Einigung

26. Juni 2019 05:31; Akt: 26.06.2019 12:46 Print

Mette Frederiksen wird dänische Ministerpräsidentin

Sie wird die zweite Ministerpräsidentin Dänemarks: Die Sozialdemokratin Mette Frederiksen wird einer Minderheitsregierung vorstehen.

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Wird Königin Margrethe II. über den Ausgang der Verhandlungen informieren: Die neue dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. (25. Juni 2019) (Bild: Keystone/Mads Claus Rasmussen)

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Dänemark wird künftig von der Sozialdemokratin Mette Frederiksen regiert. Nach fast dreiwöchigen Verhandlungen einigte sich die 41-Jährige mit den weiteren Parteien des linksgerichteten Lagers auf eine Regierungsvereinbarung, wie die künftige Ministerpräsidentin um kurz vor Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch in Kopenhagen bekannt gab.

Ihre Partei will demnach mit einer rein sozialdemokratischen Minderheitsregierung regieren, die von den weiteren Parteien des sogenannten roten Blocks unterstützt wird. «Wir konnten nicht wissen, ob das gelingen wird, als wir angefangen haben. Das sind vier Parteien mit sehr unterschiedlichen Geschichten und Haltungen. Jetzt sind wir am Ziel», sagte Frederiksen an der Seite der anderen beteiligten Parteichefs über die Verhandlungen.

Zu den Vereinbarungen zähle unter anderem, dass Dänemark seine Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 70 Prozent senken wolle, sagte Frederiksen. Im Kampf gegen die Klimakrise wolle Dänemark vorangehen, zudem solle die soziale Ungleichheit verringert sowie Ausbildung und Integration gestärkt werden. Sie kündigte an, am Mittwoch zu Königin Margrethe II. zu gehen, um diese über die Einigung in Kenntnis zu setzen.

Strikte Politik bei der Migration

Frederiksens Sozialdemokraten waren bei der dänischen Parlamentswahl am 5. Juni stärkste Kraft geworden, der rote Block hatte insgesamt eine Mehrheit erreicht. Seitdem verhandelten die Wahlsieger mit der Sozialistischen Volkspartei (SF), der Einheitsliste und der sozialliberalen Radikale Venstre (RV) über eine mögliche Zusammenarbeit – 20 Tage lang. Was zügig klingt, ist für die Dänen eine relativ lange Verhandlungsphase gewesen: Seit 1988 hatten die Regierungsverhandlungen nicht mehr so lange angedauert, der scheidende Regierungschef Lars Løkke Rasmussen brauchte 2015 beispielsweise nur die Hälfte dieser Zeit.

Frederiksen hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, eine Minderheitsregierung anzustreben, die bei den meisten Themen mit dem roten Block zusammenarbeiten will. Bei der Migration, bei der die Sozialdemokraten eine unüblich strikte Strategie vertreten, könnte sie jedoch auf Stimmen aus dem bürgerlich-liberalen Lager um Løkke setzen.

Dänemark erhält damit zum zweiten Mal nach Helle Thorning-Schmidt eine Frau als Regierungschefin. Frederiksen ist zudem mit 41 Jahren jünger als jeder dänische Ministerpräsident vor ihr. Auch europaweit – sie ist nur einen Monat älter als Frankreichs Emmanuel Macron – zählt sie künftig zu den jüngsten Staats- und Regierungschefs.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dieog am 26.06.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schon lustig wird

    nicht erwähnt, dass diese Sozialisten die Stimmen mit einer harten Ausländerpolitik geholt haben.

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  • Pera am 26.06.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1. oder 2. Ministerpräsidentin

    Ist sie nun 1. Ministerpräsidentin oder gab es nun sonst schon Mal eine Regierungschefin vor ihr? Der Autor dieses Artikels weiss wieder einmal nicht, was er sagen will...

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  • Azgül am 26.06.2019 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entsorgunsstelle

    Man wählt keine Roten. Die Roten und Grünen müssen weg.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lukas am 26.06.2019 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nach Schweden nun Dänemark

    Der Menschen ist nicht mehr zu helfen.

  • Randy M. am 26.06.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Israel First?

    OK. Erstmal googlen wie die Beziehungen und Ansichten zu Israel sind. Dann erst wird ein Urteil gemacht.

  • Wenn das so weiter geht am 26.06.2019 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Dann gute Nacht Europa

    Das Modell Merkel macht Schule! Was das Patriarchat mit lautstarken Parolen und harter Hand bis anhin vertrat, geht auch mit Gesäusel und Hin- und Her Taktieren.

    • Hubsi am 26.06.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wenn das so weiter geht

      Beide sind demokratisch gewählt.

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  • The Boys from Brazil am 26.06.2019 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bald ist das grosse Ziel erreicht

    Die EU der kommende Sozialistische Superstaat. Sozialistisch ohne den Zusatz "National". Die U.d.S.E.R. (Union der Europäischen Sozialistischen Republiken)

    • Lukas am 26.06.2019 22:04 Report Diesen Beitrag melden

      Das ist so

      Die Daumen runter klicker wissen das ganz genau.

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  • Patriot am 26.06.2019 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Autofeindliches Land

    Dänemark war schon lange auch unter den bürgerlichen Parteien ein autofeindliches Land. Wo sonst zahlt ein Käufer neben dem Verkaufspreis noch zusätzlich unglaubliche 180% Autokaufsteuer? Und klimaneutrale Energieerzeugung ist leicht umzusetzen wenn man so lange Küsten hat wie Dänemark. Das hat es Raum für massenhaft Offshore-Windparks.

    • Peer Olsen am 26.06.2019 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patriot

      Dafür zahlen Sie aber danach keine Steuern mehr für ihr Fahrzeug und der Neupreis ist ebenfalls viel niedriger als in anderen Ländern. Auf 5 Jahre gerecht fahren Sie nirgendwo günstiger mit einem Fahrzeug.

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