14. April 2005 15:47; Akt: 14.04.2005 15:47 Print

Mindestens 26 Tote bei Anschlägen im Irak

Bei mehreren Anschlägen im Irak sind am Donnerstag mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen.

Fehler gesehen?

Bei der Explosion von zwei Autobomben vor einem Büro des Innenministeriums in Bagdad wurden 18 Menschen in den Tod gerissen und 36 verletzt. Bei weiteren Anschlägen wurden landesweit mindestens sieben Polizisten und Geheimdienstmitarbeiter sowie eine weitere Person getötet.

Zu den Anschlägen in Bagdad bekannte sich die Terrorgruppe Al Kaida im Irak, die von dem jordanischen Extremisten Abu Mussab al Sarkawi geführt wird. Die Angriffe hätten sich gezielt gegen den Innenminister gerichtet, hiess es in einer im Internet verbreiteten Erklärung. Die Wucht der Detonationen riss Passanten zu Boden und liess Fensterscheiben zu Bruch gehen. Unter den Toten waren nach Angaben eines Beamten auch fünf Müllmänner, die gerade in der Gegend ihren Dienst verrichteten. Eine dritte Autobombe ging nicht hoch und wurde von der Polizei kontrolliert zur Explosion gebracht.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk beschossen am frühen Donnerstagmorgen sieben Bewaffnete aus zwei Fahrzeugen heraus eine Polizeistation. Fünf Polizisten und eine Zivilperson wurden getötet, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zu der Tat bekannte sich die Rebellengruppe Ansar al Sunna auf einer islamistischen Web-Site.

Eine Polizeipatrouille war in Bakuba Ziel eines Überfalls. Dabei wurde ein Beamter erschossen, drei weitere erlitten Verletzungen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. In Bagdad töteten Angreifer einen Geheimdienstagenten auf dem Weg zur Arbeit. In Tikrit, der Heimatstadt des gestürzten früheren Staatschefs Saddam Hussein, detonierte eine Autobombe in der Nähe einer Einrichtung der US-Streitkräfte und setzte mehrere Häuser in Brand. Neun Einwohner wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Keine Verhandlungen mit Kidnappern

Die US-Regierung schloss Verhandlungen mit den Entführern des Amerikaners Jeffrey Ake kategorisch aus. Der 47-jährige Unternehmer wurde am Montag in Bagdad verschleppt. Am Mittwoch sendete Al Dschasira ein Video, in dem allem Anschein nach er um einen Abzug der US-Truppen bittet, um sein Leben zu retten. Regierungssprecher Scott McClellan erklärte in Washington, die ablehnende Haltung der USA zu Verhandlungen mit Terroristen sei hinreichend bekannt.

Zeitungen in Rom berichteten unterdessen über Unstimmigkeiten zwischen Amerikanern und Italienern bei den Ermittlungen zur Erschiessung des Geheimdienstbeamten Nicola Calipari am 4. März. Deshalb verzögere sich auch die Vorlage eines Berichts zu dem Zwischenfall nach der Befreiung der im Irak entführten Journalistin Giuliana Sgrena, hiess es im «Corriere della Sera» sowie in «La Stampa». Demnach stimmen beide Seiten darin überein, dass Calipari versehentlich von US-Soldaten erschossen wurde. Über die Bewertung der Umstände herrschten jedoch Meinungsverschiedenheiten.

(ap)