Eisenbahn

05. Dezember 2009 21:05; Akt: 05.12.2009 21:09 Print

Neuer Highspeed-Zug zwischen Mailand und Rom

Italiens Bahnen setzen auf Hochgeschwindigkeit. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Salerno eingeweiht, die die grössten Städte Italiens verbindet.

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Statt viereinhalb Stunden wie bisher werden die Züge ab jetzt nur noch drei Stunden für die 600 Kilometer zwischen Mailand und Rom brauchen, teilte der Geschäftsführer der italienischen Staatsbahnen (FS), Mauro Moretti, am Samstag in Rom mit.

Berlusconi fuhr an Bord eines Hochgeschwindigkeitszuges von Turin bis Mailand. «Die Bahn-Hochgeschwindigkeit ist ein Meilenstein für Italien. Bald wird sich die Bahnlinie Turin-Salerno mit dem EU- Korridor verbinden, der von Genua nach Rotterdam verläuft. Im Raum von Novara werden wir das grösste Logistikzentrums Europas einweihen. 40 Prozent der europäischen Waren werden hier verlagert werden», erklärte Berlusconi.

Bei seiner Abfahrt in Turin wurde der italienische Premierminister von einigen Umweltaktivisten ausgepfiffen, die sich gegen den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin-Lyon wehren, da ein Teil dieser Linien im alpinen Susa-Tal verlaufen wird. Das Projekt wird von der Bevölkerung des Tals seit Jahren scharf kritisiert.

«Revolution auf Schiene»

Fünf Stunden wird von nun an die Fahrt von Turin bis Neapel ausmachen. Bologna und Florenz werden dank der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke in 35 Minuten per Bahn verbunden sein. Ein Grossteil der 78,5 Kilometer langen Strecke zwischen den beiden Grossstädten verläuft im Tunnel unter dem Apennin.

Die Strecke zwischen Verona und Rom wird mit der Hochgeschwindigkeitszug in drei Stunden befahrbar sein. Mit dem «Frecciargento» wird man von Venedig nach Rom in nur drei Stunden und 15 Minuten fahren können

Die Staatsbahnen sprechen von einer «Revolution auf Schiene». Für Personen, die häufig reisen, soll ein System «grüner Bahnmeilen» eingeführt werden, das Reisenden Begünstigungen sichert. Dank der neu gebauten Hochgeschwindigkeitslinie werden die bisher genutzten Schienen zugunsten regionaler Züge entlastet, was das Leben der Pendler erleichtern soll.

«Die Mailand-Rom-Verbindung ist für die italienischen Fluggesellschaften die rentabelste Route in Italien. Wenn wir diese Strecke per Bahn in drei Stunden befahren, können wir aktiv mit den Fluggesellschaften konkurrieren», so Moretti.

(sda)