Österreich

06. September 2010 21:49; Akt: 06.09.2010 22:02 Print

Neonazis klauen Anti-Minarett-Spiel

Das Anti-Minarett-Spiel sorgt weiter für Aufruhr. Nachdem die Rechtspartei FPÖ das Spiel wegen Anzeigen vom Netz nehmen musste, tauchte es auf einer neonazistischen Internetseite wieder auf.

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Das Anti-Minarett-Spiel löst auch in Österreich harsche Kritik aus (Bild: FPÖ)

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In Österreich herrscht weiter Aufruh wegen des Anti-Minarett-Spiels, welches die FPÖ in der Steiermark zu Wahlzwecken verwendete. Diese musste das Online-Spiel zwar vom Netz nehmen. Kurze Zeit später tauchte das Spiel aber auch einer Seite einer rechtsextremern Gruppe wieder auf.

Schöpfer des Spiels und SVP-Werber Alexander Segert will nichts mit dem Auftauchen seines Internet-Games «Moschee-Baba» auf der zwielichtigen Webseite alpen-donau.info zu tun haben. «Die Goal AG distanziert sich in aller Schärfe vom widerrechtlichen Datenklau», teilte er der Österreichischen Nachrichtenagentur APA am Montag mit.

Segert ging gegen die neuerliche Veröffentlichung vor. «Die Goal AG hat rechtliche Schritte gegen den Provider in den USA eingeleitet», erklärte er am Montag. Am Abend war das Spiel von der Website verschwunden.

Schweizer Idee

Das in Österreich heftig umstrittene Spiel stammt aus der Schweiz: Im vergangenen Herbst hatten die Initianten der Anti- Minarett-Initiative das Spiel unter dem Namen «Minarett-Attack» für den Abstimmungskampf aufgeschaltet. Urheber ist der Werber Alexander Segert und dessen Firma Goal AG.

Die steirische FPÖ übernahm das Spiel nun für ihren Wahlkampf - am 26. September finden in der Steiermark Landtagswahlen statt. Nach mehreren Anzeigen musste die Rechtspartei das zu «Moschee Baba» umbenannte Game am Freitag vom Netz nehmen.

Server in den USA

Die einschlägig bekannten Seite, auf der «Moschee Baba» wieder aufgetaucht ist, wird von einem US-amerikanischen Server aus betrieben. Das Spiel sei dort «ohne Wissen und Billigung der steirischen FPÖ» online gestellt worden, hatte auch der FPÖ- Generalsekretär am Wochenende betont.

Die Domain des per einstweiliger Verfügung verbotenen Anti- Minarett-Spiels ist nicht auf die FPÖ, sondern auf Segerts Schweizer Firma Goal angemeldet. Nach Ansicht von IT-Experten ist es technisch möglich, eine Flash-Anwendung wie «Moschee-Baba» eigenmächtig zu kapern.

(aeg/sda)