Nach der Revolution

14. April 2011 06:51; Akt: 14.04.2011 12:03 Print

Mubarak schon nächste Woche vor Gericht

Hosni Mubarak und seine Söhne könnten bereits nächste Woche vor Gericht erscheinen müssen. Der ehemalige Präsident Ägyptens, der immer noch in Untersuchungshaft ist, streitet weiter alles ab.

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Hosni Mubarak. Wann wird ihm der Prozess gemacht? (Bild: Keystone)

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Der frühere ägyptische Präsident Hosni Mubarak und seine beiden Söhne Gamal und Alaa müssen offenbar bereits am kommenden Dienstag vor Gericht erscheinen. Das berichtete der arabische Sender Al Dschasira unter Berufung auf das ägyptische Staatsfernsehen.

Zwei Monate nach seinem Sturz wurden Mubarak und seine Söhne für 15 Tage in Untersuchungshaft genommen, wie die ägyptische Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite mitteilte. Gegen alle drei werde wegen Korruption, Verschwendung öffentlicher Gelder und Machtmissbrauchs ermittelt, gegen Mubarak zusätzlich noch wegen der Tötung von Demonstranten. Wenig später nahmen die Behörden auch den früheren Parlamentspräsident Fathi Surur für 15 Tage in Gewahrsam. Ihm wird Bereicherung und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Mubarak, der kurz vor seiner Festnahme wegen Herzproblemen in ein Krankenhaus im Badeort Scharm-el-Scheich eingeliefert worden war, wurde am Mittwoch in ein Militärkrankenhaus in der Nähe von Kairo gebracht. Für die Dauer der Untersuchungshaft wird er wohl dortbleiben, wie es aus Sicherheitskreisen hiess. Seine Söhne sitzen laut Al Dschasira seit Mittwochmorgen in einem Kairoer Gefängnis.

Geschäftsmann verhaftet

Ägyptische Medien berichteten am Donnerstag, der Geschäftsmann und frühere Parlamentarier Murtada Mansur sei verhaftet worden. Er stehe im Verdacht, die Schlägertrupps organisiert zu haben, die am 2. Februar mit Kamelen und Pferden mitten in die Menge der Anti- Mubarak-Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz geritten waren.

An der Planung dieser «Kavallerie-Attacke» sollen nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft auch zwei hohe Funktionäre der damaligen Regierungspartei NDP beteiligt gewesen sein.

Mubarak selbst habe bei den Vernehmungen im Spital in Scharm al- Scheich jede Beteiligung an den tödlichen Angriffen auf Demonstranten von sich gewiesen, hiess es. Der 82 Jahre alte Ex- Präsident sagte den Angaben zufolge, er habe während der Proteste nur einmal mit Innenminister Habib al-Adli gesprochen.

«Soldaten zum Schutz der Zivilisten»

Er habe Adli aufgefordert, beim Umgang mit den Demonstranten «vorsichtig» vorzugehen. Mubarak erklärte, er selbst habe die Armee angewiesen, Soldaten zum Schutz der Zivilisten auf den Strassen der Städte einzusetzen.

Mubarak und seine beiden Söhne Gamal und Alaa, die inzwischen im Tora-Gefängnis ausserhalb von Kairo sitzen, sollen am kommenden Dienstag in Kairo erstmals vor Gericht erscheinen. Den drei Männern wird Korruption, Verschwendung öffentlicher Gelder und Machtmissbrauch vorgeworfen.

Der Ex-Präsident soll ausserdem an der Planung von Attacken auf Demonstranten während der Revolution beteiligt gewesen sein. Seit Mittwoch sind Mubarak und seine Söhne Untersuchungshäftlinge, wobei der Vater aus gesundheitlichen Gründen vorerst im Spital bleiben darf. Auch der frühere Parlamentspräsident Fathi Surur kam für 15 Tage in Gewahrsam. Ihm wird Bereicherung und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Vor der Klinik in dem Sinai-Badeort Scharm al-Scheich versammelten sich laut Augenzeugen am Donnerstag erneut rund 300 Demonstranten. Sie forderten, Mubarak solle die Stadt verlassen, da seine Anwesenheit dem Tourismus schade. Etwa 25 Unterstützer des vor zwei Monaten entmachteten Ex-Präsidenten legten sich mit den Demonstranten an. Die Polizei ging dazwischen.

(ap)