Tim Pawlenty

22. März 2011 06:46; Akt: 22.03.2011 17:56 Print

Obama hat seinen ersten Herausforderer

Nach längerem Zögern bereitet der erste US- Republikaner offiziell seine Kandidatur gegen Präsident Barack Obama bei den Wahlen 2012 vor.

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: Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses hat bislang eine Achterbahnfahrt erlebt. Mit dem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina war er zuletzt ganz oben. Unklar ist, wie lange dies so bleibt, denn Gingrich schleppt viel Ballast mit sich herum. : Der Ex-Gouverneur von Massachusetts und Multimillionär gilt als mehrheitsfähig. Doch viele Konservative tun sich schwer mit dem Mormonen, sie halten ihn für zu glatt und abgehoben. Nach gutem Start in die Vorwahlen ist er zuletzt in Rücklage geraten. Der 53-jährige Italoamerikaner sass zwölf Jahre für den Bundesstaat Pennsylvania im Senat, ehe er 2006 abgewählt wurde. Er politisiert am rechten Rand der Partei. Lange war er ein krasser Aussenseiter, doch in Iowa gewann er knapp gegen Romney. : Der Texaner hat mit seinen libertären, staatskritischen Ansichten eine grosse Fangemeinde erobert. Diese hat ihm bei den bisherigen Vorwahlen zu teilweise guten Resultaten verworfen. Eine Chance auf die Nomination hat er trotzdem nicht. Der Gouverneur von Texas stieg im August ins Rennen ein und erreichte in den Umfragen sofort Spitzenwerte. Doch nach einigen Patzern stürzte er immer tiefer ab. Nach schwachen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire stieg er aus dem Rennen aus. : Er war Gouverneur von Utah, US-Botschafter in China und ist bekennender Mormone, wie Mitt Romney. Huntsman wollte sich als moderate Alternative zu diesem anbieten, doch wirklich durchsetzen konnte er sich nie. Am 16. Januar warf er das Handtuch. Die Kongressabgeordnete aus Minnesota hat fünf eigene und 23 Pflegekinder. Sie ist eine Favoritin der Tea-Party-Bewegung und berüchtigt für ihr loses Mundwerk. Nachdem sie bei der Vorwahl in ihrem Geburtsstaat Iowa nur den letzten Platz belegte, gab sie ihre Bemühungen auf. Der ehemalige Chef einer Pizza-Kette inszeniert sich als Anti-Politiker und kommt damit vor allem bei der Tea-Party-Bewegung an. Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und peinliche Patzer haben ihm jedoch geschadet - so sehr, dass er am 3. Dezember 2011 seine Kandidatur vorläufig auf Eis gelegt hat. Mit seiner zupackenden Art hat er sich als Gouverneur von New Jersey schnell Respekt verschafft. Für viele Republikaner ist er ein Hoffnungsträger, doch am 4. Oktober 2011 stellte Christie ein für allemal klar, dass er nicht kandidieren wird. : Die ehemalige Gouverneurin von Alaska erhält viel Aufmerksamkeit, doch ob sie in der Lage wäre, gegen Barack Obama zu gewinnen, haben viele bezweifelt. Am 5. Oktober 2011 hat sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben. Der Bruder von George W. Bush (l.) hat sich als früherer Gouverneur von Florida Respekt verschafft. Einen weiteren Bush im Weissen Haus will er den Amerikanern aber offensichtlich nicht zumuten. «Ich kandidiere nicht», hielt er in einer Mitteilung fest. Der Kongressabgeordnete von Wisconsin hat den radikalen Budget-Sparplan der Republikaner entworfen. Das macht ihn für viele in der Partei zu einem möglichen Kandidaten, doch Ryan will davon bislang nichts wissen. Der populäre Gouverneur von Indiana und Budgetdirektor in der Regierung von George W. Bush galt als Favorit der Parteiführung. Am 22. Mai 2011 erklärte er jedoch aus Rücksicht auf seine Familie den Verzicht auf eine Kandidatur. : Dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas gelang 2008 zum Auftakt der Vorwahlen ein Überraschungssieg. Dieses Mal hat der Baptistenprediger frühzeitig das Handtuch geworfen. : Der Gouverneur von Minnesota hat versucht, sich als solider Konservativer zu profilieren. Allerdings fehlt es ihm an Charisma. Im Juli stieg er als erster Kandidat aus dem Rennen aus. Der New Yorker Immobilienmogul sorgte mit markigen Sprüchen für Furore und erklomm in den Umfragen kurzzeitig den Spitzenplatz. Dann krebste er zurück: Seine vermeintliche Präsidentschaftskandidatur war wohl nur ein Werbegag für seine TV-Show «The Celebrity Apprentice».

Diese Republikaner gelten als mögliche Herausforderer Obamas bei den Präsidentschaftswahlen im November 2012

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Der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, bildete einen Ausschuss, um seine Chancen für eine Kandidatur auszuloten.

Damit kann der 50-Jährige auch offiziell damit beginnen, Wahlkampfspenden zu sammeln. Dies gilt als erster echter Schritt, bei den Vorwahlen gegen andere republikanische Kandidaten anzutreten.

«Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, werden uns die Regierung zurückholen», sagte Pawlenty in einem Video. «Dies ist unser Land.» Die Präsidentenwahl findet im November 2012 statt, die Vorwahlen starten mit Jahresbeginn. Pawlenty gilt zwar als ernsthafter Bewerber, laut Umfragen unter Republikanern allerdings nicht als Favorit.

Grössere Chancen werden dagegen den ehemaligen Gouverneuren Mike Huckabee und Mitt Romney eingeräumt. Auch Sarah Palin, Ikone der radikalen «Tea Party Bewegung», gilt als mögliche Kandidatin - allerdings hat bislang noch niemand den Hut in den Ring geworfen.

Newt Gingrich, die einstige Galionsfigur der «republikanischen Revolution» in den 90er Jahren, bereitet inoffiziell seine Kandidatur vor.

Chancen für Obama stehen nicht schlecht

Vor vier Jahren hatten um diese Zeit bereits acht Republikaner ihren Anspruch auf eine Kandidatur angemeldet. Es wird damit gerechnet, dass in den nächsten Wochen noch diverse Republikaner antreten: erste TV-Debatten sind bereits im Mai geplant.

Derzeitigen Umfragen zufolge stehen allerdings die Chancen Obamas ganz gut, wiedergewählt zu werden. Experten meinen, entscheidend für den Wahlausgang dürfte es sein, ob die US-Konjunktur im Wahljahr weiter an Fahrt aufnimmt und die Arbeitslosigkeit sinkt. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind lediglich drei Präsidenten bei einer Wiederwahl gescheitert.

(sda)