F-22 Raptor

23. September 2014 15:50; Akt: 23.09.2014 16:58 Print

Mit dem Superjet auf Terroristen-Jagd

Der F-22 Raptor ist der modernste Kampfjet des US-Militärs. Er verfügt über Tarnkappen-Eigenschaften und soll nun die Terroristen des «Islamischen Staates» in Syrien bekämpfen.

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Die USA haben mit der Bombardierung von Stellungen der Terroristen des «Islamischen Staates» (IS) in der syrischen Stadt Al-Rakka begonnen. Neben Drohnen und Raketen starteten auch Kampfflugzeuge des Typs F-22 Raptor. Der Raptor gehört zu den modernsten Kampfflugzeugen des US-Militärs. Entwickelt von Lockheed Martin und Boeing soll er insgesamt fast 350 Millionen US-Dollar pro Stück (inklusive Entwicklung und Nachbesserungen) kosten. Der Jet ist somit das teuerste Flugzeuge der Welt. Insgesamt wurden 187 F-22 hergestellt mit einen Investitionsvolumen von 66,7 Milliarden Dollar.

Ursprünglich wollte die Air Force über 800 F-22 anschaffen. Wesentliche Einschnitte ins Militärbudget führten jedoch dazu, dass die Zahl der geplanten Flugzeuge immer weiter sank. Im Jahr 2009 stellten die USA die Produktion unter Verteidigungsminister Robert Gates ein. Dieser Entscheid wurde im US-Kongress äusserst kontrovers diskutiert.

Präzisionsgelenkte Bomben

Der Raptor (englisch für Raubvogel) ist äusserst wendig und verfügt über modernste Tarneigenschaften. Der Jet erreicht Überschallgeschwindigkeit, auch ohne die Nachbrenner zu zünden. Das heisst, er hat einen wesentlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber anderen Jets. Bewaffnet ist der F-22 mit präzisionsgelenkten Bomben für den Bodenkampf sowie Luft-Luft-Raketen (Typ AIM-9 Sidewinder sowie AIM-120 AMRAAM).

Trotz der technischen Überlegenheit des F-22 mussten die Piloten immer wieder mit gefährlichen Herausforderungen kämpfen. So berichteten die Jet-Piloten über Probleme bei der Sauerstoffversorgung. Im November 2010 stürzte deshalb Captain Jeff Haney in Alaska ab, weil die Sauerstoffversorgung plötzlich aussetzte. Haney starb bei dem Unfall.

Für verhaltene Reaktionen sorgte der Superjet auch beim so genannten Dogfight, also beim Nahkampf zwischen zwei oder mehr Flugzeugen. So berichtete der deutsche Luftwaffen-Offizier Marc Grune im Juni 2014 an einer gemeinsamen Übung von Australien, Deutschland, Japan, Polen und den USA in Alaska, dass der Nato-Eurofighter mit dem F-22 gut mithalten konnte, trotz technischer Unterlegenheit. Bei allen anderen Angriffsübungen schwärmten die Piloten jedoch vom F-22.

Kontroverse: Reichen Luftschläge aus?

Ob der Einsatz von Luftschlägen überhaupt reicht, um den IS aus dem Irak und Syrien zu drängen, ist schon länger umstritten. «Man muss Bodentruppen haben, die ihn verfolgen und ausrotten können», sagte Raymond Odierno, der Kommandant der US Army. Dass irakische Truppen dazu in der Lage seien, bezweifelt er.

Die USA haben in Syrien neben der IS-Terrormiliz auch die der Al Kaida angeschlossenen Dschihadistengruppe Chorasan ins Visier genommen. Westlich von Aleppo seien acht Ziele der erst im vergangenen Jahr gegründeten Miliz bombardiert worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Damit hätten geplante Anschläge der Gruppe gegen die USA und andere westliche Interessen unterbunden werden sollen, schrieb das Pentagon. Der Gruppe sollen Al-Kaida-Mitglieder aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Südasien angehören.

«Was die Bedrohung unseres Vaterlands angeht, könnte Chorasan ebenso gefährlich werden wie der ‹Islamische Staat›», hatte der Direktor des Nationalen Geheimdienstes, James R. Clapper, am Wochenende erklärt.

Der F-22 in Aktion:


(Quelle: YouTube/coolvid679)


(Quelle: YouTube/tonyfuntv)


(Quelle: YouTube/spencerhughes2255)


(bat)