Todesstrafe

08. Januar 2016 06:28; Akt: 08.01.2016 11:22 Print

Mörder in Florida hingerichtet

Drei Frauen fielen Oscar Ray Bolin zum Opfer – und er jetzt der Giftspritze. Bis zum Schluss beteuerte er seine Unschuld. 1996 hatte er eine seiner Verteidigerinnen im Gefängnis geheiratet.

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«Er stirbt für alle unsere Mädchen»: Oscar Ray Bolin wartet im Gericht von Tampa auf das Urteil. (19. April 2012) (Bild: AP/The Tampa Tribune / Chris Urso)

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Ein verurteilter Straftäter ist im US-Staat Florida für die Tötung dreier Frauen hingerichtet worden. Oscar Ray Bolin habe die Giftspritze erhalten und sei am späten Donnerstagabend (Ortszeit) im Staatsgefängnis in der Kleinstadt Starke für tot erklärt worden, teilte das Büro von Gouverneur Rick Scott im Anschluss mit. Die Exekution musste um rund vier Stunden verschoben werden, bis der Oberste Gerichtshof der USA die letzte Berufungsmöglichkeit von Bolin zurückgewiesen hatte.

Gouverneur Scott hatte den Hinrichtungsbefehl im Oktober unterschrieben. Das Todesurteil erging wegen des Mordes an einer 26-Jährigen im Jahr 1986, die in einem Postamt in Pasco County entführt worden war. Zudem wurde Bolin für den Mord an einer 17-Jährigen und die Tötung einer 25-Jährigen schuldig gesprochen. Alle drei Opfer wurden erstochen.

Heirat vor der Kamera

Die Mutter der getöteten 26-Jährigen, Kathleen Reeves, und die Familie der 17-Jährigen waren bei der Exekution dabei. Dass Bolin nicht für alle drei Fälle hingerichtet worden sei, spiele keine Rolle, «weil er nur einmal stirbt», sagte Reeves. «Er stirbt für alle unsere Mädchen», sagte sie.

Am Mittwoch hatte Bolin dem Fernsehsender Fox 13 gesagt, er sei unschuldig. «Ich kannte sie nicht, habe sie nie gesehen, nie getroffen», sagte er über die drei Opfer. Beweise gegen ihn seien gefälscht und manipuliert worden. Während des Prozesses hatten sich Bolin und eine Frau in seinem Verteidigungsteam ineinander verliebt. Die beiden heirateten 1996 vor laufender Kamera. Seit der Hochzeit ist die Frau zu einer grossen Gegnerin der Todesstrafe geworden.

(afo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Son Goku am 08.01.2016 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldig?

    Kann mir gut vorstellen, dass er unschuldig war. In den USA liegt sowas in der Tagesordnung.

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  • Gawayn am 08.01.2016 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So wird es dann sein...

    Ja und 10 Jahre danach gibt es neue Methoden Erkenntnisse und der wahre Schuldige wird gefunden. Was dann? Weder die Mordopfer werden lebendig noch wird es ihm was bringen. Was die USA mit der Schweiz aber gemeinsam haben, kein Richter noch Gutachter oder Ermittler wird für diesen Fehler die Verantwortung tragen müssen. "Oups Sorry. It was the wrong guy..."

  • Ich am 08.01.2016 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmenschlich und Gewissenlos

    Niemand hat über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • pas-mat am 08.01.2016 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nie...

    nie todesstrafe... wer kann schon über leben und tod entscheiden. selber zum mörder werden macht die sache nicht besser. klar gefängnis ohne wiederkehr!

  • pas-mat am 08.01.2016 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nie

    einfach nie todesstrafe. . . wir sollten keine barbaren sein!

  • Eni am 08.01.2016 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Du sollst nicht töten...

    Was ist nur aus dem grossen Vorbild USA geworden? Früher grosser Fan von diesem grossartigen Land, kann ich heute dieses nicht mehr als Rechtsstaat anerkennen. Lebenslange Haft? Ja sicher! Aber das hier ist einfach nur staatlich verordneter Mord, welcher für mich nur aus Sicht der Angehörigen der Opfer rechtens sein kann.

    • Garp am 08.01.2016 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eni

      Wie wahr! Sogar unter den Familien der Opfer gibt es solche, die gegen das Staatlich sanktionierte Morden sind.

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  • Gawayn am 08.01.2016 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So wird es dann sein...

    Ja und 10 Jahre danach gibt es neue Methoden Erkenntnisse und der wahre Schuldige wird gefunden. Was dann? Weder die Mordopfer werden lebendig noch wird es ihm was bringen. Was die USA mit der Schweiz aber gemeinsam haben, kein Richter noch Gutachter oder Ermittler wird für diesen Fehler die Verantwortung tragen müssen. "Oups Sorry. It was the wrong guy..."

  • Peter Stein am 08.01.2016 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Todesstrafe

    Interessante Sichtweise "seit der Hochzeit ist soe gegen die Todesstrafe...". War sie vorher dafür und wenn sie selbst im Umfeld betroffen ist, natürlich dagegen?

    • Marco Polo am 08.01.2016 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Stein

      Ist doch in einem solchen Fall nachvollziehbar, nicht?

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