Konflikt

06. August 2019 03:53; Akt: 06.08.2019 03:53 Print

Nordkorea protestiert gegen Militärmanöver

Nach Angaben Südkoreas hat Kim Jong-un am Dienstag Projektile ins Meer abgefeuert. Mit einer Warnung an Seoul und Washington.

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Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut Geschosse in das Japanische Meer abgefeuert. Bisher seien diese aber nicht identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf das südkoreanische Militär. Die Projektile seien von der Ostküste am frühen Morgen gestartet worden. Das südkoreanische Militär beobachte die Lage. Weitere Angaben gab es zunächst nicht.

Yonhap berichtete unter Berufung auf die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA weiter, Pyongyang protestiere gegen die gemeinsamen Manöver Südkoreas und der USA, das am Montag gestartet worden war.

Hoher Preis für «Fehler»

Das nordkoreanische Militär hatte am Donnerstag nach südkoreanischen Angaben bereits zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert und diese als Reaktion auf Militärübungen Südkoreas gerechtfertigt. Beide Raketen stürzten den Angaben zufolge ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer).

Die Führung in Pyongyang äusserte sich nicht direkt zu den erneuten Tests. Sie verurteilte am Dienstag aber das am Montag begonnene Militärmanöver von Washington und Seoul scharf. Es handle sich um eine «eklatante Verletzung» von Vereinbarungen von Nordkorea mit den USA und mit Südkorea, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des nordkoreanischen Aussenministeriums.

Südkorea und den USA fehle der «politische Wille» zu einer Verbesserung der Beziehungen zu Nordkorea. Der Sprecher warnte, sollten Washington und Seoul die nordkoreanischen Warnungen weiterhin nicht beachten, müssten sie einen «hohen Preis» zahlen. Solche Manöver nötigten Nordkorea dazu, die eigene Waffenentwicklung voranzutreiben.

Die US-Regierung erklärte am Montagabend lediglich, sie beobachte die Situation genau.

Stockende Gespräche

Es ist somit das vierte Mal in weniger als zwei Wochen, dass Nordkorea Raketen startet. Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - eigentlich die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • klatscht Beifall, spielte ich meine Roll am 06.08.2019 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Worüber wird verhandelt?

    Nordkorea wird sich nicht von seinen Atomwaffen trennen, da sie die Lebensversicherung des Regimes sind. Die USA werden ihre Truppen nicht aus Südkorea abziehen, da sie in Reichweite von China und Russland sind und die stationierten Radarsysteme einen erheblichen taktischen Vorteil im Falle einer nuklearen Eskalation mit den beiden bringen.

  • Peter am 06.08.2019 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!

    Mir kommt es so vor, dass alle Länder sich auf einen Krieg einstellen. Das Macht Angst. Iran, Nordkorea, China, Syrien, Russland! .........Regierungen spielen immer mehr Krieg ohne sich Gedanken zu machen was es für Auswirkungen hat wenn einer gegenüber ausrastet. Und die normal mitdenkenden Menschen sind die Verlierer! Traurig was da läuft, einfach nur traurig!

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  • m. mo am 06.08.2019 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verständlich

    Eine Abmachung zw. den USA und Nordkora war, ein Ende der Militärübungen direkt an der Nordkoreanischen Grenze. Warum sollen sie sich an Regeln halten, wenn es die Gegenseite auch nicht tut!?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wildheuer am 06.08.2019 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obacht .........

    Sie spielen mit dem Feuer und das ruft die Feuerwehr !

  • Mr. Right am 06.08.2019 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Am 1. August

    Das ist doch auch der richtige Tag um Raketen abzufeuern. Das hatte er damals in der Schweiz gelernt.

  • B. Kerzenmacher am 06.08.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Das

    Problem ist nicht, dass die Nordkoreaner Raketen testen. Daran wird man sie kaum hindern können. Das Problem ist, wie sie ihre Raketen testen. Sowohl die USA als auch Russland schiessen jedes Jahr ein halbes Dutzend Raketen ab. Da die Nuklearmächte aber Frühwarnsysteme unterhalten, werden diese Tests meistens im Voraus gegenseitig angekündigt. Die jeweiligen Luftraumüberwachungen können die Flugbahn dann verfolgen. Die Nordkoreaner tun genau das nicht. Sie schiessen einfach drauf los. Und die Südkoreaner und Japaner können dann zuschauen, wohin die Dinger fliegen.

  • Fat Belly am 06.08.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss leider sein....

    Betr. USA ist jeder Kommentar ueberfluessig, was dieses Land sich leistet, ist jenseits vom Ertraeglichen. Dass NK den Schosshund der USA SK in die Schranken weist, ist gerechtfertigt. Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich andere Laender der Region offen und mit Mitteln gegen den Agressor aus dem Westen zur Wehr setzen. Die USA haben in diesem Teil der Welt NICHTS zu suchen. Ebensowenig in Afrika und Suedamerika. Betr. Europa halte ich mich bedeckt, schliesslich gaebe es ohne die machthungrigen und skrupellosen Auswanderer aus Europa keine USA, sondern ein "Indianerland".

  • Peter am 06.08.2019 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!

    Mir kommt es so vor, dass alle Länder sich auf einen Krieg einstellen. Das Macht Angst. Iran, Nordkorea, China, Syrien, Russland! .........Regierungen spielen immer mehr Krieg ohne sich Gedanken zu machen was es für Auswirkungen hat wenn einer gegenüber ausrastet. Und die normal mitdenkenden Menschen sind die Verlierer! Traurig was da läuft, einfach nur traurig!

    • Flitzpiepe am 06.08.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      In der Menschheitsgeschichte gab es immer und wird es immer Kriege geben. Immer wenn das Finanzsystem in Schieflage gerät ist Krieg ein Mittel der Wahl. Wenn alles in Schutt und Asche liegt gibts viele Verdienstmöglichkeiten beim Wiederaufbau. Der Mensch ist noch immer derselbe wie vor tausenden von Jahren, nur die Technik hat sich weiterentwickelt.

    • Karina Melcheor am 06.08.2019 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Sie haben etwas vergessen

      Sie haben noch die USA vergessen. Die sind nämlich an den meisten Orten direkt beteiligt.

    • David Stoop am 06.08.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Syrien ist schon seit langem in einem Bürgerkrieg und Russland liebt zwar seine Stellvertreter-Kriege, besitzt aber aktuell kaum Rückhalt im Volk für einen echten Krieg. Putin muss ja heute schon die Verlustzahlen in seinen Stellvertreter-Kriegen verheimlichen, damit sein Regime funktioniert. Wirklich gefährlich ist aktuell der Iran, welcher scheinbar gerne einen Krieg hätte, wohl weil die Machthaber gerne dem inneren Zerfall entkommen würden. Wir erinnern uns, seit 2017/2018 sind auch die rechten gegen das Regime.

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