Explosion auf Stromboli

03. Juli 2019 19:27; Akt: 04.07.2019 00:33 Print

Menschen springen nach Vulkanausbruch ins Meer

Nach einer heftigen Vulkanexplosion auf Stromboli trat Lava aus, was Brände verursachte. Ein Sizilianer, der sich auf einem Hang des Vulkans befand, kam ums Leben.

Der Vulkan Stromboli unweit von Sizilien hat heute eine Aschewolke und Gesteinsbrocken ausgestossen. (Video: Twitter)
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Bei einem heftigen Ausbruch des Vulkans Stromboli vor der Küste Italiens ist nach Angaben der Rettungskräfte ein 35-jähriger Wanderer getötet worden. Zwei gewaltige Explosionen versetzten Einwohner und Touristen am Mittwoch in Angst und Schrecken. Einige Touristen flohen laut «Il Messaggero» ins Meer, andere verbarrikadierten sich in ihren Häusern.

Ein Sizilianer sei bei dem Ausbruch ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur AGI. Sein brasilianischer Begleiter sei dehydriert und unter Schock stehend aufgefunden worden. Die beiden Wanderer waren unterhalb von 400 Metern unterwegs. Oberhalb dieser Grenze wird ein Wanderführer empfohlen. Die Rettungskräfte sprachen von mehreren Verletzten.

Stärkste Explosion seit Beginn der Aufzeichnungen

Dem Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) zufolge ereigneten sich gegen 17.00 Uhr zwei heftige Explosionen auf der Südseite des Kraters. Eine der beiden sei die bislang stärkste Explosion seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Zuvor sei aus «allen aktiven Mündungen der Krater-Terrasse» Lava ausgetreten. Eine zwei Kilometer hohe Rauchwolke stieg in den Himmel. Rund um das Dorf Ginostra brach Feuer aus. Medienberichten zufolge konnte ein Löschflugzeug die Brände auf der Insel wegen des starken Rauchs nicht bekämpfen.

«Corriere della Sera» berichtete, ein Schiff sei auf die zwölf Quadratkilometer grosse Insel geschickt worden, um die Menschen im Notfall in Sicherheit bringen zu können. «Es war, als wäre man in der Hölle, weil Feuerregen vom Himmel fiel», zitierten italienische Nachrichtenagenturen den örtlichen Priester Giovanni Longo.

Menschen springen nach Vulkanausbruch ins Meer

«Wir müssen vorsichtig sein»

«Es ist lange her, dass wir einen Ausbruch dieser Grössenordnung hatten», sagte der ehemalige Gemeinderat Gianluca Giuffre dem Sender RAI. Aus Erfahrung glaube er, «dass sich die Situation wieder beruhigen wird, aber wir müssen vorsichtig sein».

2002 waren nach einem massiven Ausbruch des Stromboli sechs Menschen verletzt worden. Bei der Eruption wurde Magma ins Meer geschleudert und löste eine zehn Meter hohe Flutwelle aus, die Boote, Anlegestege und einige Gebäude mit sich riss.

Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche wurde die Insel für Besucher mehr als einen Monat lang gesperrt. Wissenschaftler richteten elektronische Beobachtungsstationen zur Überwachung der Vulkanaktivität ein. Vier Fünftel der rund 500 Einwohner verliessen die Insel.

Der Stromboli liegt auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer. Er ist Teil der Äolischen Inseln nahe Sizilien und zieht jedes Jahr tausende Touristen an.


(kle/afp)