Aufstand in Syrien

27. Dezember 2011 16:33; Akt: 27.12.2011 16:48 Print

Mit Tränengas gegen Demonstranten

Während Beobachter der Arabischen Liga Homs besuchten, haben 70 000 Menschen gegen das Regime von Baschar al-Assad protestiert. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben

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Panzer in der Stadt Homs. (Bild: AFP)

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Mit Tränengas sind die syrischen Behörden nach Angaben von Menschenrechtlern am Dienstag gegen zehntausende friedliche Demonstranten in der Protesthochburg Homs vorgegangen.

Mehr als 70 000 Demonstranten hätten versucht, auf den zentralen El-Saa-Platz in Homs zu gelangen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben.

Die Demonstranten waren auf die Strasse gegangen, während erstmals eine Beobachtermission der Arabischen Liga die Stadt besuchte. Bei Angriffen der syrischen Sicherheitskräfte auf die Stadt Homs und Orte in der Umgebung waren am Montag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 30 Menschen getötet worden.

Am Montagabend trafen rund 50 Beobachter der Arabischen Liga in Damaskus ein, ihre Zahl soll ansteigen. Sie sind Teil eines Plans des Staatenbundes, um die politische Krise in Syrien zu beenden. Damaskus hatte dem Plan der Arabischen Liga für eine Beilegung des Konflikts Anfang November nach langem Zögern zugestimmt.

Viele Tote

Noch am frühen Morgen hatte die drittgrösste Stadt des Landes nach Angaben von Oppositionsaktivisten unter heftigem Beschuss gestanden. Kurz vor Ankunft der Mission seien dann etwa elf Panzer aus dem Stadtteil Baba Amro abgezogen worden, teilte die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Gegend stand den Angaben nach seit Montag unter Dauerbeschuss. Etwa 60 Menschen seien dabei ums Leben gekommen, hiess es. Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Beobachter treffen ein

Nach einer Vereinbarung zwischen der Arabischen Liga und dem Regime in Damaskus von Anfang November sollen 150 Diplomaten und andere arabische Experten den Abzug der syrischen Armee aus den Städten und die Freilassung politischer Gefangener überwachen. Ausserdem ist ein Dialog zwischen Regierung und Opposition vorgesehen.

Menschenrechtsgruppen und Journalisten sollten ferner wieder nach Syrien einreisen dürfen. Ziel der Initiative ist es, das Blutvergiessen zu beenden. 50 Mitglieder der Mission waren am Montag in Damaskus eingetroffen. Bis Monatsende sollen alle Beobachter in Syrien sein.

UNO: 5000 Todesopfer

In dem Land richtet sich seit Mitte März eine Protestbewegung gegen Staatschef Baschar al-Assad. Bei der Unterdrückung der Revolte wurden nach UNO-Schätzungen bereits mehr als 5000 Menschen getötet. Die syrische Führung macht «bewaffnete Banden» für die Gewalt verantwortlich und spricht von 2000 getöteten Sicherheitskräften.

Eine neue Eskalationsstufe erreichte der Konflikt am Freitag: Bei zwei Selbstmordanschlägen auf Gebäude der Sicherheitskräfte in Damaskus starben nach offiziellen Angaben 44 Menschen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zahrte Joschua am 27.12.2011 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Tränengas gegen Demonstranten

    Mit Tränengas gegen Demonstrantem, sowas sieht man in den westlichen Ländern ja nie^^

  • Skeptiker am 27.12.2011 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Witz

    Was für eine Farce. Es ist nicht zu erwarten, dass die arabischen Beobachter die tatsächlichen Machensdchaften von Seiten der Regierung zu sehen bekommen werden, ebensowenig wie der US-Botschafter damals im Juli in Hama. Solche Aktionen lassen die Menschen in Syrien nur noch mehr verzweifeln und sie zu radikaleren Massnahmen verleiten, denn offenbar kommen sie mit friedlichen Demonstrationen nicht weiter. Hilfe von aussen ist keine in Sicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zahrte Joschua am 27.12.2011 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Tränengas gegen Demonstranten

    Mit Tränengas gegen Demonstrantem, sowas sieht man in den westlichen Ländern ja nie^^

  • Skeptiker am 27.12.2011 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Witz

    Was für eine Farce. Es ist nicht zu erwarten, dass die arabischen Beobachter die tatsächlichen Machensdchaften von Seiten der Regierung zu sehen bekommen werden, ebensowenig wie der US-Botschafter damals im Juli in Hama. Solche Aktionen lassen die Menschen in Syrien nur noch mehr verzweifeln und sie zu radikaleren Massnahmen verleiten, denn offenbar kommen sie mit friedlichen Demonstrationen nicht weiter. Hilfe von aussen ist keine in Sicht.

    • t.ruther am 27.12.2011 10:19 Report Diesen Beitrag melden

      aufstände getürkt

      glaub nicht alles was du in den medien siehst...

    • Ineb am 27.12.2011 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      getürkt??

      achso die amis. Bin ja gespannt wie die es schaffen 30000 getürkte Demonstranten zu organisieren.. Vorallem wenn man auf die schiesst.. aber was weiss ich schon..

    • zero am 27.12.2011 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      klar ja

      du bist getürkt!

    • tobi am 29.12.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      informiert euch!

      google mal nach infos über syrien. Es gibt auch Pro-Assad Demos und Demonstranten die bewaffnet gegen die Regierung kämpfen und die Bevölkerung einschüchter. Erstmal informieren bevor solche behaupten liefert.

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