20. April 2005 16:40; Akt: 20.04.2005 16:43 Print

Mehr als 50 Leichen aus dem Tigris gezogen

Die irakische Regierung hat den Tod von mehr als 50 Geiseln bekannt gegeben.

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Die Leichen der Iraker seien aus dem Tigris geborgen worden, teilte Staatspräsident Dschalal Talabani mit. Die Regierung kenne sowohl die Identität der Opfer als auch die der Täter.

In einem Fussballstadion in der nordwestlichen Stadt Haditha entdeckten Anwohner am Mittwoch 19 weitere Leichen. Zwei Taxifahrer berichteten, sie hätten Schüsse gehört und seien daraufhin in das Stadion gelaufen. Dort hätten sie die Toten vor einer Blut triefenden Wand gefunden. Ein irakischer Reporter sagte, die Männer seien offenkundig erschossen worden.

Anwohner vermuten, bei den Opfern handle es sich um Soldaten, die von Aufständischen entführt und getötet worden seien. Der Reporter fand bei den Leichen, die Zivilkleidung trugen, allerdings keine militärischen Erkennungsmarken. Die US-Streitkräfte teilten mit, der Vorfall werde untersucht.

In Bagdad wurden wieder mehrere Selbstmordanschläge verübt. Drei Attentäter sprengten sich in ihren Wagen in die Luft und rissen mindestens vier Iraker mit in den Tod. Einer der Selbstmordanschläge galt einem US-Konvoi nahe des Abu-Ghraib-Gefängnisses. Die Detonation setzte einen Tanklastwagen in Brand und explodierte. Dabei wurden Zwei Iraker getötet und fünf verletzt, wie ein Krankenhaussprecher mitteilte.

Die beiden anderen Autobomben explodierten im Süden Bagdads in der Nähe von Polizeistationen, die Opfer waren Zivilpersonen. Zwei weitere Personen - ein Polizist und ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums - fielen Mordanschlägen zum Opfer. Erst am Dienstag waren bei einer Anschlagsserie im Irak 15 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei US-Soldaten und ein früherer Berater von Saddam Hussein.

(ap)