26. April 2005 11:36; Akt: 26.04.2005 11:36 Print

Neue Vorwürfe gegen Bolton

Die Demokraten im US-Senat haben den Druck auf den umstrittenen Kandidaten für das Amt des US- Botschafter für die UNO, John Bolton, erhöht.

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Am Montag veröffentlichten sie weitere Briefe früherer Mitarbeiter Boltons.

Darin erheben diese neue Vorwürfe gegen den von US-Präsident George W. Bush nominierten Diplomaten. Bolton wird vorgeworfen, Geheimdienstexperten zu Berichten gezwungen zu haben, die seinen Auffassungen entsprachen, und junge Mitarbeiter unter Druck gesetzt zu haben.

Eine Anwältin, die in den 80er Jahren mit Bolton gearbeitet hatte, teilte der Kommission mit, Bolton habe ihr kündigen wollen, nachdem sie Meinungsverschiedenheiten über einen UNO-Kodex gehabt hätten. Weil die Kündigung rechtlich nicht möglich war, sei sie in ein fensterloses Büro im Keller versetzt worden.

Der ehemalige Botschafter der USA in Marokko, Frederick Vreeland, sagte, nach seinen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Bolton: «Es ist nicht ein einziger diplomatischer Knochen in seinem Körper.» In anderen Briefen wurde Bolton als beleidigend und unbeherrscht bezeichnet.

Sollten alle acht demokratischen Vertreter in der zuständigen Aussenpolitischen Kommission gegen Bolton stimmen, würde eine Gegenstimme aus dem republikanischen Lager genügen, um die Nominierung zu stoppen.

Vier Republikaner haben bereits um mehr Zeit gebeten, die Vorwürfe zu prüfen. Die Kommission will nun am 12. Mai über die Nominierung abstimmen. Der Posten des US-Botschafters bei der UNO ist seit Dezember vakant, als Amtsinhaber John Danforth seinen Rücktritt einreichte.

(sda)