Neuer Bericht

05. März 2013 22:22; Akt: 07.03.2013 14:24 Print

Mutter Teresa betete, statt zu helfen

Ein Bericht kratzt weiter am Mythos der heiligen Mutter Teresa. Spenden soll sie auf geheimen Konten gehortet haben – dafür verwehrte sie Bedürftigen Medikamente und finanzielle Hilfe.

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Doch nicht so grosszügig wie die Welt dachte: Mutter Teresa soll geheime Bankkonten unterhalten haben. (Bild: Keystone/AP/Chris Bacon)

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Der Zeitpunkt eines neuen Berichts über die Arbeit der berühmten Geistlichen Mutter Teresa von Kolkata könnte für die katholische Kirche nicht ungünstiger sein – kurz nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und inmitten der sich häufenden Aufdeckungen von sexuellen Missbrauchsfällen innerhalb der Religionsgemeinde. Die Forscher Serge Larivee, Genevieve Chenard und Carole Senechal von der Uni Montreal haben eine neue Studie veröffentlicht, die am Mythos der heiligen Mutter Teresa kratzt.

Die Wissenschaftler haben sich mit der Arbeit der Nonne in den insgesamt 517 Missionen in über 100 Ländern befasst. In den Missionsspitälern sollen furchtbare hygienische Zustände geherrscht haben. Kranken und Todgeweihten sollen Medikamente und Schmerzmittel verweigert worden sein. Dafür verliess sich Mutter Teresa auf die Macht des Gebets. Sie meinte stets, der Schmerz würde die Menschen Jesus näherbringen. Doch als sie selber erkrankte, liess sich die Nonne in den USA behandeln – sogar mit palliativen Methoden.

Das grosse Geheimnis um die Finanzen

Das für ihre Stiftung gespendete Geld soll Mutter Teresa auf geheimen Bankkonten aufbewahrt haben. Nach den Tragödien von Bhopal und diversen Überschwemmungen in Indien bot die Geistliche ihre Gebete und Medaillen der Jungfrau Maria an, doch keine finanzielle Unterstützung, schreiben die Kanadier. Zudem habe die Heilige dubiose politische Kontakte unterhalten. Unter anderem habe sie keine Hemmungen gehabt, Spenden von Haitis Diktator François Duvalier anzunehmen. Der Vatikan lancierte daraufhin eine PR-Aktion, um ihren Namen reinzuwaschen. Nach ihrem Tod wartete Rom fünf Jahre, bis man sie seligsprach.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Bericht die Arbeit der Mutter Teresa kritisiert. In seinem Buch «The final verdict» bezweifelt Autor Aroup Chatterjee, dass die Hilfstätigkeit überhaupt stattgefunden habe: «36'000 Kranke, die sie von der Strasse aufgesammelt habe. Ich fand keinen einzigen Menschen, dem das passiert ist […] Krankenwagen des Ordens sind zum Fahrdienst für die Schwestern umgebaut worden, und bei Hilferufen verwies der Orden auf die Ambulanz von Kolkata», schreibt Chatterjee.

Primitive Zustände in den Missionen

Auch nach dem Bericht der Autoren Robin Fox und Dave Hunt seien die Zustände im Sterbehaus von Kolkata dramatisch gewesen. Die Patienten seien auf primitiven Feldbetten auf engstem Raum untergebracht worden. Zudem sei die Nahrungsversorgung nicht immer gewährleistet gewesen. Etliche der dem Orden gespendeten Häuser waren ursprünglich gut ausgestattet, wurden aber auf Anordnung Mutter Teresas auf äusserste Schlichtheit und Armut umgestaltet. Unter anderem wurden vorhandene neuwertige Matratzen entsorgt und es wurde nicht oder kaum geheizt. Ausserdem sollen Sterbende oft ohne deren Einverständnis getauft worden sein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sulejman M. am 05.03.2013 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schämt euch!!! Immer nur gegen das Christentum

    Ich bin Moslem aber ich finde es gar nicht In Ordnung das die ganze Welt immer mehr Gründe sucht um das Christentum zu beschmutzen. Ich wechselte zum Islam weil ich in einer Moschee so ein schönes Gefühl hatte und ich mich wohl fühlte! Ich bin ein Schweizer aus Zürich und war mal Katholik. Überall spricht man nur darüber das es Pfarrer gibt die Kinder missbrauchen usw. Sprach je ein Mensch darüber das zum Beispiel Dalai Lama immer sagt die Leute sollen nicht gierig sein und lieber in armen Verhältnissen leben das man aus dem ewigen Kreis des Lebens herauskommt, doch er selbst lebt im Luxus!!!

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  • Meier Hans am 06.03.2013 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Es ging um Leprakranke, aus der unteresten Kaste Indiens (Stellenwert an die Schweiz angepasst: Insekten). Sie kümmerte sich um diejenigen um die sich niemand kümmerte. Es ist immer wieder belustigend, wie sehr Leute auf Dinge einschlagen und zerschreiben, zerreden - selber jedoch nicht mal Ansatzweise etwas vergleichbares zu leisten vermögen; zu Lebzeiten. Jemandem der etwas tut, vorzuhalten was er alles unterlassen hat, ist billig. Dies im Nachhinhein zu tun, sollte den Leuten eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben.

  • M.C am 05.03.2013 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht irgendwie nicht auf...

    Wenn das Konto geheim wäre, wüsste niemand davon.... Sonst wäre es ja nicht mehr geheim! Zudem: Welcher Mensch würde sein ganzes wohlhabendes Leben für Kranke widmen, bescheiden Leben aber haufen Geld vorenthalten und es nicht ausgeben! Die Studie ist dubios!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luigi Delfini am 06.03.2013 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Warum ...

    ... überrascht mich das nicht!

  • Emini Abel am 06.03.2013 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter Teresa...

    Die sind doch nur neidisch auf Mutter Teresa darum erfinden sie jetzt solche Sachen.

  • Dominik am 06.03.2013 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kirche

    Wieder einen weiteren Grund aus der katholischen Kirche auszutreten. :)

  • roman M am 06.03.2013 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht überrascht

    Das überrascht mich leider so gar nicht! Irgendwie muste da ja was Faul sein! Vileicht sind noch ein paar Mio. in der Schweiz ;-))

  • Mister am 06.03.2013 05:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Wenn jemand zu sehr in den Himmel gelobt wird, und das schon zu Lebzeiten, ist oft was faul.