Ferguson

01. Dezember 2014 03:34; Akt: 01.12.2014 03:34 Print

Obama trifft sich mit Bürgerrechtlern

Wie kann man das Misstrauen zwischen der farbigen Bevölkerung und der Polizei überwinden? Diese Frage will US-Präsident Obama am Montag besprechen.

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Am Dienstag, 10. März 2015, wurde in Ferguson an einer Versammlung diskutiert, ob man sich beim Polizisten Darren Wilson öffentlich entschuldigen soll. Später am Abend gab Stadtdirektor John Shaw seinen Rücktritt bekannt. Einen Tag nach dem Entscheid des US-Justizministeriums, Polizist Darren Wilson nicht anzuklagen, kündete Daryl Parks, der Anwalt von Michael Browns Familie, an, Zivilklage gegen Wilson einzureichen. Am 4. März hielt das US-Justizministerium in einem Bericht fast, dass es in Ferguson zu Rassismus-Vorfällen durch die Polizei kam. Der Polizist, der Michael Brown getötet hat, wird jedoch nicht angeklagt. An Thanksgiving bleibt es in Ferguson ruhig. Doch die Proteste der vergangenen Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Bei den Canfield Green Apartments haben die Menschen eine Gedenkstätte für Michael Brown errichtet. Demonstranten und Nationalgardisten am Abend des 26. November 2014 in Ferguson: Wie in weiten Teilen der USA fällt auch in Ferguson Schnee, die Temperatuen liegen beim Gefrierpunkt. In der Nacht auf den 27. November blieb es in Ferguson relativ ruhig. Ein Versuch von Demonstranten, das Rathaus zu stürmen, wurde von der Polizei und der Nationalgarde verhindert. Drei Menschen wurden festgenommen. Derweil hat sich Michael Browns Mutter Lesley McSpadden (rechts) in Harlem mit Angehörigen von Eirc Garner und Akai Gurley getroffen - auch Garner und Gurley waren schwarze Männer, die von Polizisten erschossen wurden. Die Frauen beteten gemeinsam. Proteste gingen in vielen Teilen des Landes auch am Mittwoch nach dem Urteil in Ferguson vom Montag weiter. Hier stellt sich ein Demonstrant in Los Angeles der Polizei gegenüber. Er werde demnächst Vater, sagte der Polizist von Ferguson, Darren Wilson, in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender «abc News», das am Mittwoch ausgestrahlt wurde. Die Ferguson-Proteste ziehen sich mittlerweile von der US-Westküste bis zur Ostküste. In 170 Städten haben Demonstranten den Verkehr blockiert oder ganz lahmgelegt. In Minneapolis ist ein Autofahrer in eine Menge von Ferguson-Demonstranten gefahren und hat mit seinem Vorderrad eine Frau ergriffen. Er schleifte die Demonstrantin etwa sechs Meter unter dem Auto mit. Demonstranten blockieren eine Strasse in Nashville Tennessee. Ein Protestler in Oakland, Kalifornien, legt Holz nach. Ein Demonstrant mit Gasmaske vor dem Polizeigebäude in Ferguson, Missouri. Demonstranten reihen sich vor dem Polizei-Department in Ferguson auf. Nach Angaben der Behörden im Grossraum St. Louis hat es mehr als 80 Festnahmen gegeben. Die Polizei des Kreises teilte am Dienstag mit, in Ferguson, wo im August der junge Afroamerikaner Brown von einem weissen Polizisten erschossen wurde, seien bei Zusammenstössen 61 Personen verhaftet worden. Dieses Bild zeigt Polizist Darren Wilson, der auf Michael Brown schoss. Es soll nach dem Vorfall aufgenommen worden sein und beweisen, dass Wilson von Brown im Gesicht angegriffen und verletzt worden ist. Feuerwehrleute löschen ein in Brand gesetztes Café in Ferguson. Dieses und andere Gebäude wurden von den Demonstranten angezündet, nachdem bekannt gegeben wurde, dass der Polizist Darren Wilson für die Tötung des Teenagers Michael Brown nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Auf den Strassen Fergusons kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei. Tränengas wurde eingesetzt. Das Gesicht dieser Frau ist vom möglichen Tränengas-Einsatz gezeichnet. Demonstranten vor einem brennenden Autoteile-Laden. Die Demonstranten zündeten aus Wut über die Entscheidung mehrere Gebäude an. Michael Browns Mutter (Mitte) wird vor dem Police-Department von Ferguson getröstet. Die Familie des getöteten Teenagers hatte darauf gehofft, dass der Polizist sich vor Gericht verantworten muss. Viele Menschen protestierten friedlich gegen Entscheidung eines Geschworenengerichts in Missouri, keine Anklage gegen den weissen Polizisten zuzulassen. Demonstranten versuchen, ein Polizeiauto umzukippen. Zuvor waren bereits Ziegelsteine geflogen. Ein Polizist vor dem beschädigten Streifenwagen. Polizeibeamte in Ferguson vor einem brennenden Polizeiauto. Ein Plünderer verlässt in Ferguson einen Laden mit seiner Beute. Auch er hat sich einiges aus dem Laden geholt. Dass Polizist Darren Wilson, der den Schwarzen Michael Brown (18) erschossen hat, straffrei ausgeht, sorgt für Empörung. Diese schlug in Ferguson in Gewalt um.

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US-Präsident Barack Obama will am Montag mit seinem Kabinett, führenden Bürgerrechtlern und Vertretern der Strafverfolgung über die Situation in Ferguson beraten. Im Fokus des Treffens werde die Überprüfung von Bundesprogrammen stehen, die militärähnliche Ausrüstung für Vollzugsbehörden vorsehen, teilte das Weisse Haus am Sonntagabend (Ortszeit) mit.

Nach Angaben aus dem Regierungssitz in Washington will der Präsident junge Bürgerrechtsaktivisten treffen, um mit ihnen darüber zu diskutieren, wie «Misstrauen zwischen der Strafverfolgung und Gemeinschaften von Farbigen» eingedämmt werden könne. Es soll auch darüber beraten werden, wie Nachbarschaften gestärkt werden können.

Gewalttätige Demonstrationen

In Ferguson und zahlreichen weiteren US-Städten war es im Zuge der Geschworenen-Entscheidung, den Polizisten Darren Wilson nicht anzuklagen, erneut zu teils gewalttätigen Demonstrationen gekommen. Wilson hatte den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown Anfang August mit Schüssen getötet.

(sda)