Neues Traumpaar

18. Mai 2012 22:00; Akt: 19.05.2012 07:59 Print

Obama und Hollande machen Merkel Dampf

Zu Beginn des G8-Gipfels hat US-Präsident Obama den neuen französischen Präsidenten empfangen. Es scheint sich eine neue Allianz zu bilden: Beide fordern den Sparkurs zu lockern.

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Obama - Hollande, neues Traumpaar in der Weltpolitik?

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Unter Einfluss der europäischen Schuldenkrise hat am Freitagabend (Ortszeit) in Camp David bei Washington der G8-Gipfel der führenden Industriestaaten begonnen. US-Präsident Barack Obama begrüsste auf seinem Landsitz die Staats- und Regierungschefs aus sieben Ländern.

Nach dem betont lockeren Empfang - ausser Frankreichs neuem Staatschef François Hollande trug niemand eine Krawatte - standen beim Abendessen zunächst die Krisenherde Iran, Syrien und Nordkorea auf dem Menu.

Mit dabei waren die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier David Cameron, der italienische Ministerpräsident Mario Monti und der russische Regierungschef Dmitri Medwedew sowie die Regierungschefs Kanadas und Japans. Grosser Abwesender war der russische Präsident Wladimir Putin.

Der offizielle Gipfel beginnt am Samstag, wo es zunächst um die Eurokrise und Griechenland geht. Nach Camp David gereist sind auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

Obama und Hollande fordern Wachstumsagenda

Obama und Hollande, der vor dem G8-Auftakt im Weissen Haus empfangen worden war, hatten gemeinsam eine «starke Wachstumsagenda» gefordert. Beide seien sich einig, dass die Schuldenkrise in Europa «von aussergewöhnlicher Bedeutung für die Weltwirtschaft» sei, sagte Obama.

Die Botschaft: Merkel soll sich grosszügiger zeigen, um Griechenland oder Spanien zu retten und ein Auseinanderbrechen der Währungsunion zu verhindern.

Den Forderungen schloss sich Russland an. Kanada und Italien unterstützen ebenfalls staatliche Impulse für die Wirtschaft, Japan hat wiederholt grosse Sorgen um Europa geäussert. Auch der britische Premier Cameron rief den Kontinent zum Handeln auf, wandte sich aber zugleich gegen die deutsch-französische Forderung nach Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Obama befürchtet einen Rückschlag für den Aufschwung in den USA, wenn Europa länger als Wachstumsmotor ausfällt und ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone internationale Turbulenzen auslöst. Der Demokrat steht im November zur Wiederwahl.

Merkel beharrt auf Sparprogramm

Merkel ist zwar zu gezielten Konjunkturimpulsen bereit, wehrt sich aber gegen ein grosses Wachstumspaket und gegen eine Lockerung des Sparkurses in der Eurozone.

Allerdings werden auch aus Brüssel die Rufe nach einer Streckung des Schuldenabbaus lauter. EU-Kommissionspräsident Barroso betonte, der Stabilitätspakt lasse eine «Anpassung» an die wirtschaftlichen Bedingungen zu.

Neue Initiative gegen Hunger

Weitere Themen beim Gipfel sind der Klimaschutz und der Kampf gegen den Hunger. Auf Initiative Obamas wird der Gipfel eine neue «Allianz für Nahrungssicherheit und Ernährung» verabschieden. Besonders sechs arme Staaten Afrikas sollen unterstützt werden. Das Ziel: 50 Millionen afrikanische Bauern aus der Armut zu hieven.

Die Initiative steht auch Konzernen offen. So hat der Basler Agrarkonzern Syngenta angekündigt, in Afrika in den nächsten zehn Jahren 500 Millionen Dollar zu investieren.

Hilfsorganisationen zeigten sich einverstanden mit Plänen, beklagen aber die langsam fliessende Hilfe der G8. Diese hatten 2009 im italienischen L'Aquila 22 Milliarden US-Dollar bis 2013 zugesagt. Davon sei bisher höchstens ein Viertel ausgezahlt.

Afghanistan-Abzug

Zum G8-Abschluss geht es um den arabischen Frühling und über die Zukunft Afghanistans nach dem Abzug der internationalen Truppen 2014. Frankreichs Staatschef Hollande bekräftigte bereits bei Obama, dass Frankreich seine Truppen bereits in diesem Jahr abziehen wird - zwei Jahre früher als geplant.

Damit will Hollande eines seiner Wahlversprechen umsetzen. Zugleich betonte er, den Einsatz «auf andere Weise» weiter unterstützen zu wollen.

Afghanistan wird auch ein Schwerpunkt des NATO-Gipfels, der am Sonntag in Chicago startet. Am Freitag hatten dort bereits Tausende überwiegend friedlich demonstriert. Zum NATO-Treffen werden rund 60 Staats- und Regierungschefs erwartet. Auch Aussenminister Didier Burkhalter wird anreisen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Neyer am 19.05.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Gipfel

    Für die Stabilisierung des Weltfriedens sind solche Treffen wichtig und gut, auch wenn sich inhaltlich nicht viel verändert.

  • 775657 am 19.05.2012 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ging nicht geschwollener

    Lieber Obama, ich bin ja sicher dass Deutschland Griechenland und Spanien helfen würde. Aber dank der Gleichberechtigung sollte doch der wohlhabendste Staat der Welt diese beiden Staaten auch unterstützen. Nicht? Merkwürdig.

  • Ella Dubuis am 19.05.2012 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Steinreiche Politiker

    Diese Politiker sind selber steinreich und entscheiden über Milliarden von Menschen! Es ist nicht der geeignete Moment, mit zusätzlichem Pump die schon marode EU Wirtschaft ankurbeln zu wollen. Was Herr Obama für Afrika will ist ja gut. Leider versickert jede finanzielle Unterstützung in Afrika wegen politischen Schmarotzern im Sand und die Probleme bleiben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • CemKevin am 19.05.2012 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Ich frag mich auch ob USA mit 50 Billiarden Dollar an Schulden ein wohlhabendes Land sein kann, Kalifornien ging ja auch schon fast den Bach runter (input).

    • Paul Wachmann am 21.05.2012 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      *grins

      haben die USA seit letztem Wochenende nicht 105 Milliarden mehr Wert als vorher? (nach dem Börsengang von Facebook!?) das ist das glaub' die Art von Berechnungen die in der Finanzwelt gemacht wird!

    einklappen einklappen
  • 775657 am 19.05.2012 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ging nicht geschwollener

    Lieber Obama, ich bin ja sicher dass Deutschland Griechenland und Spanien helfen würde. Aber dank der Gleichberechtigung sollte doch der wohlhabendste Staat der Welt diese beiden Staaten auch unterstützen. Nicht? Merkwürdig.

  • Micha Weber! am 19.05.2012 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Welchen Sparkurs?!

    Welcher "Sparkurs" soll gelockert werden? Es wird ja gar nichts gespart! Alle Länder machen bis jetzt immer noch "minus"!

  • Fäbuu am 19.05.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Obama & Hollande

    Ich sehe wieder Hoffnung. Irgendwie könnten wir es doch schaffen. Langsam aber sicher kapiert es das Volk dieser Erde!

  • Heinz Neyer am 19.05.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Gipfel

    Für die Stabilisierung des Weltfriedens sind solche Treffen wichtig und gut, auch wenn sich inhaltlich nicht viel verändert.