Ägypten nach Mubarak

14. Februar 2011 15:46; Akt: 14.02.2011 17:37 Print

Militärrat fordert Rückkehr zum Alltag

Die ägyptische Militärführung hat die Bürger aufgefordert, alle Streiks und Protestkundgebungen sofort zu beenden. Die Aktionen würden die Sicherheit des Landes gefährden.

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19. März: Die Bürgerinnen und Bürger Ägyptens stimmen über Verfassungsänderungen ab, die Parlaments- und Präsidentenwahlen ermöglichen sollen. Die Abstimmung stösst nicht bei allen auf Zustimmung: Ein Jugendlicher protestiert dagegen auf dem Tahrir-Platz, 18. März 2011. 15. Februar: Ein Kommitee wird mit der Erarbeitung der neuen Verfassung beauftragt. Sie soll den Weg für Wahlen frei machen. 14. Februar 2011: Ein Vertreter des Obersten Militärrats ruft die Ägypter dazu auf, die Arbeit wieder aufzunehmen und zum Alltag zurückzukehren. 12. Februar 2011: Am Tag nach dem Rücktritt von Hosni Mubarak feiern die Demonstranten ihren Sieg. Auf den Strassen Kairos zelebrieren die Menschen die neue Ära. Demonstranten räumen den Tahrir-Platz in Kairo, wo sie während 18 Tagen für mehr Demokratie gekämpft hatten. An einem Stein legen die Demonstranten Blumen nieder – in Erinnerung an den Sieg der Strasse. Grenzenloser Jubel am 11. Februar 2011 auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Die Demonstranten feiern Mubaraks Rücktritt nach zweieinhalb Wochen langen Protesten in Ägypten. Menschen brechen in Tränen aus. Wildfremde Menschen umarmen sich auf der Strasse in Kairo. Hupkonzerte auf den Strassen Kairos. Der Aufstand hat Wirkung gezeigt: Der verhasste Tyrann ist weg. Ein Kind küsst einen Soldaten: Offiziell hat jetzt ... ... die Armee die Macht über das Land. Tahrir-Platz am 11. Februar: Ein historischer Tag für Ägypten. Die Ägypter und Ägypterinnen im Freudentaumel. Auf dem zentralen Tahrir-Platz, seit Beginn der Proteste am 25. Januar das Herz des Volksaufstands, tanzten und hüpften hunderttausende Regimegegner unter ägyptischen Fahnen, wie Augenzeugen berichteten. Ausserhalb des Präsidentenpalasts in Kairo. Die Ägypter lassen ihrer freude freien Lauf.

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Der Militärrat erklärte am Montag, die Protestaktionen schadeten der Wirtschaft, behinderten die Menschen in ihrem Alltag und gefährdeten die Sicherheit des Landes.

In dieser kritischen Phase müssten Volk und Armee zusammenstehen, damit die «verantwortungslosen Elemente» der Gesellschaft die Situation nicht ausnutzen könnten, heisst es in der im staatlichen Fernsehen verlesenen Erklärung.

Demonstrationen für mehr Lohn

Der Militärrat, der die Geschicke des Landes seit der Entmachtung von Präsident Hosni Mubarak am vergangenen Freitag lenkt, versprach gleichzeitig, sich für die Verwirklichung aller legitimen Forderungen der Bürger einzusetzen.

In Kairo und anderen Städten des Landes hatten am Montag Vertreter verschiedener Berufsgruppen für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. In einzelnen Staatsbetrieben wurde gestreikt.

(sda)