Hochwasser in Australien

22. Januar 2011 13:29; Akt: 22.01.2011 13:34 Print

Nasse Füsse noch bis Februar?

Seit mehr als einem Monat leidet Australien schon unter dem Hochwasser und noch immer ist keine Entspannung in Sicht.

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Das Wasser hat den Bundesstaat Victoria erreicht. Ein achtjähriger Junge ist am 18. Januar in einem Wasserloch verschwunden und wohl ertrunken. Bewohner des südlichen Bundesstaates Victoria füllen am 17. Januar Sandsäcke, um sich gegen die drohenden Wassermassen zu schützen. Diese Jungs scheinen ob der gewaltigen Wassermassen den Humor nicht verloren zu haben. Viele Häuser wurden völlig verwüstet. Am 14. Januar konnten in den ersten Quartieren von Brisbane die Aufräumarbeiten beginnen. Es wurde vor allem viel Schutt angeschwemmt, der jetzt weggeräumt werden muss. Bei den Aufräumarbeiten bleiben die Kleider nicht sauber. Die Wassermassen haben die unterschiedlichsten Gegenstände angeschwemmt, welche jetzt auf den Strassen liegen bleiben. Aus den Häusern muss das Wasser entfernt und der Boden geputzt werden. Freiwillige versuchen den Schlamm vom Boden zu wegzuwischen. Das Wasser geht langsam zurück – LKWs stehen aber noch immer bis zur Hälfte im Wasser. Und auch das Boot bleibt immer noch das beste Fortbewegungsmittel. Leichtes Aufatmen in Brisbane: Das Hochwasser hat am 13. Januar seinen Höchststand erreicht. Der Pegel blieb unter jenem der Flutkatastrophe von 1974. Am 12. Januar steigt der Pegel des Brisbane River unaufhörlich an. Die Regierung evakuiert Teile der Stadt und ruft die Bevölkerung auf zu flüchten. 20 000 Häuser sind vom Wasser bedroht. Brisbane unter Wasser: Die Grossstadt im Osten Australiens ist am 11. Januar von der Flut heimgesucht worden. Teile der Bevölkerung sind bereits evakuiert worden. Die Wasserpegel steigen immer weiter an. Gebäude stehen unter Wasser. Viele Menschen schauen sich das Natur-Spektakel aus der Nähe an. Am 10. Januar wird Toowoomba in der Nähe von Brisbane von den Fluten heimgesucht. Manchen bleibt nur das Zuschauen. Die Fluten strömen durch die Strassen und zerstören die Infrastruktur Toowoombas. Nachdem das Wasser abgezogen ist, bleiben Autos ineinandergekeilt. 6. Januar: Brad Carter (nicht im Bild), der Bürgermeister von Rockhampton, will «völlig unverantwortliche» Einwohner, die entgegen der Anweisung in ihren Häusern bleiben, nicht mehr mit Lebensmitteln versorgen. Die Gefahr für die Helfer sei wegen Schlangen und anderen gefährlichen Tieren zu gross. Im Bild eine Polizeipatrouille gegen Plünderer. Gary Russell (vorne) und seine Frau Robyn warten auf ihre Evakuation. Ein Mann will von seinem Boot aus in sein Auto einsteigen. Der Flughafen bleibt weiterhin überschwemmt. Der Scheitelpunkt war am 5. Januar aber erreicht (Satellitenbild der NASA). In Rockhampten regnete es noch einmal in der Nacht zum 6. Januar. Danach wurden keine weiteren Niederschläge erwartet. 3. Januar: Touristen werden in Darwin evakuiert. Fische und ... ... Schlangen tummeln sich im Hochwasser. Die Bevölkerung wird vor Gefahren im Wasser gewarnt. In Queensland bedeckten die von massiven Regenfällen ausgelösten Überschwemmungen mindestens eine Fläche von der Grösse Deutschlands und Frankreichs. Am 2. Januar 2011 mussten die Hauptzufahrtsstrassen aus Norden und Süden entlang der Ostküste gesperrt werden. Die Fluten setzten 22 Städte unter Wasser oder schnitten sie von der Aussenwelt ab. In der Innenstadt von Rockhampton trat der Fluss Fitzroy über die Ufer. Rund 40 Prozent der Stadt ist überflutet worden, 4000 Gebäude lagen in der unmittelbaren Gefahrenzone. Rund 200 000 Menschen flohen vor dem Hochwasser aus ihren Häusern. Der Finanzminister von Queensland, Andrew Fraser, sprach von einer «Katastrophe biblischen Ausmasses». Im Bundesstaat Queensland wurden rund 1000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

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Gemäss einem Sprecher des Katastrophenschutzes dürften sich die Wassermassen nach schweren Regenfällen im südöstlichen Staat Victoria weiter ins Landesinnere bewegen. Nordwestlich der Hauptstadt von Victoria, Melbourne, habe sich ein 90 Kilometer langer und 40 Kilometer breiter See gebildet. Bis zu zehn Städte könnten in den nächsten sieben bis zehn Tagen noch überflutet werden, bis sich das Wasser in den Fluss Murray ergiesst.

Überschwemmungen seien für diese Jahreszeit in Victoria sehr ungewöhnlich, sagte der Sprecher am Samstag weiter. Im Januar herrsche üblicherweise grosse Trockenheit und es gebe Waldbrände.

75 Ortschaften in Victoria sind bereits von den Überschwemmungen betroffen. Die Hochwasserkatastrophe, die Mitte Dezember im nordöstlichen Staat Queensland ihren Anfang nahm, kostete bislang 30 Menschen das Leben.

In Queensland zerstörten die Überschwemmungen über 30 000 Häuser und verursachten allein in der Landwirtschaft sowie im Bergbau einen Schaden von rund drei Milliarden australischen Dollar (2,2 Milliarden Euro).

Gillard plant Flut-Steuer

Die australische Regierung bewertet derzeit noch die Schäden. Bei dem jüngsten Hochwasser könnte es sich jedoch um die teuerste Naturkatastrophe in der australischen Geschichte handeln, hiess es. Ministerpräsidentin Julia Gillard erklärte, sie ziehe die Einführung einer Flut-Steuer in Erwägung, um den Wiederaufbau zu finanzieren.

Wirtschaftsverbände wiesen die Pläne bereits zurück. Sie forderten hingegen, die Regierung solle ihr Vorhaben aufgeben, bis 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Der Wiederaufbau sei nun wichtiger, hiess es aus den Wirtschaftsverbänden.

In Brisbane half die Ministerpräsidentin des Staats Queensland, Anna Bligh, am Samstag bei den Aufräumarbeiten. In Gummistiefeln schaufelte Bligh an der Seite zahlreicher Freiwilliger Schlamm und Steine aus dem Garten eines Wohnblocks.

(sda)