Erdbeben in Nepal

02. Mai 2015 05:06; Akt: 03.05.2015 01:01 Print

Mindestens 6600 Menschen sind tot

Die Opferzahl nach dem verheerenden Erdbeben steigt weiter. Von offizieller Seite wird nicht mehr erwartet, noch Überlebende zu bergen.

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Nach dem schweren Erdbeben in Nepal setzen sich die Schweizer für die Opferhilfe ein. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga half beim Spendensammeln und nahm für die Glückskette persönlich Anrufe entgegen. Funchu Tamang (101) überlebte sieben Tage unter den Trümmern seines Hauses. Er sei am Knie und der Hand verletzt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Die Hoffnung auf Überlebende schwindet. Dennoch retten die Helfer acht Tage nach dem Unglück drei Menschen aus den Trümmern. Bilder der Rettung eines vier Monate alten Babys veröffentlicht: Nach 22 Stunden war das Kind am Sonntag, 26. April, aus den Trümmern eines Gebäudes gerettet worden. Pema Lama wurde von der Polizei nach fünf Tagen aus einem zerstörten Hotel gerettet. Die nepalesischen Behörden kündigen die rasche Wiederaufnahme von Expeditionen am Mount Everest an: «Es gibt für niemanden Grund, Expeditionen abzusagen». Rishi Khanal ist nach 82 Stunden aus den Trümmern befreit worden. Um zu überleben, trank er seinen eigenen Urin. Nun wird er mit Beinverletzungen in einem Krankenhaus der nepalesischen Hauptstadt behandelt. Hunderttausende Menschen haben Nepals Hauptstadt Kathmandu bereits verlassen. Der indische Guru Baba Ramdev hat am Montag 500 Kinder, die ihre Eltern verloren haben, adoptiert. Die Schweizer Rettungshunde-Equipe Redog sucht in Nepal nach Überlebenden. Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in Nepal ist am 27. April auf über 3700 gestiegen. Das hält Menschen nicht davon ab, im Katastrophengebiet Selfies von sich zu machen. Viele der Selbstfotografen waren jedoch keine Touristen, sondern Anwohner aus dem Gebiet, die die Verwüstung ihrer Gemeinde festhalten wollten. Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben im Himalaya ist auf mehr als 3200 gestiegen. Nepals Regierung spricht inzwischen von mehr als 6000 Verletzten. Das ganze Ausmass der Zerstörung ist noch nicht abzusehen, weil viele abgelegene Dörfer zunächst nicht erreicht wurden. Auch Kathmandu ist nicht mehr über den Landweg erreichbar, nachdem ein Nachbeben der Stärke 6,7 die Ost-West-Landstrasse bei Mugling und Narayanghat blockiert hat. Vor dem zerstörten Dharhara-Turm in Katmandu werden bereits wieder Selfies gemacht. Internationale Flugzeuge machen sich bereit für den Start am wiedereröffneten Flughafen in Kathmandu. Einen Tag nach der Katastrophe lässt sich das Ausmass immer noch nicht ganz abschätzen. Die Zahl der Toten ist auf über 2000 angestiegen. Zeltlager in der Nähe des internationalen Flughafens Tribhuwan. Die Menschen getrauten sich in der Nacht nach dem Erdbeben nicht mehr in ihre Häuser. Besonders betroffen von der Naturkatastrophe war Kathmandu. In der Stadt leben rund 700'000 Menschen. Bewohner flüchten mit ihrem Hab und Gut ins Freie. Die Überlebenden halten Kremationszeremonien für ihre beim Erdbeben getöteten Angehörigen ab. Mediziner versorgen ein gerettetes Kind. Nepalesische Rettungskräfte suchen nach Verschütteten. Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, den Überlebenden der Erdbebenkatastrophe von Nepal Hilfe zukommen zu lassen. Eine japanische Touristin wird in einem Rollstuhl ins Spital gebracht. Sie wurde vom Basislager des Mount Everest evakuiert. Touristen wollen heim: Lange Warteschlangen am Flughafen. Nachdem der schwer beschädigte Flughafen von Kathmandu wieder geöffnet wurde, kamen die ersten Flugzeuge mit Hilfslieferungen an. Auch ein sechsköpfiges Team der humanitären Hilfe des Bundes eilt zur Hilfe. Hier steigt das Team in den Rega-Jet am Flughafen Kloten. Hunde helfen bei der Suche nach Opfern, die unter den Trümmern begraben sind. Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert Nepal. Am Samstagabend wird die Zahl der Toten auf fast 1500 geschätzt. Wie Augenzeugen berichteten, stürzten Bewohner der Hauptstadt nach Beginn des Bebens ins Freie, während mehrere Häuser einbrachen. Unzählige Personen wurden beim Erdbeben verletzt. Um Verschüttete zu bergen, packte die Bevölkerung tatkräftig mit an und unterstütze die Rettungskräfte. Die Rettungsarbeiten in der Hauptstadt wurden durch den Zusammenbruch der Kommunikationsleitungen behindert. Dieser Mann hatte Glück: Er wurde unter den Trümmern begraben, konnte jedoch gerettet werden. Viele alte Gebäude hielten dem Beben nicht stand. Auch der Dharhara-Turm aus dem 19. Jahrhundert im Zentrum der Altstadt fiel der Naturkatastrophe zum Opfer. Das Beben erschütterte den Himalaja-Staat und Teile Indiens zur Mittagszeit. Die Erdstösse dauerten je nach Ort zwischen einer halben Minute und zwei Minuten. Das Beben löste am Mount Everest Lawinen aus. Eine davon begrub Teile des Basislagers unter sich, wo zum Start der Klettersaison etwa 1000 Bergsteiger versammelt sind. Ein Vertreter der Tourismusbehörde sprach von mindestens zehn Toten, unter ihnen ausländische Bergsteiger.

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Die Zahl der Opfer nach dem schweren Erdbeben in Nepal ist nach Angaben der Behörden auf über 6600 Tote gestiegen. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, appellierte an die EU-Staaten, ihre Unterstützung für die Menschen in dem Himalaya-Land noch zu verstärken. Die EU-Kommission plane bereits ihre Hilfe aufzustocken.

Die Such- und Rettungsphase sei vorbei. Neben Nahrungsmitteln und sauberem Wasser würden nun dringend Zelte, Decken, Hygieneartikel und Generatoren, aber auch mobile Krankenstationen, Schwestern und Ärzte benötigt. Stylianides warnte zugleich vor dem Ausbruch von Krankheiten wie Cholera und schweren Durchfallerkrankungen.

Stylianides geht davon aus, dass die Totenzahl noch steigen wird, weil ein genauer Überblick über die Opfer in den abgelegenen Dörfern, die teils völlig zerstört seien, noch nicht vorliege.

Nach Angaben der UNO wurden rund 600'000 Häuser zerstört. Der Regierung zufolge benötigt Nepal zum Wiederaufbau mindestens zwei Milliarden Dollar.

Hollywood überdenkt Katastrophenfilme

US-Präsident Barack Obama sprach mit dem nepalesischen Ministerpräsidenten Sushil Koirala, um sein Beileid auszudrücken. Der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Earnest, berichtete, bei dem Gespräch seien zivile und militärische Hilfsbemühungen der USA zur Sprache gekommen, die sich bereits auf dem Weg nach Nepal befinden. Die Vereinigten Staaten wollen vor allem bei der Rettung und Logistik helfen.

Angesichts des verheerenden Erdbebens überdenken die Filmemacher von Warner Bros. und Universal Pictures die Präsentation ihrer neuen Katastrophenfilme. Das Warner-Studio gab am Mittwoch bekannt, es werde die weltweite Marketingkampagne für den kommenden Streifen «San Andreas» nochmals prüfen. Man wolle sicherstellen, dass nicht die Gefühle derjenigen verletzt würden, die von dem Unglück betroffen seien, sagte Sprecher Paul McGuire.

Der Film handelt von den Folgen eines zerstörerischen Erdbebens in Kalifornien. Er soll am 29. Mai in die Kinos kommen, Hauptdarsteller sind Dwayne «The Rock» Johnson und Carla Gugino. Werbeaufnahmen zeigten die Zerstörung von Sehenswürdigkeiten wie des berühmten Hollywood Signs nahe Los Angeles oder der Golden Gate Bridge in San Francisco. In dem zweiminütigen Filmtrailer blickt man in etliche verzweifelte Gesichter von Katastrophenopfern.

In der kommenden Filmwerbung will Warner Informationen dazu bereitstellen, wie den Rettungsteams und Hilfsorganisationen in Nepal geholfen werden kann. Wie man sich vor einer Naturkatastrophe schützen kann, soll ebenfalls eine Rolle spielen.

Universal will im September den Film «Everest» herausbringen und zuvor ebenfalls seine Werbemassnahmen überarbeiten. «Everest» basiert auf der Novelle «In eisige Höhen» des Bergsteigers Jon Krakauer. Dabei wird eine Gruppe Kletterer bei einem durch einen schweren Sturm ausgelösten Unglück begleitet.

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(sda)