Eklat

11. März 2009 15:57; Akt: 11.03.2009 16:47 Print

Morales kaut Koka an Drogenkonferenz

Mit einer einprägsamen Demonstration hat der bolivianische Präsident Evo Morales seine Forderung bekräftigt, Koka-Blätter aus der Liste der verbotenen Substanzen zu streichen: Während seiner Rede an der UN-Drogenkonferenz in Wien kaute er genüsslich Koka-Blätter.

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«Koka-Blätter sind kein Kokain, sie sind für die Gesundheit nicht schädlich, sie verursachen weder psychische Störungen noch Abhängigkeit», versicherte er den verblüfften Innen- und Justizministern aus 53 Ländern. Die Blätter würden seit 3000 Jahren angebaut und gehörten zur Kultur der Andenvölker.

Wenn Koka eine Droge sei, «müssen Sie mich ins Gefängnis stecken», sagte der zum Staatschef aufgestiegene einstige Koka-Bauer und überzeugte Koka-Konsument an der Konferenz der UNO- Suchtmittelkommission weiter. Morales wurde 2005 als erster Vertreter der Ureinwohner an Boliviens Staatsspitze gewählt.

Seit Jahren kämpft er gegen die Stigmatisierung von Koka- Blättern, aus denen Kokain hergestellt wird, die in Bolivien aber auch als «heilige» Pflanzen gelten und zu therapeutischen Zwecken als Tee getrunken oder gekaut werden.

Der internationale Suchtstoffkontrollrat INCB fordert seit Jahren ein Verbot, die Blätter zu kauen. Die USA haben den Anbau der Pflanze scharf verurteilt, woraufhin Morales im vergangenen September die amerikanische Drogenbekämpfungsbehörde DEA des Landes verwies.

(sda)