Ägypten im Umbruch

28. März 2011 14:23; Akt: 28.03.2011 14:32 Print

Militärrat kündigt Wahlen an

In Ägypten soll im September ein neues Parlament gewählt werden. Ein Datum für die Präsidentschaftswahl werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, teilte Mamduh Schahin, ranghoher Vertreter des Obersten Militärrats, mit.

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19. März: Die Bürgerinnen und Bürger Ägyptens stimmen über Verfassungsänderungen ab, die Parlaments- und Präsidentenwahlen ermöglichen sollen. Die Abstimmung stösst nicht bei allen auf Zustimmung: Ein Jugendlicher protestiert dagegen auf dem Tahrir-Platz, 18. März 2011. 15. Februar: Ein Kommitee wird mit der Erarbeitung der neuen Verfassung beauftragt. Sie soll den Weg für Wahlen frei machen. 14. Februar 2011: Ein Vertreter des Obersten Militärrats ruft die Ägypter dazu auf, die Arbeit wieder aufzunehmen und zum Alltag zurückzukehren. 12. Februar 2011: Am Tag nach dem Rücktritt von Hosni Mubarak feiern die Demonstranten ihren Sieg. Auf den Strassen Kairos zelebrieren die Menschen die neue Ära. Demonstranten räumen den Tahrir-Platz in Kairo, wo sie während 18 Tagen für mehr Demokratie gekämpft hatten. An einem Stein legen die Demonstranten Blumen nieder – in Erinnerung an den Sieg der Strasse. Grenzenloser Jubel am 11. Februar 2011 auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Die Demonstranten feiern Mubaraks Rücktritt nach zweieinhalb Wochen langen Protesten in Ägypten. Menschen brechen in Tränen aus. Wildfremde Menschen umarmen sich auf der Strasse in Kairo. Hupkonzerte auf den Strassen Kairos. Der Aufstand hat Wirkung gezeigt: Der verhasste Tyrann ist weg. Ein Kind küsst einen Soldaten: Offiziell hat jetzt ... ... die Armee die Macht über das Land. Tahrir-Platz am 11. Februar: Ein historischer Tag für Ägypten. Die Ägypter und Ägypterinnen im Freudentaumel. Auf dem zentralen Tahrir-Platz, seit Beginn der Proteste am 25. Januar das Herz des Volksaufstands, tanzten und hüpften hunderttausende Regimegegner unter ägyptischen Fahnen, wie Augenzeugen berichteten. Ausserhalb des Präsidentenpalasts in Kairo. Die Ägypter lassen ihrer freude freien Lauf.

Jubel nach Mubaraks Abgang.

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Der Militärrat regiert Ägypten seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak am 11. Februar. Bei einer Volksabstimmung über Änderungen an der Verfassung am 19. März hatten 77 Prozent der Wähler mit Ja gestimmt.

Dabei ging es unter anderem darum, demokratische Wahlen eines Staatsoberhaupts und eines Parlaments zu ermöglichen und die Voraussetzungen zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu schaffen. Zudem soll das Mandat des Präsidenten auf zwei Amtszeiten von jeweils maximal vier Jahren beschränkt werden.

Die letzte Parlamentswahl unter Mubarak im November und Dezember 2010 war von massiven Unregelmässigkeiten begleitet worden. Die wichtigsten Oppositionsgruppen hatten die Wahl boykottiert. Nach Mubaraks Sturz durch eine umfassende Protestbewegung hatte der Militärrat das Parlament aufgelöst und die Verfassung ausser Kraft gesetzt.

(sda)