Jon Huntsman

21. Juni 2011 17:41; Akt: 21.06.2011 17:52 Print

Noch ein Mormone gegen Obama

Ein weiterer Republikaner hat sich für das interne Rennen um die Präsidentschaftskandidatur in Stellung gebracht. Jon Huntsman, moderat und Mormone, will kandidieren.

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: Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses hat bislang eine Achterbahnfahrt erlebt. Mit dem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina war er zuletzt ganz oben. Unklar ist, wie lange dies so bleibt, denn Gingrich schleppt viel Ballast mit sich herum. : Der Ex-Gouverneur von Massachusetts und Multimillionär gilt als mehrheitsfähig. Doch viele Konservative tun sich schwer mit dem Mormonen, sie halten ihn für zu glatt und abgehoben. Nach gutem Start in die Vorwahlen ist er zuletzt in Rücklage geraten. Der 53-jährige Italoamerikaner sass zwölf Jahre für den Bundesstaat Pennsylvania im Senat, ehe er 2006 abgewählt wurde. Er politisiert am rechten Rand der Partei. Lange war er ein krasser Aussenseiter, doch in Iowa gewann er knapp gegen Romney. : Der Texaner hat mit seinen libertären, staatskritischen Ansichten eine grosse Fangemeinde erobert. Diese hat ihm bei den bisherigen Vorwahlen zu teilweise guten Resultaten verworfen. Eine Chance auf die Nomination hat er trotzdem nicht. Der Gouverneur von Texas stieg im August ins Rennen ein und erreichte in den Umfragen sofort Spitzenwerte. Doch nach einigen Patzern stürzte er immer tiefer ab. Nach schwachen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire stieg er aus dem Rennen aus. : Er war Gouverneur von Utah, US-Botschafter in China und ist bekennender Mormone, wie Mitt Romney. Huntsman wollte sich als moderate Alternative zu diesem anbieten, doch wirklich durchsetzen konnte er sich nie. Am 16. Januar warf er das Handtuch. Die Kongressabgeordnete aus Minnesota hat fünf eigene und 23 Pflegekinder. Sie ist eine Favoritin der Tea-Party-Bewegung und berüchtigt für ihr loses Mundwerk. Nachdem sie bei der Vorwahl in ihrem Geburtsstaat Iowa nur den letzten Platz belegte, gab sie ihre Bemühungen auf. Der ehemalige Chef einer Pizza-Kette inszeniert sich als Anti-Politiker und kommt damit vor allem bei der Tea-Party-Bewegung an. Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und peinliche Patzer haben ihm jedoch geschadet - so sehr, dass er am 3. Dezember 2011 seine Kandidatur vorläufig auf Eis gelegt hat. Mit seiner zupackenden Art hat er sich als Gouverneur von New Jersey schnell Respekt verschafft. Für viele Republikaner ist er ein Hoffnungsträger, doch am 4. Oktober 2011 stellte Christie ein für allemal klar, dass er nicht kandidieren wird. : Die ehemalige Gouverneurin von Alaska erhält viel Aufmerksamkeit, doch ob sie in der Lage wäre, gegen Barack Obama zu gewinnen, haben viele bezweifelt. Am 5. Oktober 2011 hat sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben. Der Bruder von George W. Bush (l.) hat sich als früherer Gouverneur von Florida Respekt verschafft. Einen weiteren Bush im Weissen Haus will er den Amerikanern aber offensichtlich nicht zumuten. «Ich kandidiere nicht», hielt er in einer Mitteilung fest. Der Kongressabgeordnete von Wisconsin hat den radikalen Budget-Sparplan der Republikaner entworfen. Das macht ihn für viele in der Partei zu einem möglichen Kandidaten, doch Ryan will davon bislang nichts wissen. Der populäre Gouverneur von Indiana und Budgetdirektor in der Regierung von George W. Bush galt als Favorit der Parteiführung. Am 22. Mai 2011 erklärte er jedoch aus Rücksicht auf seine Familie den Verzicht auf eine Kandidatur. : Dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas gelang 2008 zum Auftakt der Vorwahlen ein Überraschungssieg. Dieses Mal hat der Baptistenprediger frühzeitig das Handtuch geworfen. : Der Gouverneur von Minnesota hat versucht, sich als solider Konservativer zu profilieren. Allerdings fehlt es ihm an Charisma. Im Juli stieg er als erster Kandidat aus dem Rennen aus. Der New Yorker Immobilienmogul sorgte mit markigen Sprüchen für Furore und erklomm in den Umfragen kurzzeitig den Spitzenplatz. Dann krebste er zurück: Seine vermeintliche Präsidentschaftskandidatur war wohl nur ein Werbegag für seine TV-Show «The Celebrity Apprentice».

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Der frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, hat am Dienstag offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt gegeben. Der ehemalige Gouverneur von Utah hatte vergangene Woche angekündigt, er werde am 21. Juni ins innerparteiliche Rennen der Republikaner einsteigen.

Dabei wird der Herausforderer von US-Präsident Barack Obama bei der Wahl im Herbst 2012 ermittelt. Die wirtschaftliche Situation der USA sei «absolut inakzeptabel», erklärte Huntsman bei seiner Ankündigung. So habe er die Ideen, mit denen einen Wandel herbeigeführt werden könne.

Der bekennende Mormone vertritt in einigen Fragen allerdings eine moderate Haltung, was ihm beim rechten Flügel seiner Partei zu schaffen machen könnte, ebenso wie der Umstand, dass er der Obama- Regierung einige Zeit als Mitarbeiter diente. Immerhin arbeitete er zuvor für drei republikanische Präsidenten.

Insbesondere in seiner Zeit als Gouverneur von Utah (2004 bis 2009) hatte Huntsman Positionen vertreten, die von denen der meisten seiner Parteikollegen im Kongress und vieler konservativer Wähler abweichen. So unterstützte er etwa eingetragene Lebenspartnerschaften für homosexuelle Paare und einen Emissionshandel zur Begrenzung der Treibhausgase.

Ausserdem akzeptierte er zur Arbeitsplatz-Förderung in seinem Staat Gelder aus dem Konjunkturprogramm der Washingtoner Regierung, dem bei der Verabschiedung im Kongress 2009 nur insgesamt drei Republikaner zugestimmt hatten. In mehreren Punkten hat sich Huntsman mittlerweile aber korrigiert und ist stärker nach rechts gerückt.

(sda)