Im Westen von Kabul

13. Mai 2012 15:52; Akt: 13.05.2012 16:11 Print

Mitglied des Friedensrates erschossen

Ein Attentäter hat in Afghanistan ein Mitglied des Hohen Friedensrates getötet. Beim Opfer soll es sich um Arsala Rahmani handeln.

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Das ehemalige Mitglied der Talibanregierung, Arsala Rahmani, soll am 13. Mai 2012 erschossen worden sein. (Bild: Keystone)

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Ein Attentäter mit einer schallgedämpften Waffe hat an einer Strassenkreuzung in Kabul ein ranghohes Mitglied des Hohen Friedensrates in Afghanistan erschossen. Nach Polizeiangaben handelte es sich bei dem Opfer um das ehemalige Mitglied der Talibanregierung, Arsala Rahmani, der am Sonntag in seinem Auto sitzend aus einem anderen Wagen heraus erschossen wurde.

Die Tat ereignete sich demnach im Westen von Kabul, wo Rahmani auf dem Weg in sein Büro war, teilte die Kabuler Kriminalpolizei mit. «Es wurde nur ein Schuss abgefeuert», sagte Chefermittler Mohammed Sahir. Es gebe Hinweise, dass der Täter eine Pistole mit Schalldämpfer verwendete. Rahmani sei auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.

Die NATO lobte in einer Mitteilung Rahmani für seine Mitarbeit im Friedensrat und dafür, dass er sich von den Aufständischen abwandte. «Der einzig mögliche Zweck des Angriffs war, diejenigen einzuschüchtern, die wie Rahmani helfen wollten, Afghanistan zu einem besseren Ort zu machen», hiess es in einer Mitteilung am Sonntag.

Die Arbeit mit den Taliban wird fortgeführt

Sprecher des afghanischen Aussenministeriums, Dschanan Mosasai, sagte die Arbeit für eine Verständigung mit den Taliban werde fortgeführt. Auch die Regierung in Pakistan, der oftmals vorgeworfen wird, sich nicht mit genügend Nachdruck für einen Frieden in Afghanistan einzusetzen, verurteilte die Tat. Sie wolle eng mit Afghanistan gegen den Terrorismus zusammenarbeiten.

Der über 70 Jahre alte Rahmani war Abgeordneter und einer von etwa 70 Ratsmitgliedern, die von Staatspräsident Hamid Karsai ernannt wurden, um Frieden mit den Aufständischen zu schliessen. Er war unter der Regierung der Taliban in den 1990er Jahren stellvertretender Minister für Hochschulbildung.

Die Taliban, die sich offiziell der direkten Zusammenarbeit mit dem Rat verwehren, bestritten in einer Mitteilung die Täterschaft. Unklar blieb, ob die Tat von einer Splittergruppe verübt wurde. Vergangenen September tötete ein Selbstmordattentäter den Vorsitzenden des Rates und ehemalige Präsidenten Afghanistans Burhanuddin Rabbani. Der Täter gab an, ein Friedensemissär der Taliban zu sein.

(ap)