Verschärfte Reaktion

09. Januar 2016 04:39; Akt: 09.01.2016 05:08 Print

Nordkorea droht dem Süden mit Krieg

In einer grossen TV-Ansprache findet Politiker Kim Kim Nam klare Worte für die anhaltende Beschallung Südkoreas und bezeichnet Nordkoreas Gegner als «neidisch».

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Raketenabschuss sei rein wissenschaftlicher Natur: Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un. (10. Oktober 2015) Ein undatiertes Foto zeigt den Start einer Musudan-Rakete, auch als ballistische Mittelstreckenraktete bezeichnet. Am 16. Oktober soll Nordkorea diese getestet haben. Gemäss den USA ist der Versuch jedoch fehlgeschlagen. Ungeachtet internationaler Warnungen hat Nordkorea nach Angaben Seouls eine Langstreckenrakete gestartet. (7. Februar 2016) Kims Regierung verkündet indes den erfolgreichen Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn. (7. Februar 2016) Südkoreaner schauen in Seoul eine Dokumentation über Nordkoreas Raketenabschusspläne. (3. Februar 2016) Vor knapp einem Monat erfuhren Passanten in Seoul in den Nachrichten bereits vom Nukleartest ihres nördlichen Nachbarn. (6. Januar 2016) Der japanische Verteidigungsminister Gen Nakatani (M.) eilt zum Büro des Premierministers. (6. Januar 2016). Japans Premier Shinzo Abe kritisiert Nordkoreas Vorgehen scharf und droht Konsequenzen an. Lässt einmal mehr seine Muskeln spielen: Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un, hier bei einer Militärparade am 10. Oktober 2015. Breaking News: Südkoreanische Fernsehsender berichteten ununterbrochen über den Vorfall. «Am Rande des Krieges»: Die Soldaten des norkoreanischen Militärs applaudieren nach Kim Kim Nams Ansprache auf dem Kim-II-sung-Platz in Pyongyang. (8. Januar 2016) Ein südkoreanischer Soldat justiert im Studio in Yeoncheon die Anlage, um Nordkorea mit Musik und Propaganda-Botschaften zu beschallen. (8. Januar 2016) Heftiges Beben: Die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete eine seismische Aktivität der Stärke 5,1.

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Nordkorea verschärft als Reaktion auf die anhaltenden Propagandadurchsagen Südkoreas die Rhetorik. Die Beschallung sowie Gespräche zwischen Washington und Seoul über eine mögliche Entsendung hochmoderner atomwaffenfähiger Kampfjets in den Süden hätten die koreanische Halbinsel «an den Rand des Krieges» gebracht, warnte der Sekretär der kommunistischen Arbeiterpartei, Kim Kim Nam, vor einer grossen Menschenmenge auf dem Kim-Il-Sung-Platz in Pyongyang. Das Staatsfernsehen übertrug die Rede vom 8. Januar 2016. Nordkoreas Gegner seien nur «neidisch» auf den erfolgreichen Wasserstoffbombentest des Landes, fügte Kim hinzu.

Allerdings wird die Darstellung über eine Zündung einer H-Bombe international stark in Zweifel gezogen. Denn das Nukleararsenal Nordkoreas gilt als begrenzt, die am Mittwoch registrierte Detonation soll zudem für eine solche Bombe nicht stark genug gewesen sein.

Beschallung mit verbotener Musik

Seoul reagierte auf den mutmasslichen vierten Atomtest Pyongyangs dennoch und nahm am Freitagmorgen die Propaganda-Lautsprecher an der Grenze zum Norden in Betrieb. Ausser Botschaften, die die angebliche Unfehlbarkeit der Herrscherfamilie Kim infrage stellen, spielte der Süden koreanische Popmusik ab, sogenannten K-Pop. Diese Musik ist im Norden offiziell verboten, aber nach Aussagen von Überläufern in der Bevölkerung beliebt.

Als Südkorea im Sommer zuletzt im Sommer seine Propagandalautsprecher einsetzte, kam es zu Artilleriefeuer, der Norden drohte mit Krieg. Erst nach langen Verhandlungen einigten sich die beiden Länder auf eine Deeskalation. Um auf nordkoreanische Provokationen schnell reagieren zu können, versetzte Seoul seine Frontsoldaten in der Nähe der elf Standorte von Lautsprechern laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap in höchste Alarmbereitschaft. Zudem habe Südkorea Raketen, Artillerie und andere Waffensysteme unweit der Grenze stationiert.

(afo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Meier am 09.01.2016 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kleinkinder!

    Der eine bastelt sich Bomben und plagiert laut damit. Die anderen machen sonst einen riesen Lärm und bestätigen so dem ersten, dass er euf dem rechten Weg ist! Das ist ein Kindergarten! Einfach ohne Aufsicht!

  • Walter Spahni am 09.01.2016 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Soweit kommt es halt,

    wenn Psychopathen an der Macht sind.

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  • Petra Chevalier am 09.01.2016 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten-nur gefährlicher

    Was soll man dazu noch sagen. Der eine droht, obwohl er sich nicht an Abmachungen hält. Der andere gibt mit Musik zurück. Kindergarten - leider ein gefährlicher.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ca Mau am 09.01.2016 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht lustig

    Wenn ich dran denke wird mir etwas flau im Magen, denn dieses Kindergartengetue könnte einen sehr grossen Krieg auslösen.

  • Olaf Rustle am 09.01.2016 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltpolizei nicht anwesend

    Im Irak musste die USA sofort intervenieren weil sie angebliche Massenvernichtungswaffen gefunden hatten, aber wenn Nordkorea Atomwaffen hat ist das kein Grund zur Invasion? Möchte man warten, bis sie bessere Raketen und Bomben haben? Oder bis es eskaliert?

  • Buba am 09.01.2016 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was diese Lautsprecher

    Wie weit wohl diese Lautsprecher zu hören sind? Wieso wird diese Methode die offensichtlich nur provoziert überhaupt angewannt? Ich werd irgendwie nicht schlau daraus.

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    • Walter Spahni am 09.01.2016 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Soweit kommt es halt,

      wenn Psychopathen an der Macht sind.

      • Overlord am 10.01.2016 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Walter Spahni

        und diese noch in der schweiz ausgebildet werden.

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    • Linda am 09.01.2016 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Das nächste

      Pulverfass ist kurz vor der Explosion. Wenn da nicht bald Ruhe ist von beiden Seite, wehe dann was da in Korea los geht. Ich ahne fürchterliches

      • Baselboy12 am 09.01.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Linda

        Also die nordkorea seite ist absolut uneinsichtig und stur. Die werden nicht kleinbei geben. Und südkorea macht dann auch auf stur und so wird das nie was

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