Verräterische Indizien

20. Februar 2017 15:17; Akt: 20.02.2017 15:17 Print

Nimmt Hillary einen neuen Anlauf?

Kann es sein, dass die Verliererin der US-Präsidentschaftswahlen 2020 nochmals antritt? Das unterstellt ein Autor Hillary Clinton.

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Ein bitterer Moment: Die gescheiterte Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und ihr Gatte Bill wohnen am 20. Januar 2017 in Washington der Amtseinsetzung von Donald Trump bei. Will Hillary wirklich einen weiteren Anlauf auf das Weisse Haus nehmen? Letzten Sommer war Hillary noch siegesgewiss. Am Parteitag der Demokraten in Philadelphia stand sie am 27. Juli 2016 neben Präsident Barack Obama strahlend auf der Bühne. Am 8. November 2016 ging das Ehepaar Clinton im heimischen Chappaqua voller Zuversicht wählen. Doch dann gewann Donald Trump. Am Tag nach der Wahl hielt Hillary Clinton in New York eine Rede, worin sie ihre Niiederlage eingestand. Sie spielte aber auf künftige Aufgaben an. Gatte Bill musste sich eine Träne aus dem Auge wischen. Danach tauchte Hillary ab. Auf einem Waldspaziergang in der Nähe von Chappaqua schoss eine Nachbarin einen Schnappschuss mit ihr. Am 10. Januar 2017 hielt die Ex-Aussenministerin eine Rede im State Department in Washington. Bei Trumps Amtseinweihung war Hillary «bloss» eine von mehreren Gattinnen von Ex-Präsidenten (von links): Jimmy Carter, Amy Carter, Hillary Clinton, Bill Clinton, George W. Bush, Laura Bush. Langsam wagt sie sich wieder an die Öffentlichkeit, zum Beispiel am 1. Februar 2017 beim Besuch des Musicals «In Transit» in New York mit ihrem Mann Bill. Neben Hillary Clinton könnten sich auch andere bekannte Politiker für eine Kandidatur zum Präsidenten 2020 interessieren. Darunter ist der frühere Vizepräsident Joe Biden. (3. Februar 2017) Als denkbarer Anwärter wird Mark Zuckerberg gehandelt, der Vorsitzende und CEO von Facebook. Bild: an einem CEO-Gipfel in Lima, Peru, am 19. November 2016. Den Segen des Papstes hat Zuckerberg bereits: Am 29. August 2016 gewährte ihm Franziskus in Rom eine Audienz. Kanye West hat wiederholt gesagt, er wolle Präsident werden. Bild: Bei den MTV Video Awards am 28. August 2016 in New York. Nach seinem Besuch beim gewählten Präsidenten Trump am 13. Dezember 2016 verschob West seine Kandidatur aber auf 2024. Mit einer Kandidatur kokettiert auch die Sängerin Lindsay Lohan. Bild: am Coachella-Festival in Indio, Kalifornien, am 13. April 2014. Inzwischen hat sie sich aber mit Trump abgefunden und kümmert sich um Flüchtlinge aus Syrien. Am 27. Januar 2017 posiert sie mit dem Flüchtlingskind Bana el-Abed in Ankara beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Frau Emine. Einige demokratische US-Senatorinnen zieht es ins Weisse Haus. Darunter ist Elizabeth Warren aus Massachusetts ... (8. Februar 2017) ...Kirsten Gillibrand aus New York... (12. Januar 2017) ...und Kamala Harris aus Kalifornien. (10. Januar 2017) Sogar Sheryl Sandberg, COO von Facebook, werden Präsidentschaftsambitionen nachgesagt. Bild: am WEF in Davos am 18. Januar 2017.

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Manche politischen Fachleute haben mehr Mut als Wissen. Dies könnte man bei Matt Latimer vermuten, einem Autor von «Politico». Drei Monate nach den epochalen Präsidentschaftswahlen in den USA behauptet der frühere Redenschreiber von George W. Bush allen Ernstes: «Hillary Clinton tritt wieder an.» Im Untertitel fügt er hinzu: «Hier ist der Beweis.»

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Der Republikaner nimmt seinen Mund voll. Doch bei näherer Betrachtung machen seine Argumente durchaus Sinn, selbst wenn sie nicht als eigentliche Beweise gelten können. Für eine erneute Kandidatur der demokratischen Wahlverliererin sprechen laut Latimer fünf Gründe:

1. Die Clintons haben ihre internationale Stiftung heruntergefahren

Die Skandalquelle «Clinton Global Initiative» mit ihren ausländischen Geldgebern existiert praktisch nicht mehr. Bill und Hillary Clinton haben deren Aktivitäten praktisch auf null reduziert. Das erschwert künftig jene Interessenkonflikte, die der Kandidatin 2016 schwer schadeten.

2. Hillary dementiert nicht, New Yorker Bürgermeisterin werden zu wollen

Vor ein paar Wochen kursierte das Gerücht, die Wahlverliererin von 2016 könnte einen Anlauf auf das Bürgermeisteramt in New York nehmen, um neu Fuss zu fassen. Bisher hat Hillary solche Theorien nicht verworfen. Wahrscheinlich gefällt ihr die Vorstellung, dass ihre politische Karriere noch nicht vorbei ist.

3. Sie schreibt wieder ein Buch

Im Februar unterschrieb Clinton einen Vertrag für ihr siebtes (!) Buch. Warum sollte sie eines schreiben, wenn nicht, um den Boden für ihren nächsten Karriereschritt vorzubereiten?

4. Hillary twittert wieder

Nach einer Pause macht sich Hillary wieder den Twitter-Kanal zunutze. Vergangene Woche wiederholte sie die Begründung, mit der die demokratische Senatorin Elizabeth Warren im Senat mundtot gemacht wurde. Der republikanische Senatsführer Mitch McConnell sagte: «Sie war gewarnt. Sie erhielt eine Erklärung. Trotzdem machte sie weiter.» Vielsagend ergänzte Hillary: «Das müssen wir alle.»

5. Sie sagte: «Es gibt noch mehr Saisons»

Schon die Rede, mit der sie am Tag nach der Wahl ihre Niederlage eingestand, enthielt ein Versprechen für die Zukunft. «Verlieren wir unseren Mut nicht», sagte sie am 9. November 2016. «Denn es gibt noch mehr Saisons. Und es bleibt mehr Arbeit zu tun.»


(Quelle: YouTube/NBC News)

Nach ihren Versuchen von 2008 und 2016 wäre eine erneute Kandidatur Hillary Clintons dritter Anlauf auf das Weisse Haus. Aber zu alt wäre sie kaum dafür. Latimer rechnet vor, dass Hillary Clinton im Wahljahr 2020 «erst» 73 Jahre alt wäre und damit um ein Jahr jünger als Donald Trump, der sich dann zur Wiederwahl stellen dürfte.

Doch Trump ist auch das grosse Problem für Latimers kühne These. In der «Huffington Post» nimmt ein anderer Autor die wichtigsten Gründe für eine erneute Kandidatur Hillarys auf. Dann erinnert er an deren vernichtende Niederlage im Herbst und schreibt: «Macht euch deshalb auf acht Jahre mit Präsident Trump gefasst.»

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 20.02.2017 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Lernresistent

    wenn man sie tatsächlich erneut kandidieren lasen würde ... hätten ne ganze Menge Leute NICHTS, rein GAR NICHTS vom aktuellen Debakel gelernt. Aber mal ehrlich: Würde uns dies gross überraschen???

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  • PhilK am 20.02.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das würd ich mir nicht geben!

    Die US haben Trump gewählt, weil sie Hillary nicht wollten! Und jetzt kommt sie nochmals? Wie machtgeil kann man (Frau) denn sein?

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  • jungbauer am 20.02.2017 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso?

    wieso? sie ist der hauptgrund wieso trump gewählt wurde. lasst anderen kandidaten den vortritt welche nicht so skandalbehaftet sind...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Crigs am 20.02.2017 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    POLITIK WIRD ZUR NEBENSACHE

    Es geht längst nicht mehr um Politik, sondern nur noch darum, die erste Präsidentin der USA zu werden. Haben die Frauen nichts besseres zu bieten ???

  • Jürg Bertschinger am 20.02.2017 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Duck for President!

    Nein bitte, nicht schon wieder! Mein Tip an die Amerikanischen Wähler: Wählt Donald DUCK! Da wisst Ihr dann wenigstens, woran Ihr wirklich seit!

  • ddvm am 20.02.2017 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh mein gott

    na toll das bedeutet also 2020 wird kanye west wirklich präsident.

  • deb_ch am 20.02.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein!!!

    Die Demokraten haben es nicht geschafft, einen wählbaren Kandidaten zu stellen, und jetzt soll der ganze Mist nochmals wiederholt werden? Kein Wunder lässt sich Donald Trump den Slogan für den nächsten Run rechtlich reservieren. Wird Clinton aufgestellt, sind seine Chancen gross, wieder zu gewinnen.. Clinton ist KEINE Option.

  • Sarawak am 20.02.2017 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ewige Verliererin

    Ich hoffe nur dies ist ein schlechter Witz. Die GOP wird sich zu Tode lachen.