Grenzschutzbehörde

01. März 2020 13:55; Akt: 02.03.2020 10:15 Print

EU schickt Verstärkung an griechische Grenze

Nach der von der Türkei angekündigten Öffnung ihrer Grenzen Richtung EU haben sich Tausende auf den Weg gemacht. Sie stossen auf Widerstand.

Nach der von der Türkei angekündigten Öffnung ihrer Grenzen Richtung EU haben sich Tausende auf den Weg gemacht. Sie stossen auf heftigen Widerstand.
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Die Türkei hat nach eigenen Angaben mehr als 75'000 Flüchtlinge und Migranten die Grenze Richtung EU passieren lassen. Bis zum Sonntagmorgen gegen 10.00 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MEZ) hätten 76'358 Migranten über die Provinz Edirne die Grenze passiert, teilte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Sonntag via Twitter mit.

In der Provinz Edirne gibt es Grenzübergänge nach Griechenland und nach Bulgarien. Allerdings berichteten zunächst weder Sofia noch Athen über das Eintreffen grösserer Zahlen von Flüchtlingen und Migranten.

Tränengas eingesetzt

Nach Angaben des Migrationsministeriums in Athen von Sonntag hinderte die griechische Polizei bislang 9600 Menschen daran, die Grenze zu überqueren. Die Migranten stiessen an der Grenze auf Widerstand durch die griechischen Beamten. Wie unter anderem der «Spiegel» berichtet, soll dabei gegen die Flüchtlinge Tränengas eingesetzt worden sein.

Die Europäische Union reagierte am Sonntag auf den Ansturm auf die EU-Grenze. Sie schickte der Grenzschutzbehörde Frontex Verstärkung nach Griechenland. Zudem wurde die Alarmstufe bei Frontex für alle EU-Grenzen zur Türkei auf «hoch» angehoben worden.

Lage an türkisch-syrischer Grenze spitzt sich zu

Auf der türkischen Seite harren nach Angaben der Uno-Organisation für Migration (IOM) mehr als 13'000 Menschen aus. Sie hoffen, in die EU zu gelangen, nachdem die Türkei deutlich gemacht hat, dass sie Flüchtlinge und Migranten nicht mehr aufhält. Die Türkei hat nach aktuellen Uno-Angaben rund 3,6 Millionen Flüchtlinge allein aus Syrien aufgenommen, hinzu kommen Flüchtlinge und Migranten aus Afghanistan und dem Irak.

In einem Flüchtlingspakt mit der EU von 2016 hat die Türkei eigentlich zugesagt, gegen irreguläre Migration vorzugehen. Das Abkommen sieht zudem vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann.

Im Gegenzug nimmt die EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Ankara erhält zudem finanzielle Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im Land. Noch am Freitag hatte die EU deutlich gemacht, dass sie von der Türkei erwarte, dass sie die Vereinbarung einhalte.

(roy/sda)