Gazastreifen

26. Juli 2014 03:48; Akt: 26.07.2014 09:58 Print

Mehrere Kinder vor Feuerpause getötet

Israel und Palästina haben sich auf eine zwölfstündige Waffenruhe geeinigt. Doch bevor die Waffen niedergelegt werden, feuert Israel Raketen ab.

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Die humanitäre Feuerpause soll vom Samstagmorgen ab 8.00 Uhr israelischer Ortszeit (7.00 Uhr MESZ) gelten, sagten Hamas-Funktionäre und ein hoher israelischer Beamter laut Medienberichten.

Die Hamas sowie alle anderen militanten Gruppen im Gazastreifen würden sich an eine von den Vereinten Nationen vermittelte zwölfstündige Waffenruhe halten, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri in der Nacht zum Samstag der Nachrichtenagentur Reuters.

In einer Erklärung in der Nacht teilte auch die israelische Armee mit, dass sie ab 8 Uhr Ortszeit eine zwölfstündige Feuerpause einhalten wolle.

Bevölkerung soll sich versorgen können

Allerdings hiess es weiter, Bewohner des Gazastreifens, die vom Militär aufgefordert worden seien, ihre Häuser angesichts bevorstehender Angriffe zu verlassen, sollten es «unterlassen zurückzukehren». Die Armee werde im Fall von Attacken gegen sie oder im Fall von Raketenbeschuss israelischen Territoriums zurückschlagen.

Während der Waffenruhe soll sich die Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und Wasser versorgen können. Die Spitäler können ihre Medikamentenvorräte aufstocken und die Internationalen Hilfsorganisationen humanitäre Hilfe leisten.

Aussenministertreffen in Paris am Samstag

Die Bemühungen um eine Waffenruhe gehen am Samstag in Paris weiter, erklärte US-Aussenminister John Kerry am Freitagabend bei einer Pressekonferenz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo.

In Paris sollen beim hochrangigen Treffen die Aussenminister aus den USA, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, Italien, der Türkei und Katar zusammenkommen, wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf das französische Aussenministerium meldete.

Aus Diplomatenkreisen verlautete, beim Treffen gehe es darum, die derzeit kursierenden internationalen Vorschläge für eine Waffenruhe, allen voran die ägyptische Initiative, zusammenzuführen, um «möglichst schnell» die Bedingungen für eine Feuerpause im Gazastreifen auszuarbeiten.

Kerry stellt sich siebentägige Waffenruhe vor

Zum Stand der Verhandlungen über eine mehrtägige Feuerpause sagte Kerry, es gebe weiterhin Differenzen über den Rahmenplan. Nach seinen Vorstellungen sollen die Kämpfe ab Sonntag zunächst für sieben Tage eingestellt werden. Die Zeit soll für Gespräche über eine längerfristige Friedenslösung genutzt werden, wie «Haaretz» berichtete.

Israel dürfte demnach in dem Zeitraum weiterhin Tunnel im Gazastreifen zerstören, die die Hamas für Angriffe auf Israel oder andere militärische Zwecke gebaut hat.

Israel lehnt laut Medien diesen Vorschlag Kerrys in der gegenwärtigen Form ab. Das berichtete «haaretz.com» unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Die Diskussionen über eine Nachbesserung des Vorschlags würden aber weitergehen, hiess es. Auch die militanten Palästinenser in Gaza prüften den Vorschlag der USA, reagierten zunächst aber offiziell nicht darauf.

Immer mehr Opfer auf beiden Seiten

Wenige Stunde vor der angekündigten Feuerpause im Gazakonflikt sind bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe in der Nacht zum Samstag acht Palästinenser getötet worden. Unter ihnen sind nach palästinensischen Angaben vier Kinder.

Wie palästinensische Sicherheitsdienste mitteilten, erfolgte der Luftangriff in Chan Junis im südlichen Gazastreifen. Verletzt wurden demnach etwa 20 Menschen. Damit sind nach palästinensischen Angaben in den vergangenen zweieinhalb Wochen mindestens 865 Menschen ums Leben gekommen und über 5700 Personen verletzt worden.

Auf israelischer Seite starben nach Angaben des Militärs am Freitagabend zwei weitere Soldaten bei Kampfhandlungen. Seit Beginn der Militäroperation gegen die radikale Palästinenserorganisation Hamas sind damit 37 israelische Soldaten ums Leben gekommen.

(sda)