Abgestürztes Flugzeug

24. Juli 2014 13:27; Akt: 24.07.2014 23:37 Print

Niederlande schickt 40 unbewaffnete Polizisten

Militärpolizisten aus der Niederlande, sollen die Ermittlungen um das abgestürzte Flugzeug in der Ukraine unterstützten. Die Ermittler sollen daneben auch durch eine UN-Truppe beschützt werden.

Bildstrecke im Grossformat »
Am mussten die Experten am Absturzort die Ermittlungen aus Sicherheitsgründen unterbrechen. OSZE-Ermittler klagen über schlechten Zutritt und Gefahren rund um die Absturzstelle. Gemäss der ukrainischen Regierung hätten Separatisten gar Minen auf Zufahrtsstrassen gelegt. Malaysische Flugsicherheitsexperten untersuchen Überbleibsel auf der Absturzstelle der MH17. Erste Ergebnisse der Auswertung der Blackbox haben ergeben, dass diese mit dem Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete übereinstimmen, wie ein Experte am Samstag, 26. Juli 2014 gegenüber CBS-News sagte. Nur ein kleines Team kann vor Ort den Absturz untersuchen, weil gleichzeitig der Konflikt zwischen ukrainischem Militär und Separatisten wogt. Das Zeitfenster für die Untersuchung schliesse sich schnell, so Experten vor Ort. Niederländische Ermittler der Polizei auf dem Weg zu den Barracken von Hilversum, wo die rund 200 Leichen von Flug MH 17 zur Identifizierung hingebracht wurden. Ein erstes Opfer konnte am Samstag, 26. Juli identifiziert werden. Alexander Chodakowski bestätigte im Interview mit Reuters, dass die Rebellen im Besitz eines BUK-M-Raketensystems waren. Gegenüber Russia Today soll er seine Aussage am widerrufen haben. Bei der Eröffnung der Commonwealth-Spielen im schottischen Glasgow durch die britische Königin Elizabeth II. ist mit einer Schweigeminute der Opfer des Flugzeugabsturzes im Osten der Ukraine gedacht worden. Von den 298 Menschen die beim Absturz ums Leben kamen, stammten 82 aus Commonwealth-Staaten. König Willem-Alexander und Königin Maxima ambei der Ankunft der ersten Opfer des MH17-Absturzes am Flughafen in Eindhoven NL. 40 Särge wurden mit Militärflugzeugen aus der Ukraine nach Holland gebracht. Kinder spazieren am an einem Wrackteil vorbei, dass laut Spezialisten Spuren von Schrapnell aufweist. Diese deuten auf einen Einschlag von einer durch ein SA-11 Buk-System abgefeuerte Rakete hin. Viele Körper von Insassen der abgestürzten Malaysia-Airlines-Maschine dürften nach Einschätzung des australischen Ministerpräsidenten Tony Abbott verschollen bleiben. Es sei möglich, dass noch Leichen auf dem Trümmerfeld in der Ostukraine in der Sommerhitze lägen, sagte Abbott am 23. Juli. In Charkow ist den Opfern vor dem Rücktransport nach Eindhoven mit einer Trauerfeier gedacht worden. Blumen am Flughafen von Charkow. Wie Welt.de berichtet, richtet sich die Wut der niederländischen Bevölkerung gegen Putins Tochter, die mit einem Niederländer verheiratet ist. Vitaly Nayada, der ukrainische Geheimdienstdirektor, gibt Russland die Schuld am Abschuss. Ein in Russland trainierter, gut ausgebildeter Offizier habe den Knopf der Rakete gedrückt, die die MH 17 traf. Der Leichentransport ist am Vormittag des in Charkow eingetroffen. Die Kühlwagen sind mit Schaum versiegelt. Die Leichen der Absturzopfer sollen an eine niederländische Delegation übergeben und später per Flugzeug nach Amsterdam gebracht werden. In den Waggons befinden sich etwa 280 Leichen. In Kuala Lumpur gehen die Menschen auf die Strasse. Sie wollen Gerechtigkeit für die Opfer des Absturzes und betonen auf Transparenten, dass Malaysia sich nie auf eine Seite im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geschlagen habe. , dass die Maschine von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde: In der Mitte dieses Wrackteils ist ein klaffendes Loch erkennbar, umgeben von kleineren Löchern und Brandflecken. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben am die Flugschreiber der abgestürzten Boeing-Passagiermaschine an malaysische Experten übergeben. Eine Luftaufnahme zeigt die Absturzstelle des Passagierflugzeugs MH17 nahe dem ostukrainischen Dorf Grabove. Wird hier die Blackbox der abgestürzten Maschine gefunden? Während einer Live-Übertragung des Fernsehsenders Sky News vom Sonntag war zu sehen, wie ein Rettungshelfer einen orangefarbenen Gegenstand über das Feld trägt. Die 196 Leichen, die an der Absturzstelle geborgen wurden, sollen in diesem Güterzug liegen. Die Leichen werden abtransportiert. Die ukrainische Regierung wirft den Aufständischen vor, mit Lastwagen Wrackteile über die russische Grenze bringen zu wollen. Alexander Hug, stellvertretender Leiter der OSZE-Mission (M.) mit Vertretern der Mission sowie Separatisten an der Absturzstelle nahe des Dorfes Hrabove am 18. Juli. Gepäckstücke der Insassen der abgestürzten MH 17: Ein prorussischer Separatist zeigt ein Stofftier. Rebellen bei den Trümmern des abgestürzten Flugzeugs. US-Präsident Barack Obama sieht im Absturz der Maschine eine «globale Tragödie». Am Tag nach dem Absturz, am 18. Juli, suchen Helfer nach den Leichen der 298 Insassen. Ein Passagierflugzeug der Malaysia Airlines ist in der Ukraine abgestürzt. Das Flugzeug stürzte auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet ab. Unfallermittler sollen einen sicheren Zugang zur Absturzstelle erhalten, garantieren die Separatisten. Alle Insassen - 280 Passagiere und 15 Crew-Mitglieder - sind ums Leben gekommen. Das Flugzeug wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit abgeschossen. Russland und die Ukraine weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Unter den Passagieren waren offenbar Niederländer, Amerikaner, Franzosen, Briten und Belgier. Die Bergung der Maschine werde dadurch erschwert, dass die Trümmer in grossem Umkreis verstreut seien, so der Sprecher des Notfalldienstes, Sergej Botschkowski. Der «Premierminister» der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Borodai (M.), bei der Absturzstelle der MH 17. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. An der Absturzstelle liegen die Pässe der Passagiere. Ein Passagier hat vor dem Abflug in Amsterdam ein Foto von der Unglücksmaschine gepostet und schrieb auf Facebook dazu: «Für den Fall, dass sie verschwinden sollte ...» Eine Angehörige trauert um die Opfer. Angehörige der Passagiere werden von Flughafen-Mitarbeitern des Flughafens Schipol in Amsterdam in einen separaten Bereich gebracht. Mit Blumen und Kerzen gedenken die Menschen vor der niederländischen Botschaft in Kiew der Opfer der Flugzeug-Katastrophe.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zum Liveticker im Popup

Die Niederlande schicken 40 unbewaffnete Militärpolizisten an den Absturzort der abgeschossenen Passagiermaschine in der Ostukraine.

Das erklärte Ministerpräsident Mark Rutte am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Associated Press. Die Polizisten sollten das Gelände nicht bewachen, sondern vielmehr bei der Suche nach den verbliebenen sterblichen Überresten der Opfer und ihren persönlichen Gegenständen helfen.

Weitere Särge aus der Ukraine

Am Donnerstag brachten zwei Militärflugzeuge weitere 74 Särge mit den sterblichen Überresten der Opfer von der Ukraine in die Niederlande. Dort sollen die Leichname identifiziert werden.

Ein internationales Team von 200 Experten hat mit der Identifizierung der Opfer des Absturzes von Flug MH17 in der Ostukraine begonnen. In der Ostukraine erhalten Ermittler auch eine Woche nach dem mutmasslichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine keinen ungehinderten Zugang zum Absturzort.

«Der Prozess der Identifizierung kann lange dauern», sagte der Sprecher des Forensischen Teams der niederländischen Polizei (LTFO), Arie de Bruin, am Donnerstag in Bunnik bei Utrecht. Er warnte vor falschen Erwartungen, dass man wie in der US-Krimiserie «CSI innerhalb einer halben Stunde alle Informationen sammeln kann und ein DNA-Match hat».

Fingerabdrücke, Tattoos und Zähne

In dem Team arbeiten 120 Niederländer und 80 Experten aus Deutschland, Belgien, Grossbritannien, Australien, Indonesien, Neuseeland und Malaysia zusammen. Nachdem die ersten 40 Opfer am Mittwochabend in einer Kaserne in Hilversum eingetroffen waren, begann die Identifizierung.

Am Donnerstag trafen eine niederländische Hercules-Maschine und ein australisches Frachtflugzeug mit insgesamt 74 Särgen an Bord in Eindhoven ein. Das LTFO leitet die Identifizierung aller Opfer. Polizeibeamte sammeln zurzeit in allen Herkunftsländern der 298 Opfer Informationen und DNA-Proben.

Die Identifikation verläuft nach dem Protokoll der internationalen Polizei Interpol in fünf Phasen: 1. Fingerabdrücke. 2. Äusserliche Merkmale wie Kleidung oder Tätowierungen. 3. DNA-Analyse. 4. Gebisskontrolle. Zuletzt werden alle Informationen noch einmal kontrolliert.

Kämpfe verhindern Augenschein

Noch immer keinen vollständigen Zugang zum Absturzort erhielten die internationalen Experten. «Die Experten sind noch immer in Kiew und Charkow, sie konnten sich aus Sicherheitsgründen nicht zum Absturzort begeben», teilte die niederländische Sicherheitsbehörde OVV mit, die die Untersuchungen leitet.

Nach einem Vorschlag Australiens soll nun eine UNO-Truppe die Gegend sichern. 50 australische Polizisten wurden am Donnerstag in Erwartung einer solchen Mission nach London geschickt.

Der australische Premierminister Tony Abbott holte sich nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dessen Unterstützung für das Vorhaben ein. Aussenministerin Julie Bishop flog mit ihrem niederländischen Amtskollegen Frans Timmermans nach Kiew, um auch die ukrainische Regierung dafür zu gewinnen.

Flugschreiber nicht manipuliert

Die Boeing 777 von Malaysia Airlines war am Donnerstag vergangener Woche mit 298 Menschen an Bord abgestürzt. Inzwischen haben die Rebellen die Flugschreiber der Maschine an die internationalen Ermittler übergeben.

Das OVV leitete diese an Experten in Grossbritannien weiter. Diese stellten bei einer ersten Untersuchung des Cockpit-Stimmenrecorders fest, dass das Gerät zwar beschädigt ist, es weise aber keine Zeichen von Manipulation auf, erklärte das OVV.

Die Daten aus dem Stimmenrecorder seien «erfolgreich heruntergeladen» worden. Sie müssten nun weiter «analysiert und untersucht» werden. Am Donnerstag begannen die Experten in Grossbritannien auch mit der Untersuchung des Flugdatenschreibers.

(sda)