Arabische Welt in Aufruhr

04. Februar 2011 09:29; Akt: 04.02.2011 09:51 Print

Obama ist von seinen Spionen enttäuscht

Die Ereignisse in der arabischen Welt kamen für die USA viel zu überraschend. Der Geheimdienst musste sich deshalb zahlreiche Vorwürfe anhören.

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US-Präsident Barack Obama ist überzeugt, dass der Geheimdienst zu spät über die Aufstände in der arabischen Welt informiert hatte: Barack Obama mit James Clapper, dem Direktor der CIA. (Bild: Keystone)

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Nach den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten ist der US-Geheimdienst seitens des Weissen Hauses und des Kongresses in die Kritik geraten. Präsident Barack Obama habe gegenüber dem nationalen Geheimdienstdirektor James Clapper seine Enttäuschung über die Geheimdienste zum Ausdruck gebracht, weil diese nicht vorhergesehen hätten, dass die Demonstrationen in Tunis zum Sturz von Präsident Zine el Abidine Ben Ali führen würden, verlautete aus Regierungskreisen. Führende Senatoren des Geheimdienstausschusses stellten die Frage, wann Obama informiert und was ihm vor den Aufständen gesagt wurde.

«Diese Ereignisse hätten für uns nicht so überraschend kommen dürfen, wie es der Fall war», sagte die Ausschussvorsitzende, die demokratische Senatorin Dianne Feinstein in einem Interview. Da die Demonstranten das Internet und andere soziale Medien für die Organisation ihrer Proteste nutzten, hätte es Kenntnis darüber geben müssen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus, der Republikaner Mike Rogers, sagte dagegen, es sei unrealistisch, von den Geheimdiensten zu erwarten, dass sie die Vorgänge in beiden Ländern hätten voraussehen müssen. Man müsse ihre Grenzen realistisch einschätzen, «insbesondere im Hinblick auf das komplexe und interaktive Verhalten von Millionen Menschen», sagte er.


(ap)