Doch kein Suizid?

15. August 2019 13:08; Akt: 15.08.2019 13:10 Print

Mysteriöse Brüche an Epsteins Hals gefunden

US-Milliardär Jeffrey Epstein wurde am Samstag tot in seiner Zelle gefunden. Die Obduktion des Leichnams könnte nun zeigen, dass es eventuell doch kein Suizid war.

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Die Autopsie des Leichnams des US-Multimillionärs Jeffrey Epstein hat am 16. August 2019 bestätigt, dass der 66-Jährige Suizid begangen hat. Der angeklagte Epstein habe sich laut dem offiziellen Obduktionsbericht erhängt. Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er sass in New York im Gefängnis. In der Nacht auf Samstag, 10. August 2019, wurde der Unternehmer tot in seiner Zelle aufgefunden. Bereits zwei Wochen zuvor wurde Epstein in seiner Gefängniszelle in New York verletzt vorgefunden. Gemäss US-Medien entdeckten Wächter Epstein fast bewusstlos mit Blutergüssen am Nacken. Kurz vor seinem Tod soll er einen ersten Selbstmordversuch unternommen haben und daraufhin unter «Selbstmordwache» gestellt und in einen anderen Trakt verlegt worden sein. Trotzdem stand Epstein zum Zeitpunkt seines Todes nicht unter besonderer Beobachtung. Dies, weil das Sondersetting kurz zuvor aufgehoben wurde. US-Justizminister William Barr sprach von «schweren Unregelmässigkeiten» in der Haftanstalt. Michelle Licata (rechts) und Courtney Wild sind zwei seiner Opfer. Epstein soll die beiden sexuell missbraucht haben, als sie noch minderjährig waren. Einige der Mädchen sollen bei den Übergriffen erst 14 Jahre alt und «höchst anfällig für Ausbeutung» gewesen sein: Opfer-Anwalt David Boies spricht vor den Medien. Die Übergriffe fanden zwischen 2002 und 2005 in Epsteins Immobilien in New York (im Bild), Palm Beach und an anderen Orten statt. Bei der Durchsuchung eines Tresors in Epsteins Anwesen in Manhattan wurden mehrere Datenträger mit Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt. Epstein war am 6. Juli 2019 mit seinem Privatjet aus Frankreich kommend nach der Landung in New Jersey festgenommen worden. Es ist nicht das erste Verfahren gegen Epstein. Eine Staatsanwaltschaft in Florida war 2008 einen umstrittenen Deal eingegangen. Epstein bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben, und sass eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab. (27. Juli 2006) Im Gegenzug wurde ihm ein Verfahren vor einem Bundesgericht erspart. Mehrere Frauen hatten ihm Missbrauch vorgeworfen. (Archivbild) Epstein zählte früher unter anderem den heutigen US-Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew zu seinen Freunden. Vor dem Gerichtsgebäude in New York protestierten am 8. Juli 2019 zahlreiche Frauen gegen Jeffrey Epstein.

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Nach dem Tod des US-Milliardärs Jeffrey Epstein wird über die Todesursache spekuliert: Hat sich der 66-Jährige, dem der Missbrauch Dutzender Mädchen vorgeworfen wird, wirklich selbst getötet?

US-Medien trugen zwischenzeitlich einige Argumente zusammen, die gegen einen Suizid sprechen. Unter anderem die dünnen Bettlaken, die nicht stark genug seien, um einen 90-Kilo-Mann wie Epstein zu halten. Oder die Auflage, dass alle paar Minuten ein Wächter die Zellen kontrollieren muss.

Zungenbeinknochen gebrochen

Nun hat die Autopsie ergeben, dass der Leichnam mehrere Knochenbrüche im Halsbereich aufweist. Unter anderem sei der Zungenbeinknochen gebrochen, der bei Männern in der Nähe des Adamsapfels liegt, schreibt die «Washington Post».

Diese Art von Verletzung könne zwar auch bei Menschen auftauchen, die sich selber aufhängen. Weitaus häufiger würden solche Brüche aber bei Mord durch Strangulieren auftreten.

Sexhandelsring

Die Staatsanwaltschaft in New York warf Epstein vor, zwischen 2002 und 2005 einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut zu haben. Er soll Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht haben.

(red)