Tennessee (USA)

16. August 2019 09:54; Akt: 16.08.2019 09:54 Print

Mörder auf elektrischem Stuhl hingerichtet

Stephen West sass in den USA 30 Jahre hinter Gitter. Am Donnerstagabend wurde die Todesstrafe vollstreckt.

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«Am Anfang schuf Gott den Menschen ... Und Jesus weinte.» Das waren gemäss Zeugen die letzten Worte von Stephen West. Der Doppelmörder ist im US-Bundesstaat Tennessee auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden. Der wegen der Ermordung einer Frau und deren Tochter verurteilte Stephen West habe sich wenige Stunden vor seiner Exekution für diese Methode entschieden, erklärte die Gefängnisverwaltung am Donnerstag. Am Mittwoch hatte der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, ein Gnadengesuch des seit mehr als 30 Jahren im Gefängnis sitzenden Mörders abgelehnt.

West wurde am Donnerstagabend im Hochsicherheitsgefängnis von Nashville exekutiert. Als letzte Mahlzeit wünschte sich der Todeskandidat Pommes frites und Cheesecake.

In Tennessee haben vor 1999 zum Tode verurteilte Häftlinge das Recht, zwischen dem elektrischen Stuhl und einer Giftspritze zu wählen. Allgemein wird der elektrische Stuhl in den USA nur noch selten als Hinrichtungsmethode genutzt.

Aufschub erhofft?

Lokalmedien mutmassten, West habe sich von seiner Wahl möglicherweise einen Aufschub erhofft. Im vergangenen Jahr hatte ein Häftling eine zehntägige Verzögerung seiner Exekution erreicht, indem er kurzfristig den elektrischen Stuhl als Methode verlangt hatte.

Die Todesstrafe ist in 29 US-Bundesstaaten erlaubt. Im Juli hatte die Regierung in Washington angekündigt, sie nach 16-jähriger Pause auch auf Bundesebene wieder anzuwenden.

(afp)