14. April 2005 13:47; Akt: 14.04.2005 13:51 Print

Nahost: Abzug aus Gaza «so schnell wie möglich»

Angesichts des heftigen Widerstands im eigenen Land forciert die israelische Regierung die Vorbereitungen auf den Rückzug aus dem Gazastreifen.

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«Wir müssen es so schnell wie möglich durchziehen», sagte am Donnerstag ein Offizier der Streitkräfte. Für die Sicherung des Abzugs im Juli sollen drei provisorische Strassenverbindungen zum Gazastreifen eingerichtet werden.

Die israelische Regierung hat nach Angaben eines Sprechers inzwischen die ersten Entschädigungen an jüdische Siedler im Gazastreifen überwiesen. Ein Teil der Siedler will jedoch noch bessere Konditionen aushandeln und beauftragte zu diesem Zweck mehrere Anwälte, wie ihr Sprecher Eran Sternberg am Donnerstag mitteilte.

Viele Bewohner der insgesamt 21 Siedlungen im Gazastreifen lehnen den Abzug aber weiterhin ab. Bei der Vorbereitung auf den Widerstand horten sie inzwischen Zelte und Lebensmittel. Sie erwarten in den nächsten Tagen die Ankunft von mehreren tausend Unterstützern. Ministerpräsident Ariel Scharon sagte in einem CNN-Interview, es herrsche eine Stimmung wie vor einem Bürgerkrieg. Er werde alles unternehmen, um dies zu verhindern, sagte Scharon. Zugleich kündigte er an, dass die meisten Gebäude in den Siedlungen nach der Räumung intakt bleiben sollen. Israel will im Juli 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier im Westjordanland räumen.

Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen verurteilte am Donnerstag den Bau israelischer Siedlungen in palästinensischen Gebieten. Die am Donnerstag in Genf mit 39 gegen 2 Stimmen angenommene Resolution verlangt von Israel den sofortigen Stopp der Besiedlung und Garantien für den Schutz der palästinensischen Bevölkerung. Bei der Abstimmung enthielten sich die Delegationen von zwölf Staaten.

(ap)