Brasilien

30. Mai 2011 18:21; Akt: 30.05.2011 18:33 Print

Mord-Serie im Amazonas lässt Aktivisten zittern

Im Amazonas-Gebiet Brasiliens haben brutale Morde an Umweltschützern die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Dahinter steckt offenbar die Holzmafia.

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Polizisten bei der Leiche von Jose Claudio Ribeiro da Silva. (Bild: Keystone)

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Drei brutale Morde an Wald- und Umweltschützern im Amazonas-Gebiet binnen weniger Tage haben Brasiliens Regierung alarmiert. In Brasília wurde für Montag eine Dringlichkeitssitzung einberufen, wie lokale Medien übereinstimmend berichteten.

Dabei soll ein gemeinsames Vorgehen von Bundes- und Regionalbehörden beraten werden, um von Anschlägen bedrohte Aktivisten im Amazonas besser zu schützen. «Das Bild ist ziemlich kompliziert in der Region. Dort gibt es eine hohe Abholzungsrate, Gewalt und Morde», sagte Interims-Umweltminister Roberto Vizentin.

Am Freitag war der 57-jährige Adelino Ramos, der auch in der Landlosen-Bewegung aktiv war, im Bundesstaat Rondônia erschossen worden. Am Dienstag zuvor ermordeten Unbekannte im Bundesstaat Pará das Umweltschützer-Ehepaar José Cláudio Ribeiro da Silva und Maria do Espírito Santo Silva.

Alle drei Opfer waren für ihren Kampf gegen illegale Abholzung bekannt. Sie hatten mehrere Anzeigen gegen Holzfäller erstattet und waren bedroht worden. Am Samstag wurde zudem ein Mann in Pará erschossen aufgefunden. Die Polizei prüft, ob die Tat im Zusammenhang mit dem Mordfall Silva steht.

Im Amazonas werden Umweltschützer immer wieder Opfer von Attentaten, für die Auftragskiller der Holzmafia verantwortlich gemacht werden. Einer der bekanntesten Fälle war der Mord an der US- Umweltaktivistin Dorothy Stang. Die katholische Ordensschwester wurde 2005 im Bundesstaat Pará ermordet.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland Vordisch am 31.05.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Mensch

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

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  • Umweltaktivist am 31.05.2011 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist Geil mentalität

    Der Konsument ist schockiert wenn er hört wie jedes Jahr tausende von Hektaren Urwalt abgeholzt werden. Er kauft jedoch weiterhin Produkte mit Tropenholz. Dann heisst es einfach - der Porsche gabs eben nicht ohne Mahagoni-Holz. Oder die Teakholz Gartenstühle sehen halt soooo schön aus. Für diese Einstellung stirbt nicht nur unser Urwald, sondern nun auch Menschen die sich aktiv gegen illegale Abholzung einsetzen. Und was tun wir dagegen? Fernsehen und hui hui hui sagen bringt keine Lösung.

  • rolf am 31.05.2011 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geld-Korrupiton... und wir sind geizig

    Auch da geht es nur ums Geld - also gehen wir wieder zur Tagesordnung über, den "Geiz ist Geil". Ob der Produzent leben kann - und vor allem wie! - ist doch völlig egal. Hauptasche, mir gehts gut. Wer sich wirklich dagegen aussprechen will, der soll mal bei sich anfangen. Denn ohne Konsument von illegalem (und billigem) Holz gibt es keinen Markt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland Vordisch am 31.05.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Mensch

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

    • A.S., TG am 15.06.2011 10:43 Report Diesen Beitrag melden

      Virus Mensch

      ganz genau! Einfach nur grausam! Für diese Erde gibt es kein schlimmeres Virus als der Mensch selbst!

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  • Umweltaktivist am 31.05.2011 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist Geil mentalität

    Der Konsument ist schockiert wenn er hört wie jedes Jahr tausende von Hektaren Urwalt abgeholzt werden. Er kauft jedoch weiterhin Produkte mit Tropenholz. Dann heisst es einfach - der Porsche gabs eben nicht ohne Mahagoni-Holz. Oder die Teakholz Gartenstühle sehen halt soooo schön aus. Für diese Einstellung stirbt nicht nur unser Urwald, sondern nun auch Menschen die sich aktiv gegen illegale Abholzung einsetzen. Und was tun wir dagegen? Fernsehen und hui hui hui sagen bringt keine Lösung.

  • René am 31.05.2011 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Export

    Solange Brasilien Holz exportieren darf wird sich sicher nichts endern. Da den geldgirigen Haien ja sowiso niemand an die Wäsche geht.

  • rolf am 31.05.2011 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geld-Korrupiton... und wir sind geizig

    Auch da geht es nur ums Geld - also gehen wir wieder zur Tagesordnung über, den "Geiz ist Geil". Ob der Produzent leben kann - und vor allem wie! - ist doch völlig egal. Hauptasche, mir gehts gut. Wer sich wirklich dagegen aussprechen will, der soll mal bei sich anfangen. Denn ohne Konsument von illegalem (und billigem) Holz gibt es keinen Markt.

    • La Suisse am 31.05.2011 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      Geiz ist niemals geil !

      GENAU !!Geiz ist eine sehr kurzsichtige Einstellung, die am Schluss schwere Konsequenzen mit sich zieht...

    • MacPädu am 31.05.2011 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Geld kann man nicht essen

      Sparen koste es was es wolle! Das geht in die gleiche Richtung wie das Thema Littering! Wir Menschen verdienen wohl einfach die Welt die wir uns erschaffen!!

    • Holz Heiri am 31.05.2011 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht 1

      Tropenholz ist in der Schweiz NICHT billig. Das weiss ich weil ich in dieser Branche arbeite. Die Preise wurden deutlich erhöht damit sich die Einfuhr von Tropenholz eigentlich nicht mehr lohnt. Das Problem ist, dass Trophenholz eine sehr gute Lebensdauer hat, also praktisch nicht verbleicht/grau wird wie es bei einheimischem Holz schon nach ein paar Wochen der Fall ist. Ich rate generell immer von Tropenholz ab, da es insbesondere gute alternativen gibt, wie zum Beispiel speziell gezüchtetes Baumholz aus Skandinavien. Wie die Preissituation in der Rest der Welt aussieht weiss ich nicht..

    • Holz Heiri am 31.05.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht 2

      ... jedoch ist der Absatz von Tropenholz in der Schweiz sehr gering. Vermutlich sind Grossverteiler das Problem die bekanntlich zum Teil Tropenholz in ihren Möbeln verwerten (ein offenes Gehemnis) - betrachtet man die gigantische Grösse der Firmen kommt selbst bei "kleiner" Verwertung einen Imensen Schaden in besagten Südamerkianischen Ländern zu Stande. Wieso die Brasilianische Regierung nichts dagegen tut ist mir ebenfalls schleierhaft. Vermutlich wegen des Geldes, ja.

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  • André Gubelmann Brasilien am 31.05.2011 03:35 Report Diesen Beitrag melden

    Morde in Brasilien

    Wenn man in der Schweiz die Wahrheit über die korrupten und desolaten Zustände in Brasilien veröffentlichen würde,gäbe es zwischen den beiden Länder eine Staatskrise,und kaum ein Schweizer würde nach Brasilien auswandern........