Rassistische Tiraden

09. Mai 2014 13:18; Akt: 09.05.2014 13:49 Print

Nordkorea vergleicht Obama mit «wildem Affen»

Nordkorea hat in letzter Zeit seine Rhetorik gegenüber den USA verschärft, rassistische Äusserungen waren bisher aber die Ausnahme. Das Land will Aufmerksamkeit, sagt ein Experte.

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Von Nordkorea beleidigt: US-Präsident Barack Obama. (Bild: Keystone/AP/Marcio Jose Sanchez)

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Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hat rassistische Tiraden gegen US-Präsident Barack Obama veröffentlicht. Sie verbreitete am 2. Mai nur in ihrem koreanischsprachigen Dienst eine lange Meldung, in der ein Arbeiter erklärt, der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten sehe aus wie ein Affe. «Es wäre besser für ihn, mit anderen wilden Affen in einem Wildpark in Afrika zu leben – und Brotkrumen aufzulecken, die ihm Zuschauer hinwerfen», wird der Fabrikarbeiter namens Kang Hyok zitiert.

Das US-Aussenministerium wies die Beleidigungen als widerwärtig zurück. Die Meldung sei «beleidigend und lächerlich und absurd», sagte Aussenamtssprecherin Marie Harf am Donnerstag.

Nordkorea hat in letzter Zeit seine Rhetorik gegen Südkorea und die USA verschärft, während es mit der Möglichkeit eines vierten Atomwaffentests droht. Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye war beispielsweise mit «alte Prostituierte» und anderen sexistischen Sprüchen verunglimpft worden.

Rassistische Beleidigungen waren bisher allerdings eher die Ausnahme. Yoo Ho-yeol, Nordkorea-Experte an einer südkoreanischen Universität, sagte, Nordkorea wolle mit solcher Propaganda Aufmerksamkeit erheischen. Zugleich habe die Regierung aber zu den rassistischen Ausfällen Distanz gewahrt, indem die einem einfachen Fabrikarbeiter zugeschrieben worden seien.

(sda)