Zu wenig Moscheen

28. Juli 2014 17:18; Akt: 28.07.2014 19:02 Print

Moskaus Muslime müssen auf der Strasse beten

In der russischen Hauptstadt feiern rund zwei Millionen Muslime das Ende des Ramadan – auf der Strasse. Das hat einen Grund: Bürgermeister Sergei Sobjanin.

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Rund zwei Millionen Muslime füllten am frühen Montagmorgen die Strassen Moskaus, um nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan gemeinsam zu beten. So erreichen uns eindrückliche Bilder aus der russischen Hauptstadt: Weil es in der Stadt nur vier öffentliche Moscheen gibt, versammeln sich die Menschen für das Fest des Fastenbrechens, Eid-Al-Fitr, rund um die eine zentrale Moschee der Stadt.

Das Problem der mangelnden Moscheen Moskaus: Bürgermeister Sergei Sobjanin weigert sich seit Jahren, weitere Gebetshäuser für Muslime zu bauen.

Bürgermeister will keine Arbeitsmigranten anziehen

Sobjanin ist gemäss «The Chicago Monitor» der Ansicht, dass die Moscheen lediglich von Gastarbeitern aus den Teilrepubliken der Russischen Föderation benutzt werden sollen. Da diese Migranten Moskau ohnehin wieder verlassen würden, ergebe es keinen Sinn, auf ihre religiösen Bedürfnisse einzugehen. Die Masseneinwanderung von Arbeitsmigranten betrachtet der Bürgermeister sowieso als schädlich. Der Bau von Moscheen würde diese höchstens noch verstärken.

Für viele Muslime weltweit endete am Montag der Fastenmonat Ramadan. Das Fest des Fastenbrechens ist einer der höchsten Feiertage in der muslimischen Welt. Ein gemeinsames Morgengebet leitet die Feiertage ein.

Wenn die Mondsichel von blossen Auge sichtbar ist

Bestimmt wird das Ende der Fastenzeit dabei traditionell über die erste Sichtung des Mondes mit blossem Auge. Das Fest wird meist im Kreis der Familie begangen. Der erste Tag ist daher oft: ein Reisetag.

Die Vorbereitungen zum Fest laufen mitunter schon seit Tagen. Einen Monat lang haben die Gläubigen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichtet. Deswegen stehen zum Ende der Fastenzeit vor allem Süssigkeiten hoch im Kurs. «Es ist Teil unseres Brauchtums. Dieses Gebäck, wir nennen es Kahk, gehört beim Fest in Ägypten einfach dazu. Daran ändert sich nichts, auch nicht durch äussere Umstände», so etwa ein Bäcker in Kairo.

Im Gazastreifen haben viele Muslime derzeit wenig Grund zum Feiern. Hier hielten die Gläubigen das gemeinsame Gebet in einer stark beschädigten Moschee ab.

(kle)