Klimagipfel

25. September 2019 14:06; Akt: 25.09.2019 14:24 Print

Kanzlerin Merkel bietet Greta Thunberg Paroli

In ihrer Rede beim Klimagipfel hat Thunberg den Staats- und Regierungschefs «Verrat» an ihrer Generation vorgeworfen. Die deutsche Kanzlerin hält dagegen.

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Die Deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte sich am Montag am Rande des Gipfels mit Greta Thunberg zu einem Gespräch getroffen. Zu dessen Inhalt wollte die Kanzlerin aber nichts sagen. Die 16-jährige Schwedin wurde ausgezeichnet «weil sie der politischen Forderung nach dringenden Klimaschutzmassnahmen weltweit Gehör verschafft», teilt die Right-Livelihood-Stiftung mit Thunberg hat die weltweite Klima-Bewegung Fridays for Future ausgelöst, an deren Protesten sich erst am vergangenen Freitag rund um den Globus Millionen von Menschen beteiligten. Das Thema ist ihr wichtig – und wenn Greta Thunberg vom Klima spricht, dann zeigen ihre Ausdrücke ganz genau, was sie dazu meint: Die 16-Jährige ist hässig, dass Staatsschefs auf der ganzen Welt zu wenig für den Klimaschutz tun. In einer hoch emotionalen Rede am 23. September 2019 beim Klima-Gipfel in New York hat die Aktivistin den Regierungschefs mangelnde Handlungsbereitschaft vorgeworfen. «Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?», fragte die 16-jährige Schwedin am Montag in ihrer Rede mit Tränen in den Augen. «Wie könnt Ihr nur weiter wegschauen.» Thunberg warf den Politikern vor, sie seien immer noch nicht reif genug zu sagen, wie ernst die Lage sei. «Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum - wie könnt Ihr es wagen?» Im Publikum sassen auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs. Überraschend nahm auch US-Präsident Donald Trump teil. Als Trump kurz zu den anwesenden Journalisten trat, stand die schwedische Klima-Aktivistin im Hintergrund und beobachtete den Auftritt des Präsidenten. Zuerst neugierig, dann mit bösem Blick und versteinerter Mine. Trump bekam nichts mit. Trump gilt als mächtigster Bremser beim Kampf gegen den Klimawandel. Nach seinem Amtsantritt hatte er den Ausstieg aus dem zentralen Pariser Uno-Klimaabkommen verkündet.

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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat der harten Kritik der jungen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg an den politischen Verantwortungsträgern teilweise widersprochen. Merkel äusserte sich am Dienstag (Ortszeit) in New York im Gespräch mit Journalisten kritisch über Thunberg.

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In ihrer Rede beim Uno-Klimagipfel am Montag habe die 16-Jährige ihrer Ansicht nach «nicht ausreichend zum Ausdruck gebracht», welche Chancen moderne Technologie sowie Innovationen für den Klimaschutz eröffneten, hiess es von Merkel.

Die Rolle von Technologie und Innovation vor allem im Energiesektor und beim Energiesparen sei ein Punkt, in dem sie Thunberg widerspreche, sagte die deutsche Kanzlerin. Das am Freitag beschlossene Klimaschutzpaket der deutschen Regierung setze auf diese Möglichkeiten. Merkel hatte sich am Montag am Rande des Gipfels mit Thunberg zu einem Gespräch getroffen. Zu dessen Inhalt wollte die Kanzlerin aber nichts sagen.

«Jeder Mensch fühlt sich angesprochen»

In ihrer Rede beim Klimagipfel hatte Thunberg den versammelten Staats- und Regierungschefs wütend «Verrat» an ihrer Generation vorgeworfen. «Sie lassen uns im Stich», rief sie aus. Thunberg warf der internationalen Politik vor, die drohende Klimakatastrophe nach wie vor zu verharmlosen und an die «Märchen von ewigem Wachstum» zu glauben.

Auf die Frage, ob sie sich von der Kritik Thunbergs direkt angesprochen gefühlt habe, entgegnete Merkel nun: «Jeder aufmerksame Mensch hört zu und fühlt sich damit auch angesprochen.» Zu ihrer eigenen Rede bei dem Gipfel sagte die deutsche Kanzlerin, sie habe darin «mit Überzeugung» dargelegt, wie ihre Regierung ihrer internationalen und nationalen Verantwortung für den Klimaschutz gerecht werden wolle.

Fox News entschuldigt sich

Weniger sachliche Kritik als von Angela Merkel gab es von Seiten des Fox-Sendungsgastes Michael Knowles. Er hatte davon gesprochen, dass die «Klima-Hysterie-Bewegung nichts mit Wissenschaft zu tun habe» und Thunberg als «mental krankes Kind» bezeichnet, das von ihren Eltern ausgenutzt werde. Ein weiterer Sendungsgast, Christopher Hahn, unterbrach Knowles mit den Worten: «Schämen Sie sich!».

Thunberg geht offen mit ihrem Leben mit dem Asperger-Syndrom um und bezeichnete die Krankheit in einem Post auf Instagram im August gar als als «Supermacht». Nichtdestotrotz hat sich Fox in einem Statement bei Greta Thunberg offiziell für die Äusserungen von Michael Knowles entschuldigt.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arcon am 25.09.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder Greta

    Dieses Kind soll zurück in die Schule in das reiche und wunderschöne Schweden. Zuerst etwas leisten im Leben anstatt nur abhängig von Eltern und Staat. Den Luxus den Greta geniesst, können sich Kinder in Drittweltländer nicht leisten.

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  • stefan k am 25.09.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    vielleicht nicht so hektisch vorpreschen

    es hat auch 16 Jahre gedauert, bis Greta zu dem wurde, wie Sie sich heute präsentiert und wie Sie von Ihren Eltern so instrumentalisiert wurde - also ist es doch fast etwas vermessen, bereits nach so kurzer Zeit der Bewegung - die durchaus teilweise ihre Berechtigung hat - bereits solche Töne und Forderungen zu stellen... Wenn Greta in dieser Art und Weise weitermacht, könnte der "Schuss" auch nach hinten losgehen und einen Anti-Greta-Effekt auslösen.

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  • Plumber Joe am 25.09.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Friday for Future? (1)

    Alle, die in den 50er oder 60er Jahren geboren wurden, müssen heute hören, wir ruinieren der Jugend das Leben. In meiner Jugend wurde nachhaltig gelebt. An Pullover wurden längere Bündchen gestrickt. Hosen wurden mit bunten Borten verlängert. Zum Einkaufen u.zur Schule musste ich mehrere Kilometer zu Fuß laufen, transportiert wurden die Einkäufe in einem Netz. Alte Kleidung verwertet wie Knöpfe abgetrennt, der Rest für Flicken u. Putzlappen genutzt. Das war Nachhaltigkeit! Man muss man sich von Rotzlöffeln die sich mit dem SUV zu Schule kutschieren lassen sagen lassen, wir ruinieren Ihr Leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Romero am 25.09.2019 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Weder verhindern noch lügen nützt

    Die Klimakatastrophe kommt die Greta kann sie nicht Ver- hindern und die Politiker hören erst auf zu lügen wenn es zu spät ist.

  • Schwarz Wald am 25.09.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Btennt der Regenwald noch?

    Ich frage mich schon lange was mit der Menschheit los ist. Greta Thunberg wird von der möchtegern Umweltschutzlobby instrumentalisiert und das Familienkonto wird wachsen! Autofahrer und Fleischesser werden schon fast schräg angeschaut. Bis zu den Ferien ins Gretahorn blasen und dann gross mit dem Flieger in die Ferien. Das sind die Klimaheuchler. Nur noch so am Rande, brennt der Regenwald noch oder ist die Greta-Show interessanter?

  • Reto Kieser am 25.09.2019 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nun, der Sachverhalt ist klar...

    ... Gretas Aussagen decken sich mit der Ansicht von 95 % der Wissenschaftler. Wir haben ein massives CO2 Problem. Diese Aussagen wurden bis jetzt ignoriert. Dank Greta müssen jetzt auch die Grossen dieser Welt Rechenschaft ablegen. Greta hat Recht: CO2 Ausstoss auf Null zurückfahren. in 15..20 Jahren

  • angels am 25.09.2019 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Everybody should do something

    Was, 54% achten nicht auf die eigenen CO2 Emissionen?! Das ist erschreckend viel. Hätte ich nicht von dwn Schweizern gedaxht. Kein Wunder wird es in der Welt nur schlimmer! Jeder muss und sollte etwas für das Klima machen. V. a. Amerikaner, Chinesen und Inder!!!

  • Laimigs am 25.09.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Greta muss Politiker aufrütteln bis sie aufwachen

    Meinen Respekt hat sie. Mit gerade mal 16 Jahren hält Greta den alternativen Nobelpreis in der Hand. Sie polarisiert, rüttelt auf, berührt. Sie hinterfragt das Märchen vom ewigen Wachstum und stellt sich für ihre Generation an den Pranger. Die armseligen, verhärmten Hater im Netz kann ich nicht ernst nehmen. Zum Glück sind sie in der Minderheit. Mehr als diesen grossartigen Menschen schmälern und lächerlich machen haben die nicht drauf.

    • B.B. am 25.09.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Laimigs

      Schon komisch! Mit Riesenbremborium wurde das Mädchen nach Amerika gesegelt. Helikopter, Fernsehstationen etc. alles war dabei. Man höre und staune! Greta war heute in einer Talkshow in Schweden! Also übers Wasser gelaufen.... geschwommen... oder wie? Vielleicht doch das getan, was sie allen anderen verbieten will!

    • Mario D. am 25.09.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Laimigs

      Ja, die bösen Hater sind in der Minderheit...sieht man gut an den, nach unten gerichteten Daumen für Ihr Kommentar!!

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