Wahlparty unterwandert

19. September 2011 11:14; Akt: 19.09.2011 11:14 Print

Nur noch 1,8 Prozent? Grossartig!

Wer bei Wahlen absackt, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Als in der Berliner Bundeszentrale der FDP das Wahlergebnis bekannt gegeben wurde, regnete es Jubel und Konfetti.

Jubel beim FDP-Ergebnis. Quelle: YouTube
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Erst klatschen die FDP-Parteimitglieder noch, als sie im Thomas-Dehler-Haus in Berlin die Ergebnisse der Landtagswahl vernehmen. Gerade bescheidet der Nachrichtensprecher dem politischen Gegner von ganz links einen kleinen Verlust von zwei Prozent. Aber immerhin bringt es «Die Linke» noch auf 11,5 Prozent. Dann halten die Politiker (für einmal) die Luft an. «Und die FDP», sagt der Mann im Fernsehen, «zwei Prozent». Im Raum bricht lautstark Jubel aus, obwohl allen FDP-Mitglieder quasi die Wahlklatsche ins Gesicht geschrieben steht.


Der Jubel aus anderer Perspektive. Quelle: Vimeo

Dennoch geht der wilde Applaus weiter, Konfetti fliegt, rhythmisch werden Sprechgesänge angestimmt: «Jetzt geht’s los!» Natürlich ist die Spassfraktion kein Fan der Wahlverlierer, sondern kommt vom politischen Gegner: Hinter der Altion steckt Martin Sonneborn, Ex-Chefredaktor des Satiremagazins «Titanic» und Chef der Ironie-Politiker der «Partei», die auch einen Schweizer Ableger hat. Als «Hedonistische Internationale» haben 50 Aktivisten die FDP-Party unterwandert.


Das ZDF hat Totenstille ausgemacht. Das nennt man Text-Bild-Schere. Quelle: YouTube

Auf der Website der Bewegung lässt sich ein Mitglied so zitieren: «Wir hatten grossen Rückenwind der Bundespolitik, so haben wir doch noch dieses phänomenale Wahlergebnis von unter zwei Prozent erstritten. Ohne eine harte Ansage gegen Griechenland wäre das nicht möglich gewesen. Deswegen kann man sagen, vom Ergebnis her: ‹Die FDP ist wieder da...›» Der Berliner Zeitung B.Z. sagte «Partei»-Chef Sonneborn: «Wir bieten FDP-Mitgliedern jetzt ein Aussteigerprogramm an.» Natürlich scheiterte auch seine Politvereinigung in Berlin an der Fünf-Prozent-Hürde.

(phi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Cousto am 20.09.2011 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Guido Westerwelle über die Piratenpartei

    Vor gut zwei Jahren erklärte der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle, dass jede Stimme für die Piratenpartei eine Stimme für den Gulli sei. Da ahnte er noch nicht, dass aufgrund seiner Politik zwei Jahre später bei der Wahl in Berlin jede Stimme für die FDP eine Stimme für den Gulli war, jedoch keine Stimme für die Piratenpartei im Gulli landete. Dies gilt sowohl für das Abgeordnetenhaus des Landes Berlin wie auch für alle Bezirksparlamente. "Quelle: Guido Westerwelle über die Piratenpartei"

  • Deutscher am 19.09.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Kaum ist einer dagegen das Deutschland die EU auf kosten kommender Generationen finanziert bekommt er von allen Seiten Schläge. Aber meine Oma hat mir schon vor 50 Jahren beigebracht: Freunde kann man nicht kaufen.

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  • Bruno am 19.09.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Persönliche Ansichten der Redakteure

    "Dann halten die Politiker (für einmal) die Luft an." Ich frage mich, was solche Wertungen und inhaltlich irrelevante Beibemerkungen der Redaktoren mit Journalismus zu tun haben? Wenn der Redaktor dieses Artikels meint, Politiker sprechen zu viel, dann ist das seine gute Meinung. Es ist aber falsch, diese Meinung in den Text einfliessen zu lassen. Ich stelle eine Mehrung solcher bissiger Beibemerkungen bei 20min.ch-Artikeln fest, das stört mich als Leser sehr. Zumal es sich meistens um Klischees handelt (Politiker plauern, Kinder schreien, Hunde stinken, etc.). Sehr unprofessionell!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Cousto am 20.09.2011 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Guido Westerwelle über die Piratenpartei

    Vor gut zwei Jahren erklärte der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle, dass jede Stimme für die Piratenpartei eine Stimme für den Gulli sei. Da ahnte er noch nicht, dass aufgrund seiner Politik zwei Jahre später bei der Wahl in Berlin jede Stimme für die FDP eine Stimme für den Gulli war, jedoch keine Stimme für die Piratenpartei im Gulli landete. Dies gilt sowohl für das Abgeordnetenhaus des Landes Berlin wie auch für alle Bezirksparlamente. "Quelle: Guido Westerwelle über die Piratenpartei"

  • Iro Nie am 20.09.2011 04:01 Report Diesen Beitrag melden

    Konfetti-Regen

    Jetzt müsste nur noch die SP Schweiz so ein Glanzresultat hinlegen, könn(t)en wir den 23. Oktober zum National-Feiertag erklären .....

    • R. Grieder am 20.09.2011 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      Auch Konfetti-Regen

      Oder die SVP, dann wird es noch viel lustiger.

    • David am 21.09.2011 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Auch Konfetti-Regen

      Oder beide... :D

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  • Deutscher am 19.09.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Kaum ist einer dagegen das Deutschland die EU auf kosten kommender Generationen finanziert bekommt er von allen Seiten Schläge. Aber meine Oma hat mir schon vor 50 Jahren beigebracht: Freunde kann man nicht kaufen.

    • Zuqgroaster am 19.09.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Oma hat mir beigebracht

      dass sich Wendehälse oft nur den eigenen Kopf verdrehen.

    • Martin am 20.09.2011 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      FDP ist nich glaubwürdig

      Ich bin absoluter Eurogegner. Aber die FDP hat einfach keine glaubwürdigkeit. Kurz vor der wahl nochmal ein bisschen Euro-Populismus, das hätte man sich früher überlegen müssen. Die Diskussion nach der wahl über einen Strategiewechsel zeigt ja auch das es nicht ernst gemeint war. Bzw. wer es doch ernst mein soll halt aus der FDP austreten und in eine der vielen "rechtspopulistischen" parteien eintreten, wenn er nicht auch nur ein opportunist ist.

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  • Bernhard Z. am 19.09.2011 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    und die anderen ?

    Jetz waehre interresant zu sehen auf wieviel die NPD geschafft hat....

    • to mounopano am 19.09.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      nicht viel mehr

      2,1 prozent

    • John Doe am 19.09.2011 13:55 Report Diesen Beitrag melden

      voila

      2 % sollens sein

    • Giovanni-scho-weiss am 20.09.2011 04:03 Report Diesen Beitrag melden

      Die FDP in D ist:

      Fast Drei Prozent, hoffentlich auch für die Schweiz

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  • Bruno am 19.09.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Persönliche Ansichten der Redakteure

    "Dann halten die Politiker (für einmal) die Luft an." Ich frage mich, was solche Wertungen und inhaltlich irrelevante Beibemerkungen der Redaktoren mit Journalismus zu tun haben? Wenn der Redaktor dieses Artikels meint, Politiker sprechen zu viel, dann ist das seine gute Meinung. Es ist aber falsch, diese Meinung in den Text einfliessen zu lassen. Ich stelle eine Mehrung solcher bissiger Beibemerkungen bei 20min.ch-Artikeln fest, das stört mich als Leser sehr. Zumal es sich meistens um Klischees handelt (Politiker plauern, Kinder schreien, Hunde stinken, etc.). Sehr unprofessionell!

    • Inko Gnito am 19.09.2011 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Oder doch?

      Da hat er schon recht! Schliesslich ist 20min eine News Seite kein Satire Magazin?!

    • Urs Schürmann am 19.09.2011 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Hauptsache gemotzt

      Wichtig ist, das sie sich über solche Details aufregen können!

    • Costa am 19.09.2011 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      Flop

      Hallo Bruno, wenn Sie sich mit solchen Kleinigkeiten auseinandersetzen, und es Ihnen nicht passt, was ind er 20min drinsteht, oder wie es geschrieben wird, dann um Himmels Willen lesen Sie keine 20min mehr. Es steht jedem Frei die NZZ, 20min, oder was auch immer zu lesen. Nur fakt ist, dass die vorgenannten Medien genau das Schreiben, was die grossen Medionmonopole vorgeben. Deswegen ernähre ich mich von alternativ Medien, die um einiges realer und ehrlicher sind als diese! Macht die Augen auf liebe Schweizer!!!

    • Bruno am 19.09.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      An Herrn Schürman und Costa.

      Herr Schürmann, ich rege mich nicht auf, ich stelle nur fest. Es geht nicht um dieses eine Detail, sondern um eine Häufung in letzter Zeit. Neutraler, berichterstattender Journalismus ist etwas anderes. Und Costa: Mich würde interessieren, welche Medien Sie denn alternativ konsumieren? Danke für ein, zwei Tipps, vielleicht ist ja tatsächlich etwas für mich dabei.

    • Moritz Brösel am 19.09.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Alles von oben gesteuert...

      Zu den «Medionmonopolen»: In der Schweiz kommt alles von der SDA (nationale Nachrichtenagentur), welche den Journalisten vorgibt, was zu schreiben ist. Die Journalisten haben leider nur noch im regionalen Bereich etwas zu tun - internationale Recherchen sind Vergangenheit. Daher erfahren wir auch nichts über die wichtigen Dinge, wie beispielsweise die beiden Atomkatastrophen (Fort Calhoun, ...) in der USA, welche seit Wochen andauern...

    • Michael am 19.09.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      Was für ein Kommentar?!

      Hallo Costa Wenn man schon die Freiheit hat die 20Min zu lesen oder auch nicht, dann sollte der Leser aber auch die Freiheit haben, auf Fehler aufmerksam zu machen oder seine Meinung kund tun zu dürfen. Macht ja anscheinend die Redaktion auch. Gleiches Recht für alle, oder?

    • Costa am 19.09.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      Alternativmedien

      Lieber Bruno Versuchs mal mit ASUR (alles schall und rauch) einfach googlen und die .org seite öffnen. dort steht alles, was Du über die Welt im aktuellen Zustand wissen musst. Es geht in Richtung Verschwörungstheorien, aber wenn man etwas länger auf der Seite verweilt, findet man paralleln und wahrheiten bezüglich NWO (neue weltordnung), Euro, CHF, USD, Wirtschaft, Bilderberg, etc. Sehr vieles, was gegen Bilderberg, CHF etc drin steht hat sich bewahrheitet. Ich persönliche glaube daran, dass ein 3. Weltkrieg stattfinden wird ausgehend vom Nahostkonflikt! Palästina /israel!! We will see.

    • costa am 19.09.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Michael

      Hallo Michael Danke für Deine Anmerkung. Klar hat jeder seine freiheit sich diesbezüglich zu äusser. ich habe ja dem bruno gegenüber auch nur meine Meinung geäussert. Ist ja legitim. Ausserdem es ist kein Fehler der Redaktion sonder persönliche Meinungsäusserung die er in im Text miteinfliesst, ob dies schlechter oder guter Journalismus ist, dies überlasse ich jedem einzelnen. :-) trotzdem en schöne Namitag!

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