WHO

10. Oktober 2014 20:10; Akt: 10.10.2014 20:11 Print

Mehr als 4000 Ebola-Opfer

4033 Menschenleben hat die Ebola-Epidemie laut der Weltgesundheitsorganisation bisher gefordert. Auch in Europa und den USA sorgt die Virus sorgt zunehmend für Beunruhigung.

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Weltbank-Chef Kim warnte, dass die Krise, die mittlerweile auf die USA und Spanien übergeschwappt ist, sehr viel schlimmer werden würde. Das spanische Krankenhauspersonal verlangt den Rücktritt der Gesundheitsministerin Ana Mato. Es seien bei der Handhabe des ersten Ebola-Falls in Spanien massive Fehler passiert. Auch vor dem spanischen Gesundheitsministerium in Madrid forderten die Menschen den Rücktritt Matos. Die erste spanische Infizierte Teresa Romero Ramos wird im Krankenhaus Carlos III in Madrid behandelt. Die grösste Madrider Ärztegewerkschaft kritisierte, das Krankenhaus habe aufgrund von Sparmassnahmen nur ungenügende Isolationsmöglichkeiten. Teresa Romero Ramos hatte den Priester Miguel Pajares gepflegt, der an Ebola erkrankt und im August in Madrid der Krankheit erlegen war. Hier desinfiziert medizinisches Personal das Spitalzimmer des Priesters. Die Wohnung der infizierten Krankenschwester wurde ebenfalls von Personal in Schutzanzügen desinfiziert. Auch in der Behandlung des ersten Ebola-Infizierten der USA, Thomas Eric Duncan, kam es zu massiven Fehlern. Er ist mittlerweile an der Krankheit gestorben. Hier desinfizieren Hilfsarbeiter ihre Schutzanzüge vor der Wohnung, in der Duncan zuletzt gewohnt hatte. Das Spital in Dallas wird massiv kritisiert, weil es den Patienten zuerst nachhause schickte. Ein Räumungsdienst für gefährliches Material entfernt Gegenstände aus der Wohnung, in der Duncan zuletzt bei Verwandten gewohnt hatte. In den USA wird medizinisches Personal auf den Umgang mit Ebola-Fällen geschult: hier bei einem Kurs des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Das CDC hat einen Einführungskurs in den Umgang mit Ebola-Kranken entwickelt, um sicherzustellen, dass das Personal sich nicht selbst ansteckt.

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Die Zahl der Ebola-Toten weltweit ist auf mehr als 4000 gestiegen. Bei der Epidemie seien mittlerweile 4033 Menschen ums Leben gekommen, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Freitag mit. Bis auf neun Opfer kamen alle aus den westafrikanischen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Bis Mittwochabend wurden zudem 8399 bestätigte, wahrscheinliche und mögliche Fälle von Ebola aus sieben Ländern gemeldet, hiess es in einer Erklärung.

London und New York verschärfen Kontrollen

Die britische Regierung kündigte unterdessen verstärkte Kontrollen von Reisenden an. Zunächst würden die Massnahmen an den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick sowie an den Eurostar-Bahnhöfen eingeführt. Passagiere sollen nach ihren Reisen und Kontaktpersonen befragt werden. Auch medizinische Kontrollen seien möglich, hiess es.

Am New Yorker Flughafen John F. Kennedy soll es ab Samstag verstärkte Kontrollen von Reisenden geben, die aus den drei in Westafrika am stärksten betroffenen westafrikanischen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea ankommen.

Krankenschwester weiterhin in Lebensgefahr

Die spanische Krankenpflegerin Teresa Romero schwebte am Freitag weiterhin in Lebensgefahr. Der Zustand der 44-Jährigen sei aber stabil, sagte eine Sprecherin des behandelnden Krankenhauses Carlos III. in Madrid.

In der Klinik hatte sich die Pflegerin bei der Arbeit auf der Station infiziert, auf der im August und September zwei spanische Missionare an Ebola starben. Nach eigenen Angaben berührte sie offenbar beim Ablegen ihrer Schutzkleidung ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem infizierten Arbeitshandschuh.

Die spanische Regierung setzte einen Krisenstab ein, der ressortübergreifend den Kampf gegen die Krankheit koordinieren soll. Es soll von einem ebenfalls neu eingerichteten wissenschaftlichen Komitee beraten werden, wie Vize-Gesundheitsministerin Soraya Saenz de Santamaria mitteilte.

Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte nach einem Besuch des Krankenhauses Carlos III., die Lage sei «komplex und schwierig». Er sei jedoch «absolut überzeugt» davon, dass alles Notwendige getan werde, um die Krise zu überwinden.

14 Menschen in Spanien unter Quarantäne

Im Zusammenhang mit der Erkrankung der Pflegerin befanden sich in Madrid nun insgesamt 14 Menschen unter Quarantäne. Bevor bei Romero die Erkrankung festgestellt wurde, hatte sie mehrere Tage lang Kontakt zu anderen Menschen. Romero ist der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Virus infiziert hat.

In der Klinik Carlos III. erschienen viele Mitarbeiter der Seuchenstation am Freitag nicht zur Arbeit. «Wir sind sehr gestresst», sagte einer der Pfleger, der Romero behandelt, Charly Manuel Torres, der Nachrichtenagentur AFP. «Wir arbeiten unter hohem Druck.»

(ale/sda)