Tea-Party-Ikone

09. Mai 2012 11:29; Akt: 09.05.2012 12:25 Print

Michele Bachmann ist jetzt Schweizerin

Die ultrakonservative US-Politikerin Michele Bachmann hat sich erfolglos als Präsidentschafts-Kandidatin der Republikaner beworben. Seit kurzem besitzt sie den Schweizer Pass.

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Michele Bachmann beim Treffen mit der Schweizer Parlamentarierdelegation am Dienstag in Washington. (Bild: Twitpic)

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Ihre Kandidatur für die US-Präsidentschaft scheiterte schon in der Startphase: Bei der ersten Vorwahl der Republikaner in Iowa landete die Kongressabgeordnete Michele Bachmann auf dem letzten Platz, kurz darauf warf sie das Handtuch. Am Dienstag traf die erzkonservative und streng religiöse Politikerin, die zu den Aushängeschildern der Tea-Party-Bewegung gehört, in Washington mit einer Schweizer Parlamentarierdelegation zusammen – und offenbarte dabei gegenüber SF Online, dass sie seit kurzem selber Schweizerin ist.

Grund ist ihr Ehemann Marcus Bachmann, mit dem die Abgeordnete aus Minnesota seit über 30 Jahren verheiratet ist und fünf eigene sowie mehr als 20 Pflegekinder grossgezogen hat. Seine Eltern waren aus dem thurgauischen Märstetten in die USA ausgewandert, er ist amerikanisch-schweizerischer Doppelbürger. Sein Bürgerrecht hat Bachmann allerdings erst im März durch Registrierung seiner Ehe in der Schweiz beansprucht. Damit erhielt auch Michele automatisch den roten Pass, beide sind jetzt Bürger von Wigoltingen im Thurgau.

Michele Bachmann hat die Heimat ihres Mannes schon mehrfach besucht: «Ich liebe die Region um den Brienzer- und Thunersee», sagte sie gegenüber SF Online. Und sie bringe jedes Mal Schokolade mit. Auch in Märstetten und im nahe gelegenen Wil SG gefalle es ihr gut, sagte sie. Die dortige Verwandtschaft von Marcus Bachmann ist allerdings über den politisch-religiösen Fundamentalismus von Michele wenig begeistert. «Wir sind für Obama», sagte Marcus' Tante gegenüber der «NZZ am Sonntag».

(pbl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TimoS am 09.05.2012 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ostschweiz Olé

    Wenigstens kennt sie Wil SG !!! Die meisten Zürcher haben die Grenze nach Winterthur noch nie im Leben überquert. Und wenn, dann höchstens für Randale an einem Fussballmatch.

  • CHer am 09.05.2012 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    fragwürdige Schweizer

    Es gibt immer mehr "Schweizer". Alle Varianten der Einbürgerung (und insbesondere der Doppelbürgerschaft) sind zu überprüfen, und der laschen Einbürgerungspraxis ist endlich ein Riegel zu schieben. Doppelbürger dürfte es nicht geben.

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  • Auslandschweizer am 09.05.2012 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Kommentare

    Sehe nicht ein wo das Problem sein soll, dass Michele Bachmann den Schweizer Pass beantragt hat. Sie hat in den USA einen Schweizer geheiratet und das ist ihr gutes Recht. Sie wird diesbezüglich sicher nicht anders behandelt als jemand der in der Schweiz lebt. Nun, ich werde meinen Schweizer Pass wohl freiwillig abgeben sobald ich US Bürger bin. Dies aber nur weil ich mich voll und ganz für ein Land entscheiden will. Ansonsten sehe ich kein Problem an einer Doppelbürgerschaft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Hubertus am 10.05.2012 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Promi Bonus im EDA!?

    Die Frau kann doch kein Word Deutsch, noch eine andere Landessprachewarum bekommt die den Schweizerpass und alle anderen Personen welche einen erleichterte Einbürgerung wollen müssen Referenzen und Sprachkenntnisse aufweisen!?

  • Pate am 09.05.2012 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nationalität nicht = Ethnie

    Ich bin einverstanden, wenn die Eltern ausländischer Abstammung sind und ihr Kind in der Schweiz geboren wurde, dass es die CH Staatsbürgerschaft (Nationalität) beantragen kann. Aber dann müssen die Kinder wirklich nach Schweizer Gesetzen und Kultur erzogen werden. Ganz anders sehe ich das für Familiennachzug und Neuankömmlinge. Wer bereits einen Pass aus seiner Heimat besitzt (Ethnie), bekommt keinen CH Pass. Die sollen sich erstmal hier einleben und die Kultur kennenlernen. Wir könnten ja so auch Obama einbürgern, seine Vorvorvorfahren waren ja schliesslich Schweizer. So geht's nicht.

  • Ursula Gsell am 09.05.2012 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf CH Pässe zu verschenken

    Kennt jemand einen ungarischen oder ital. Doppelbürger der bei einem Fusballmatch für die Schweiz ist? Ich nicht. Was soll also die Abgabe des schweiz. Passes wenn die Leute sich nicht mit dem Land identifizieren?

  • David Marsch am 09.05.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bin gegen Doppelbürgerschaften

    Doppelbürgerschaften ist sowieso ein Unding. Gäbe es nur ein entweder oder, müssten die Leute sich wirklich für ein Land entscheiden. Die Schweiz hat je länger je mehr "Heimwehschweizer", deren Herz für Ungarn, Spanien, Portugal oder die USA schlagen. Leider fühlen die Doppelbürger sich stets ihrem Herkunftsland nahe und nicht der CH. Denken sie nur an die Spanier & Italiener welche 20 Jahre ! hier leben und sich noch immer als reine Spanier fühlen.

    • Marie am 09.05.2012 22:00 Report Diesen Beitrag melden

      Ich bin dafür

      Ich bin auch eine halbe Schweizerin. Und eine halbe Britin. ein Leben habe ich von klein auf in der Schweiz, in UK und in Österreich verbracht, je 4 Monate im Jahr ein einem dieser Länder. Da meine Familie vor 2 Generationen aus Österreich in die CH gekommen ist, habe ich auch dort noch viele Verwandte. Ich fühle mich allen drei Ländern verpflichtet + spreche deutsch + die Dalekte + englisch akzentfrei + fliessend. In die Armee bin ich jedoch in UK, weil's da am schwierigsten war und ich mir nich nachsagen lasse, ich würde mich drücken. - Aber kann Bachmann eine unserer Landessprachen?

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  • Doppelbesteuerer am 09.05.2012 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt besteuern

    Super! Da die USA ja von Doppelbürgern mit CH-Pass Steuern verlangt kann die Schweit jetzt sicher auch bei Bachmanns eine Rechnung schicken.