pariser Metroverkehrs lahmgelegt. Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe protestierten damit am Freitag gegen Rentenreformpläne der französischen Regierung.

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Zehn der 16 U-Bahn-Linien standen nach Angaben des Betreibers RATP komplett still. Auf vier weiteren Linien fuhren nur zu den Hauptverkehrszeiten Züge, zudem blieben einige Stationen geschlossen. Normaler Verkehr war nur bei zwei automatischen Linien angekündigt, die ohne Fahrer auskommen. Auch bei Bussen und bestimmten Vorortzügen kam es zu deutlichen Einschränkungen.

In der Hauptstadtregion Île-de-France drängelten sich am Morgen zeitweise deutlich mehr Autos als üblich, der Verkehrsdienst Sytadin registrierte in der Spitze insgesamt mehr als 275 Kilometer Stau. Nach Angaben des Nachrichtensenders Franceinfo waren Autobahnen in Richtung Paris besonders überfüllt.

Macrons wichtigste Reform

Frankreichs Regierung will mit der grossen und politisch heiklen Rentenreform die Zersplitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Arbeitnehmer sollen auch dazu gebracht werden, länger zu arbeiten. Das Projekt gilt als wichtigste Sozialreform in der noch bis 2022 dauernden Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron.

Für die Beschäftigten der Pariser Nahverkehrsbetriebe erwarten Gewerkschaften dadurch Einschnitte. Sie profitieren bei der Rente bislang von Sonderregeln und können beispielsweise früher in Rente gehen als andere Beschäftigte. Nach Angaben des französischen Rechnungshofs liegt das Renteneintrittsalter bei Mitarbeitern der Nahverkehrsbetriebe im Schnitt bei 55,7 Jahren, im allgemeinen Rentensystem dagegen bei 63 Jahren.

Haushaltsminister Gérald Darmanin verwies am Freitag im Sender Europe 1 darauf, dass bislang noch gar kein Gesetzentwurf vorliegt. Die Regierung will zur Vorbereitung bis Ende des Jahres Gespräche mit Sozialpartnern und Bürgern führen und strebt eine Parlamentsabstimmung bis zur Sommerpause 2020 an. Das neue System soll dann von 2025 an eingeführt werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bro am 13.09.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    faule franzosen

    Alle meckern über die griechen, spanier oder italiener aber die faulsten menschen sind die franzosen. 35h die woche arbeiten und mit 56 in rente gehen. Eine schöne Vorstellung

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  • Herr Max Bünzli der mit Zöpfen am 13.09.2019 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    genbau

    Streik der Nahverkehrsbetriebe waren auch schon in Amsterdam, viel gemerkt hat man nicht außer es war sehr ruhig an dem Tag!

  • John am 13.09.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Klassisches Eigentor...

    "Normaler Verkehr war nur bei zwei automatischen Linien angekündigt, die ohne Fahrer auskommen." Ich vermute mal Investitionen in diesem Bereich werden nun zunehmen - so braucht man die Fahrer bald gar nicht mehr und sie können ewig streiken und es interessiert Niemandem mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kück am 14.09.2019 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe die Aussage nicht

    Würde auch bei uns so aussehen.

  • Andy Honegger am 14.09.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reformen notwendig

    Das Resultat der sozialistischen Regierungen sind unter anderem eben frühe Renten und übertriebener Job-Schutz. Beides ist nicht (mehr) finanzierbar, bremst die Wirtschaft und belastet die Staatsfinanzen. Macron versprach Veränderungen und alle jubelten. Jetzt wo die Leute merken, dass es eben zum Teil schmerzliche Eingriffe sind protestieren sie. Sie wollen nicht einsehen, dass es so nicht weiter geht.

    • Arbeitnehmer am 14.09.2019 10:41 Report Diesen Beitrag melden

      Arbeitnehmer vs Kapital

      Was soll daran übertrieben sein Arbeitnehmer Rechte zu schützen? Hier kann man jeden jederzeit entlassen. Eine Katastrophe und de facto besteht kein Recht für Arbeitnehmer. Frühe Renten? Bei uns ist es wohl günstiger Firmenfriedhöfe anzulegen, da eine SVP und FDP sowieso das Pensionsalter 70 wollen um noch mehr Kohle den Reichen zuzuschanzen. Eine neoliberale Politik nützt den Menschen gar nichts, sie beutet nur aus. Profiteure sind ein paar wenige Millionäre und ihre politischen Lakaien.

    • Betty Blue am 14.09.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      Gegenteil besser?

      In Spanien passierte genau das Gegenteil - überall sparen und/oder das Geld den Reichen zukommenzulassen. Das Resultat ist noch verheerender als in Frankreich.

    • Lola am 14.09.2019 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Betty Blue

      Du hast absolut keine Ahnung vom Recht in Spanien und hast keine Ahnung wie die Reichen gerupft werden, vor lauter Sozialismus. Einfach mal ruhig sein, wenn man keine Ahnung hat...

    • Nationless am 15.09.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Betty Blue

      In Spanien geht es wie in Frankreich auch nicht anders, damit die Wirtschaft nicht ganz abstürzt. Das checken Sozis oder müssen es auch, zumindest spätestens wenn sie in der Exekutive gelangen, kommen sie zur Vernunft, dass nicht alles finanzierbar ist.

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  • Picard am 14.09.2019 04:07 Report Diesen Beitrag melden

    Pariser Metro-Streik.

    Hier sind Alternativen gefragt.Wie wär's mit "Rocket-Man ?".Einer hatss ja geschaffft und flog über den Kanal nach England. Am 14.Juli in Paris hte es auch geklappt. Hier sollte man mit der Massenprodiktion dieser Rocket-Man Racketen beginnen.Fliegt Leute,fliegt.Nicht Red -Bull drinken,die machen keine Flügel.Also los.Klare Sache und damit hopp.Neue Wege wagen.Dem mutigen gehört die Welt.

  • WIRVER-SUCHEN am 14.09.2019 01:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das nicht mal zu verstehen

    Jeder Spruch hat seine Erfahrung!! "Wie Gott in Frankreich" Das Leben die Franzosen!

  • NUR DEINE am 14.09.2019 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ZEIT IST REICHTUM

    DIE WISSEN was Leben heisst. Dazu braucht es keine Boni Millionen Löhne!!