18. April 2005 11:50; Akt: 18.04.2005 11:50 Print

PKK droht aus der Defensive

Die kurdische Rebellengruppe PKK hat mit Angriffen in der ganzen Türkei gedroht, falls die türkische Armee ihre jüngste Offensive im Südosten des Landes nicht stoppen sollte.

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Die Türkei wolle die bewaffneten Einheiten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) «zerschlagen», erklärte das Hauptquartier der Kurdenrebellen nach einer Meldung der PKK-nahen Nachrichtenagentur MHA vom Sonntagabend. Wenn die Offensive nicht aufhöre, würden sie die Kämpfe auf die ganze Türkei ausweiten, hiess es in der von MHA zitierten Erklärung der PKK.

Die türkische Armee hatte Ende März im Südosten des Landes mit der grössten Militäraktion gegen die PKK seit fünf Jahren begonnen. Nach Angaben der Armee starben bei den Kämpfen bisher 33 PKK- Kämpfer.

Die Kurdenrebellen erklärten dagegen, sie hätten lediglich 14 Kämpfer verloren, dafür aber 121 Soldaten getötet. Eine unabhängige Überprüfung der jeweiligen Verlustzahlen ist nicht möglich.

Die türkische Armee und die PKK hatten sich von 1984 bis 1999 im türkischen Südosten bekämpft. In dem Krieg starben mehr als 35 000 Menschen. Nach der Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan 1999 zogen sich rund 5000 PKK-Kämpfer nach Nordirak zurück und erklärten den bewaffneten Kampf für beendet. Seit dem vergangenen Sommer gibt es aber wieder vermehrt Gefechte.

(sda)